Die Vampirliteratur im 19. Jahrhundert – Teil 2: Vampirgeschichten 1800-1819

Schwarz-Weiß-Foto eines Sarges, auf dem Knochen liegen

Inhaltsverzeichnis

  1. Wichtige Hinweise zu Beginn
  2. Vampirklassiker 1800 – 1819
  3. weitere Blogartikel der Reihe „Die Vampirliteratur im 19. Jahrhundert“
  4. Lust, über den Blogartikel zu reden?

1. Wichtige Hinweise zu Beginn

In Teil 1 (Einleitung) dieser Blogreihe, erfährst du u.a.

  • nach welchen Kriterien ich die vorgestellten Geschichten ausgesucht habe, wie ich sie sortiert habe, und warum auch Geschichten in der Übersicht enthalten sind, in denen keine Vampire vorkommen,
  • was die Abkürzungen [V], [A], [X], [g] und [u] bedeuten,
  • welche Abschnitte spoilerfrei sind und in welchen du mit Inhalts-Spoilern rechnen musst,
  • warum das Nichtvorhandensein von Inhaltswarnungen nicht bedeutet, dass die Geschichten keine Triggerthemen beinhalten und mit welchen Problematiken du aufgrund des Alters der Geschichten rechnen musst, und
  • welche Geschichten ich aus welchen Gründen nicht in die Übersicht übernommen habe.

Falls du die Einleitung noch nicht gelesen hast, findest du sie hier.

Grafik eines geheimnisvollen Schlosses im Mondschein

2. Vampirklassiker 1800 – 1819

Ignaz Ferdinand Arnold: Der Vampir (1801) [verschollen]

Der Roman “Der Vampir” von Ignaz Ferdinand Arnold (vollständiger Name: Ignaz Ernst Ferdinand Cajetan Theodor Arnold)1 aus 1801 gilt als wahrscheinlich erster Vampirroman der Literaturgeschichte.2

Der Roman bestand aus drei Teilen, allerdings existiert heutzutage kein einziger davon mehr. Aufgrund der Inhalte der anderen Bücher von Arnold geht Melton in seinem “The Vampire Book” davon aus, dass der Titel „Der Vampir“ wörtlich gemeint ist und es sich somit tatsächlich um einen Roman über einen Vampir handelte.3

Als Veröffentlichungsort und -jahr wird „Schneeberg 1801“ angeführt.4

Heinrich von Kleist: Die Marquise von O…. (Februar 1808) [X] [u]

Kurzinhalt:

Nachdem sie während des Krieges von einem vermeintlichen Engel vor lüsternen Soldaten gerettet wurde, wird eine verwitwete Frau schwanger, obwohl sie sich nicht daran erinnern kann, Geschlechtsverkehr gehabt zu haben. Ihr Vater glaubt ihr nicht und wirft sie aus dem Haus. Mittels Zeitungsanzeige sucht sie nach dem Mann, der sie geschwängert hat.5

Meine Ausgaben und Sekundärliteratur:

Die Geschichte wird in der Anthologie „Vampyres“ als Beispiel für eine archetypische Vampirgeschichte angeführt,6 ist in dieser aber nicht enthalten.

Anmerkungen:

In der Geschichte kommt kein Vampir vor. Der vermeintliche Engel, der die Frau vor den Soldaten gerettet hat, war selbst ein Soldat und vergewaltigte sie, während ihrer Bewusstlosigkeit.5

Der Vampirbezug wird mit der Verbindung von Liebe und Tod und dem “Engel”, welcher sich im Nachhinein als böse (wenn auch als bösartiger Mensch und nicht als bösartiges übernatürliches Wesen) herausstellt argumentiert.7 Mir ist das zu weit hergeholt.

Erstveröffentlicht wurde die Geschichte im Februar 1808 in der Literaturzeitschrift “Phöbus”.8

Johann Ludwig Tieck: Liebeszauber (1812) [X] [u]

Kurzinhalt:

Der melancholische Erich ist in seine Nachbarin verliebt. Als er sie heimlich durch das Fenster beobachtet, wird er Zeuge eines blutigen Rituals.9

Meine Ausgaben und Sekundärliteratur:

Im Sachbuch „The Origins of the Literary Vampire“ wird die Geschichte als Beispiel für einen Vorläufer der Vampirliteratur angeführt.10

Anmerkungen:

Der Grund, warum Crawford „Liebeszauber“ zu den Vorläufern der Vampirliteratur zählt, ist, dass diese schwarze Magie mit Elementen aus der Vampirliteratur (Blässe, rote Lippen, das Auflecken von Blut) verbindet.10 Allerdings kommt kein Untoter in der Geschichte vor.

Die Geschichte wurde 1812 in der Sammlung “Phantasus” veröffentlicht.11

Unbekannt: Der Vampyr oder die blutige Hochzeit mit der schönen Kroatin; Eine sonderbare Geschichte vom böhmischen Wiesenpater (1812) [nicht mehr erhalten]

Über “The Vampire Book”12 bin ich auch auf diese Geschichte gestoßen. Auch Hock13 und Summers14 erwähnen sie. Informationen zum Inhalt der Geschichte konnte ich nicht finden. Soweit für mich ersichtlich, ist keine Ausgabe des Buches mehr erhalten.

Als Veröffentlichungsort und -jahr wird „Erfurt 1812“15 angegeben.

John Polidori: the vampyre (1. April 1819) [V] [g]

Übersicht

Aufgrund der chronologischen Sortierung der Geschichten nach Veröffentlichungsdatum steht Polidoris „The Vampyre“ in dieser Übersicht vor Lord Byrons „a fragment“, obwohl „a fragment“ früher geschrieben wurde und Polidori zu „The Vampyre“ inspirierte.

Kurzinhalt:

Der junge Engländer Aubrey freundet sich mit dem mysteriösen Lord Ruthven an und reist mit ihm durch Europa. Während der Reise wird Lord Ruthven tödlich verletzt. Vor seinem Tod lässt er Aubrey einen Eid schwören, ein Jahr und einen Tag lang niemandem von seinem Tod zu erzählen.

Zurück in seiner Heimat stellt Aubrey fest, dass Lord Ruthven als Vampir zurückgekehrt ist.

Meine Ausgaben und Sekundärliteratur:

Die deutsche Ausgabe des Verlages Henricus enthält die deutsche Erstübersetzung der Kurzgeschichte aus 1819.16 Neben der eigentlichen Geschichte enthält das Buch auch:

  • ein kurzes Vorwort, in dem in einem Absatz auf die Entstehung von “Der Vampyr” eingegangen wird,
  • eine kurze Einleitung mit allgemeinen Informationen zum Vampirmythos (diese Einleitung war Teil der Veröffentlichung von “The Vampyre” im Jahr 1819, hat für die Geschichte jedoch keinen Mehrwert; Im Vergleich zur Einleitung des englischen Originals ist die deutsche Übersetzung der Einleitung gekürzt. Es fehlt der Auszug aus dem Gedicht “Giaour” von Lord Byron. Ob darüber hinaus etwas fehlt, weiß ich nicht, da ich die deutsche und englische Version der Einleitungen nicht Wort für Wort verglichen habe.)
  • einen Auszug eines Briefes eines nicht weiter genannten Verfassers, in dem der Aufenthalt von Lord Byron auf der Insel Mitylene beschrieben wird (Dieser Auszug war Teil der Veröffentlichung von “The Vampyre” im Jahr 1819, hat jedoch keinen Mehrwert für die Geschichte.), und
  • im Klappentext eine kurze Anmerkung zu den Gründen, warum die Erzählung ursprünglich fälschlicherweise unter dem Namen von Lord Byron statt John Polidori veröffentlicht wurde.

Eine modernere deutsche Übersetzung der Novelle findet sich in der Anthologie “Von denen Vampiren”, unter dem Titel “Der Vampyr”.17 In diesem Fall handelt es sich nur um die Geschichte an sich, ohne Brief-Auszug und Einleitung. Im literarischen Bericht der Anthologie wird im Detail auf die Entstehungsgeschichte, inhaltliche Besonderheiten, Veröffentlichung und Einfluss der Novelle eingegangen.18

Auf Englisch ist die Geschichte in folgenden Anthologien enthalten:

  • “the best vampire stories 1800-1849”:19 Wie in der zuvor erwähnten deutschen Übersetzung des Verlages Henricus enthält auch diese Ausgabe, neben der Geschichte an sich, die in der Erstveröffentlichung enthaltene Einleitung mit allgemeinen Informationen über Vampirismus. Der Auszug des Briefes über Lord Byrons Aufenthalt auf der Insel Mitylene ist hingegen nicht enthalten. Dafür enthält das Buch eine Einführung des Herausgebers, in welcher dieser auf die Entstehungsgeschichte und Veröffentlichung von “The Vampyre” eingeht. In dieser Einführung zitiert er einen Text, welcher der Erstveröffentlichung der Geschichte am 1. April 1819 im “New Monthly Magazin” vorangestellt wurde und in dem auf den Schreibwettstreit, während dem die Geschichte entstanden ist, eingegangen wird. Weiters zitiert der Barger Polidoris Brief an den Editor des Magazins, in dem er darüber informiert, dass die Geschichte zwar auf Lord Byrons Idee basiert, aber Polidori der Urheber der Geschichte “in it’s present form” ist.20
  • “Night’s Black Agents”:21 Im Vorwort geht der Herausgeber kurz auf die Geschichte ein,22 eine nähere Kommentierung enthält das Buch jedoch nicht. Der Anhang enthält eine Kurzbiografie von Polidori.23
  • “Dracula’s Guest – a Connoisseur’s Collection of Victorian Vampire Stories”:24 Der Geschichte vorangestellt ist eine kurze Einleitung, in der auf die Übernahme von Lord Byrons „a fragment“ durch Polidori, frühere Notizen Polidoris zur Geschichte, die Veröffentlichung der Geschichte unter Lord Byrons Namen, Lord Byron’s Zurückweisung der Autorenschaft, sowie Polidoris zweite Novelle und seine Tod eingegangen wird.25
  • „The Penguin Book of Vampire Stories“:26 Weiter vorne im Buch, vor “a fragment of a novel” von Lord Byron, findet sich eine kurze Einleitung, in der neben Byron auch auf den Aufenthalt von Byron, Polidori und anderen am Genfer See, den dortigen Schreibwettbewerb, Streitigkeiten zwischen Polidori & Shelley und die Veröffentlichung von Polidoris “The Vampyre” eingegangen wird.27
  • “Vampyres”:28 Der Geschichte vorangestellt ist eine kurze Einleitung über den Autor und die Veröffentlichung der Geschichte.29 Das Buch geht weiters im Detail auf den Aufenthalt am Genfer See und den dort abgehaltenen Schreibwettbewerb ein und enthält Tagebuchauszüge von Polidori, Shelley und Byron.30
  • “The Vampire of Vourla“:31 Der Geschichte vorangestellt ist eine kurze Einleitung über die Entstehung der Geschichte, Polidoris Verhältnis zu Lord Byron, die Veröffentlichung der Geschichte sowie enthaltene Griechenland-Bezüge.32 Im Vorwort des Buches geht der Autor näher auf die griechischen Ursprünge des Vampirmythos und dessen Umsetzung in der Vampirliteratur des 19. Jahrhunderts ein.33

Im Buch “Der Vampir sind wir”, welches sich um die Frage dreht, warum uns Vampire seit jeher faszinieren, geht der Autor kurz auf Inhalt und Entstehungsgeschichte von “Der Vampyr” sowie das Verhältnis zwischen Polidori und Lord Byron und die Vermarktung der Erzählung unter Lord Byrons Namen ein.34

In “Das Vampir-Lexikon” schreibt der Autor kurz über Polidoris Leben und sein Verhältnis zu Lord Byron und widmet sich der Entstehung der Erzählung im Rahmen eines Schreibwettbewerbs sowie dem kommerziellen Erfolg der Geschichte. Der Inhalt der Geschichte wird nur kurz & polemisierend angerissen.35

Auch in „The Vampire Book“ geht der Autor an mehreren Stellen auf Polidoris Leben, sowie Entstehung, Inhalt und Einfluss von „The Vampyre“ ein.36

Anmerkungen:

“Der Vampyr” wird als 1. moderne Vampirgeschichte angesehen.37

Polidoris Lord Ruthven (arrogant, aristokratisch, Womanizer) prägt das Bild, das wir von Vampiren haben, noch heute. In der Geschichte wird er ausdrücklich als Vampir bezeichnet.

In den meisten Vampirklassikern wird der Vampir am Ende getötet, oder kann der Protagonist diesem zumindest entkommen. Ausgerechnet die “offiziell” 1. Vampirerzählung weicht hingegen von diesem Muster ab und entscheidest sich für den worst case als Ende: Der Protagonist stirbt. Die Schwester des Protagonisten, die dieser zu retten versucht hat, wird vom Vampir getötet. Der Vampir hingegen überlebt und kann somit weitermorden.

Die Entstehung von “Der Vampyr” ist fast spannender als die Geschichte selbst: Die Geschichte entstand während eines Schreibwettstreits im Jahr 1816, an dem unter anderem auch Mary Shelley teilnahm und dabei “Frankenstein” schuf. Lord Byron begann eine Vampirgeschichte, die er jedoch abbrach („a fragment“). Dieser Text wurde von Polidori zu „The Vampyre“ weiterentwickelt. Da Lord Byron ihn kurz nach dem Schreibwettbewerb als seinen Leibarzt gefeuert hatte, nahm er Lord byron angeblich aus Rache zum Vorbild für seinen Bösewicht (den Vampir Lord Ruthven).20

Die Veröffentlichung der Geschichte erfolgte im Jahr 1819 ohne Polidoris Zustimmung unter dem Namen Lord Byron. Polidori stellte dies richtig, Lord Byron distanzierte sich von der Novelle.38 Die Geschichte löste einen Hype um Vampire aus und gilt neben Bram Stokers „Dracula“ (1897) als die einflussreichste Vampirgeschichte.37

Die Erstveröffentlichung von „The Vampyre“ erfolgte am 1. April 1819 im “The New Monthly Magazine”.39

Uriah Derick D’Arcy: the black vampire (23. Juni 1819) [V] [g]

Kurzinhalt:

Ein versklavter, schwarzafrikanischer Junge wird von seinem Besitzer ermordet und kehrt als Vampir zurück, um sich an ihm zu rächen.40

Meine Ausgabe:

Die Geschichte ist in der Anthologie “The Best Vampire Stories 1800-1849”41 enthalten. In der Einführung, welche der Geschichte vorangestellt ist, geht der Herausgeber der Anthologie nicht nur kurz auf Inhalt, Besonderheiten, Anspielung auf John Polidoris “The Vampyre” (1819) und die historische Bedeutung der Geschichte ein und sowie darauf, wie er die Geschichte gefunden hat, sondern führt auch die Gründe an, die aus seiner Sicht dafür sprechen, dass Robert C. Sands hinter dem Pseudonym Uriah Derick D’Arcy steckt.42

Anmerkungen:

Die Geschichte gilt als 1. Vampirgeschichte mit einem schwarzafrikanischen Vampir, als 1. Vampirgeschichte mit einem Vampir, der einen schwarzen und einen weißen Elternteil hat, und als erste Vampir-Horror-Komödie. Der letzte Satz der Geschichte ist eine direkte Anspielung auf John Polidoris “The Vampyre”.43 In einer Nebenrolle hat weiters eine Vampirin einen Auftritt.

Die Vampire in der Geschichte werden ausdrücklich als solche bezeichnet.

Uriah Derick D’Arcy ist ein Synonym. Wer hinter dem Pseudonym steckt, darüber gibt es unterschiedliche Vermutungen. Weit verbreitet ist die Ansicht, dass die Geschichte von Andrew C. Sands stammt, andere vermuten Richard Varick Dey.44 Andrew Barger nennt in seiner Anthologie “The Best Vampire Stories 1800-1849” Robert C. Sands als Autor und führt in der Einführung zur Geschichte die Gründe an, die aus seiner Sicht auf Sands’ Urheberschaft hindeuten.42

Die Erstveröffentlichung erfolgte am 23. Juni 1819.45

George Gordon Byron (Lord Byron): a fragment (28. Juni 1819) [unfertig] [V] [g]

Übersicht:

Kurzinhalt:

Der namenlose Protagonist begibt sich im 18. Jahrhundert gemeinsam mit seinem Freund Augustus Darvell auf eine Reise durch Südeuropa. Unterwegs wird Augustus ohne ersichtlichen Grund immer schwächer.

Meine Ausgaben und Sekundärliteratur:

Eine deutsche Übersetzung der Erzählung ist in der Anthologie “Von denen Vampiren” unter dem Titel “Ein Fragment” enthalten.46 Im literarischen Bericht des Buches gehen die Herausgeber auf Entstehung und Inhalt der Erzählung sowie die Übernahme der Geschichte durch Polidori in seine Geschichte “The Vampyre” ein.47

Auf Englisch ist die Erzählung in folgenden Anthologien enthalten:

  • unter dem Titel “The End of my Journey” in der Anthologie “Dracula’s Guest – a Connoisseur’s Collection of Victorian Vampire Stories”.48 Der Erzählung vorangestellt ist eine kurze Einleitung, in der kurz auf den Aufenthalt Byrons am Genfersee, während dessen er die Erzählung im Rahmen eines Schreibwettstreits geschrieben hatte, eingegangen wird.49
  • unter dem Titel “Fragment of a Novel” in der Anthologie „The Penguin Book of Vampire Stories“.50 Der Erzählung vorangestellt ist eine kurze Einleitung über den Autor, den Aufenthalt Byrons am Genfer See, den dortigen Schreibwettbewerb, Streitigkeiten zwischen Polidori & Shelley und die Veröffentlichung von Polidoris “The Vampyre”.27
  • unter dem Titel “Fragment of a Story” in der Anthologie “Vampyres”.51 Der Geschichte vorangestellt ist eine kurze Einleitung über Entstehung und Veröffentlichung der Geschichte.52 Das Buch geht weiters im Detail auf den Aufenthalt am Genfer See und den dort abgehaltenen Schreibwettbewerb ein und enthält Tagebuchauszüge von Polidori, Shelley und Byron.30
  • unter dem Titel „Fragment of a Novel” in der Anthologie “The Vampire of Vourla”.53 Der Geschichte vorangestellt ist eine kurze Einleitung über den Autor, die Einflüsse des Fragments auf Polidori und die griechischen Einflüsse in “a fragment”.54 Im Vorwort des Buches geht der Autor näher auf die griechischen Ursprünge des Vampirmythos und dessen Umsetzung in der Vampirliteratur des 19. Jahrhunderts ein.33

Melton widmet Lord Byron in seinem „The Vampire Book“ einen Abschnitt.55

Anmerkungen:

Die Geschichte ist unvollständig und endet mit Darvells Beerdigung. Man erfährt somit nie, wie sich der Vampirismus in der Geschichte gezeigt hätte. Der Begriff “Vampir” wird im Fragment nicht erwähnt.

Die Handlung von “a fragment” inspirierte John Polidori zu seiner Novelle “The Vampyre”.56 Ohne “a fragment” hätte es “the Vampyre” somit wahrscheinlich nie gegeben.

Die Darstellung von Darvell legte den Grundstein für Polidoris Lord Ruthven, den Prototyp des aristokratischen Vampirs.57

Entstanden ist die Geschichte 1816 (Zur Entstehungsgeschichte siehe die Anmerkungen zu Polidoris „The Vampyre“), veröffentlicht wurde sie 1819 unter dem Titel “a fragment” in der Gedichtesammlung “Mazeppa: a poem”.58 Die Veröffentlichung erfolgte später als die Veröffentlichung von John Polidoris “The Vampyre”: “The Vampyre” wurde am 1. April 1819 erstveröffentlicht,59 “Mazeppa: a poem” am 28.6.1819,60 wahrscheinlich als Reaktion darauf, dass Polidoris „The Vampyre“ fälschlicherweise unter Lord Byrons Namen veröffentlicht worden war.52 (Siehe die Anmerkungen unter „The Vampyre“)

Schwarz-Weiß Bild eines nebelverhangenen Friedhofs

3. weitere Blogartikel der Reihe „Die Vampirliteratur im 19. Jahrhundert“

  • Teil 1 – Einleitung: zum Blogartikel
  • [Teil 2 – Vampirgeschichten 1800 bis 1819: dieser Artikel]
  • Teil 3 – Vampirgeschichten 1820 bis 1824: zum Blogartikel
  • Teil 4 – Vampirgeschichten 1825 bis 1829: zum Blogartikel
  • Teil 5 – Vampirgeschichten 1830 bis 1839: [Erstellung noch in Arbeit]
  • Teil 6 – Vampirgeschichten 1840 bis 1849: [Erstellung noch in Arbeit]
  • Teil 7 – Vampirgeschichten 1850 bis 1859: [Erstellung noch in Arbeit]
  • Teil 8 – Vampirgeschichten 1860 bis 1869: [Erstellung noch in Arbeit]
  • Teil 9 – Vampirgeschichten 1870 bis 1879: [Erstellung noch in Arbeit]
  • Teil 10 – Vampirgeschichten 1880 bis 1884: [Erstellung noch in Arbeit]
  • Teil 11 – Vampirgeschichten 1885 bis 1889: [Erstellung noch in Arbeit]
  • Teil 12 – Vampirgeschichten 1890 [Erstellung noch in Arbeit]
  • Teil 13 – Vampirgeschichten 1891 [Erstellung noch in Arbeit]
  • Teil 14 – Vampirgeschichten 1892 und 1893 [Erstellung noch in Arbeit]
  • Teil 15 – Vampirgeschichten 1894 [Erstellung noch in Arbeit]
  • Teil 16 – Vampirgeschichten 1895 [Erstellung noch in Arbeit]
  • Teil 17 – Vampirgeschichten 1896 [Erstellung noch in Arbeit]
  • Teil 18 – Vampirgeschichten 1897 [Erstellung noch in Arbeit]
  • Teil 19 – Vampirgeschichten 1898 [Erstellung noch in Arbeit]
  • Teil 20 – Vampirgeschichten 1899 [Erstellung noch in Arbeit]
Bildausschnitt: Blut tropft aus einem blutigen Mund

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Fußnoten:

  1. https://de.wikipedia.org/wiki/Ignaz_Ferdinand_Arnold (Stand: 4.7.2026). []
  2. J. Gordon Melton, The Vampire Book – the Encyclopedia of the Undead, Visible Ink Press (2011), S 286; Erwin Jänsch, Das Vampir-Lexikon, Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. (April 2000), S. 17.; Montague Summers, The Vampire: His Kith and Kin, Kegan Pail, Trench, Trubner & Co Ltd (1928), S 346. []
  3. J. Gordon Melton, The Vampire Book – the Encyclopedia of the Undead, Visible Ink Press (2011), S 286. []
  4. Dr. Stefan Hock, Die Vampyrsagen und ihre Verwertung in der deutschen Litteratur, Verlag von Alexander Duncker (1900), S 72. []
  5. https://www.dieterwunderlich.de/Kleist_marquise_von_o.htm (Stand: 13.6.2026). [] []
  6. Christopher Frayling, Vampyres – A Literary Anthology, Thames & Hudson Ltd (2022), S 84. []
  7. Christopher Frayling, Vampyres – A Literary Anthology, Thames & Hudson Ltd (2022), S 85. []
  8. https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Marquise_von_O…. (Stand: 15.6.2026) [verfiziert/Original]. []
  9. Heidi Crawford, The Origins of the Literary Vampire, Rowman & Littlefield (2016), S 75 ff. []
  10. Heidi Crawford, The Origins of the Literary Vampire, Rowman & Littlefield (2016), S 78. [] []
  11. https://de.wikipedia.org/wiki/Liebeszauber_(Ludwig_Tieck) (Stand: 17.6.2026) [verfiziert/Original]. []
  12. J. Gordon Melton, The Vampire Book – The Encyclopedia of the Undead, Visible Ink Press lLC (2011), S 286. []
  13. Dr. Stefan Hock, Die Vampyrsagen und ihre Verwertung in der deutschen Litteratur, Verlag von Alexander Duncker (1900), S 108. []
  14. Montague Summers, The Vampire: His Kith and Kin, Kegan Pail, Trench, Trubner & Co Ltd (1928), S 346. []
  15. Dr. Stefan Hock, Die Vampyrsagen und ihre Verwertung in der deutschen Litteratur, Verlag von Alexander Duncker (1900), S 106. []
  16. John Polidori, Der Vampyr, Henricus – Edition Deutsche Klassik GmbH (2019). []
  17. Dieter Sturm/Klaus Völker [Hrsg], Von denen Vampiren, Suhrkamp Taschenbuch Verlag (1994), S. 45 ff. []
  18. Dieter Sturm/Klaus Völker [Hrsg], Von denen Vampiren, Suhrkamp Taschenbuch Verlag (1994), S. 545 ff. []
  19. Andrew Barger, The Best Vampire Stories 1800-1849, Bottletree Books LLC (2012) S. 13 ff. []
  20. Andrew Barger, The Best Vampire Stories 1800-1849, Bottletree Books LLC (2012) S. 9 ff. [] []
  21. Night’s Black Agents – an Anthology of Vampire Fiction, edited by Daniel Corrick, Snuggly Books (2023), S 23 ff. []
  22. Night’s Black Agents – an Anthology of Vampire Fiction, edited by Daniel Corrick, Snuggly Books (2023), S 10 f. []
  23. Night’s Black Agents – an Anthology of Vampire Fiction, edited by Daniel Corrick, Snuggly Books (2023), S 261. []
  24. Michael Sims [Hrsg], Dracula’s Guest – a Connoisseur’s Collection of Victorian Vampire Stories, Bloomsbury Publishing 2011, S 47 ff. []
  25. Michael Sims [Hrsg], Dracula’s Guest – a Connoisseur’s Collection of Victorian Vampire Stories, Bloomsbury Publishing 2011, S 44 ff. []
  26. Alan Ryan [Hrsg], The Penguin Book of Vampire Stories, Penguin Books (1988), S 7 ff. []
  27. Alan Ryan [Hrsg], The Penguin Book of Vampire Stories, Penguin Books (1988), S 1 f. [] []
  28. Christopher Frayling, Vampyres – A Literary Anthology, Thames & Hudson Ltd (2022), S 169 ff. []
  29. Christopher Frayling, Vampyres – A Literary Anthology, Thames & Hudson Ltd (2022), S 167 f. []
  30. Christopher Frayling, Vampires: A Literary Anthology, Thames & Hudson Ltd (2022), S 21 ff. [] []
  31. Álvaro García Marín [Hrsg], The Vampire of Vourla and other Greek Vampire Tales, 1819 – 1946, Valancourt Books, LLC (2024), S 25 ff. []
  32. Álvaro García Marín [Hrsg], The Vampire of Vourla and other Greek Vampire Tales, 1819 – 1946, Valancourt Books, LLC (2024), S 24 f. []
  33. Álvaro García Marín [Hrsg], The Vampire of Vourla and other Greek Vampire Tales, 1819 – 1946, Valancourt Books, LLC (2024), S 7 ff. [] []
  34. Rainer M. Köppl, Der Vampir sind wir, Residenz Verlag (2010), S. 45 ff. []
  35. Erwin Jänsch, Das Vampir-Lexikon, Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. (2000), S. 218 ff. []
  36. J. Gordon Melton, The Vampire Book – The Encyclopedia of the Undead, Visible Ink Press lLC (2011), S 541 f; 596 ff. []
  37. J. Gordon Melton, The Vampire Book – The Encyclopedia of the Undead, Visible Ink Press lLC (2011), S 541. [] []
  38. https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Vampyr_(Polidori), Stand 2.3.2026 []
  39. https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Vampyr_(Polidori), Stand 2.7.2026 [verifiziert/Original]. []
  40. Robert C. Sands, The Black Vampire: A Legend of Saint Domingo (1819) in Andrew Barger [Hrsg], The Best Vampire Stories 1800-1849, Bottletree Classics (2012), 180 ff. []
  41. Andrew Barger [Hrsg], The Best Vampire Stories 1800-1849, Bottletree Classics (2012), 180 ff. []
  42. Andrew Barger [Hrsg], The Best Vampire Stories 1800-1849, Bottletree Classics (2012), 175 ff. [] []
  43. Andrew Barger [Hrsg], The Best Vampire Stories 1800-1849, Bottletree Classics (2012), 177 ff. []
  44. https://en.wikipedia.org/wiki/The_Black_Vampyre (Stand 2.3.2026). []
  45. https://jto.americanantiquarian.org/just-teach-one-homepage/the-black-vampyre/ (Stand: 14.6.2026); [verfiziert/Sekundärliteratur] []
  46. Dieter Sturm/Klaus Völker [Hrsg], Von denen Vampiren (Suhrkamp Taschenbuch Verlag 1994), S. 39 ff. []
  47. Dieter Sturm/Klaus Völker [Hrsg], Von denen Vampiren (Suhrkamp Taschenbuch Verlag 1994), S. 545 ff. []
  48. Michael Sims [Hrsg], Dracula’s Guest – a Connoisseur’s Collection of Victorian Vampire Stories, Bloomsbury Publishing 2011, S 38 ff. []
  49. Michael Sims [Hrsg], Dracula’s Guest – a Connoisseur’s Collection of Victorian Vampire Stories, Bloomsbury Publishing 2011, S 36 f. []
  50. Alan Ryan [Hrsg], The Penguin Book of Vampire Stories, Penguin Books (1988), S 2 ff. []
  51. Christopher Frayling, Vampyres – A Literary Anthology, Thames & Hudson Ltd (2022), S 190 ff. []
  52. Christopher Frayling, Vampyres – A Literary Anthology, Thames & Hudson Ltd (2022), S 190. [] []
  53. Álvaro García Marín [Hrsg], The Vampire of Vourla and other Greek Vampire Tales, 1819 – 1946, Valancourt Books, LLC (2024), S 18 ff. []
  54. Álvaro García Marín [Hrsg], The Vampire of Vourla and other Greek Vampire Tales, 1819 – 1946, Valancourt Books, LLC (2024), S 17. []
  55. J. Gordon Melton, The Vampire Book – The Encyclopedia of the Undead, Visible Ink Press lLC (2011), S 95 ff. []
  56. https://de.wikipedia.org/wiki/Der_Vampyr_(Polidori) (Stand 2.3.2026). []
  57. Dieter Sturm/Klaus Völker [Hrsg], Von denen Vampiren, Suhrkamp Taschenbuch Verlag 1994, S. 547. []
  58. https://en.wikipedia.org/wiki/Fragment_of_a_Novel (Stand: 13.6.2026); [verfiziert/Original]. []
  59. https://en.wikipedia.org/wiki/The_Vampyre (Stand: 14.6.2026); [verifiziert/Original]. []
  60. https://en.wikipedia.org/wiki/Mazeppa_(poem) (Stand: 14.6.2026); [verifiziert/Original]. []
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