Interview mit Angelo Nero, Autor von „Feuer und Finsternis“ (Libri Phantasiae Helvetia, 2020) vom 5./6. März 2026 [unbezahlte Werbung]

Übersicht

Einleitung

Ich habe online mittlerweile einige Autor*innen kennengelernt, die ebenfalls über Vampire schreiben – und zwar quer durch alle Genres. Manchmal spielen Vampire Hauptrollen, manchmal Nebenrollen. Hier auf meinem Blog stelle ich sie dir in Interviewform vor. Heute an der Reihe: Angelo Nero, Autor von „Feuer und Finsternis“ (Libri Phantasiae Helvetia, 2020).

Eine Übersicht über alle Interviews findest du übrigens hier. Fußnotenanmerkungen stammen von mir.

Interview mit Angelo Nero vom 5./6. März 2026

Stell dich bitte kurz vor.

Nebst meinem Beruf als Fährmann auf dem Zürichsee, folge ich meiner Berufung als Schreiberling. In Richterswil am See aufgewachsen, lebe ich nun seit rund vierzig Jahren hier.

Beschreibe dein Buch „Feuer und Finsternis“ in einem Satz.

Selbst im Streben nach dem Guten, besteht die Versuchung, sich der Finsternis zu bedienen.

Unter welches Genre fällt dein Buch & an welche Leser*innen richtet es sich?

Dark Fantasy, an der Schwelle zu Grimdark Fantasy. Es richtet sich grundsätzlich an ein erwachsenes Publikum.

Was macht dein Buch besonders?

Das Besondere an „Feuer und Finsternis“ ist die Verbindung von Schweizer Mythologie, realer Geschichte, düsterer Fantasy und der philosophischen Frage nach dem Preis des Guten.

Vlad Tepes III spielt in deinem Roman eine der Hauptrollen. Wieso hast du dich für ihn entschieden & wie nah ist deine Figur an der historischen Person?

Vlad Dracul III. ist eine aussergewöhnlich spannende Figur. Hier im westlichen Europa kennen wir ihn vor allem als den Schlächter und das Monster. Im Osten hingegen, in seiner Heimat, wird er noch heute als Held gefeiert. Diesen Gegensatz, diese Spannung wollte ich einfangen und wiedergeben. 

Du verbindest historische Persönlichkeiten wie Vlad Tepes III & reale Orte mit Schweizer Legenden, Mythologie & Fantasy-Elementen. Wie wichtig ist dir historische Authentizität & in welchem Umfang kommt diese in deiner Geschichte vor? 

Seinen Charakter habe ich eins zu eins von den historischen Überlieferungen übernommen, sowie einige Schlüsselszenen in seinem bemerkenswerten Kampf gegen die anrückende Armee der Osmanen. Mir war es besonders wichtig, dass sich die Geschichte insgesamt authentisch anfühlt. Die Figuren mit historischem Hintergrund habe ich versucht, möglichst glaubhaft einzufangen. Genauso ist die Geschichte gespickt mit historischen Begebenheiten, die dem ganzen Epos einen Rahmen geben. Dabei bleibt es aber ein Fantasyroman, der genauso von seinen sagenhaften Elementen wie den Drachen oder den Hexen lebt. Es hält sich also alles in einem diffizilen Gleichgewicht.

Wie bist du auf die Idee gekommen, schweizer Legenden in deine Fantasy-Bücher einzubeziehen? Welche schweizer Legende faszinieren dich am meisten?

Um ehrlich zu sein, ich bin so was von übersättigt von den gefühlt tausend Highfantasy Welten, die nichts mit unserem Leben zu tun haben. Sie berühren mich schlicht nicht und die Figuren interessieren mich nicht, weil sie so weit entfernt sind. Ich wollte meiner Geschichte einen Boden geben, einen Grund auf dem sie aufbaut, mit dem sich jeder irgendwo und irgendwie identifizieren kann. Man muss gar nicht immer so weit gehen, deswegen wollte ich vor meiner Haustüre damit anfangen. Als eine Leserin zu mir sagte, sie kenne den Krähenwald und das Hexental bei Wädenswil, und sie hätte tatsächlich den Ort und die Legende wiedererkannt, war das mitunter eines der grössten Komplimente für mich.

Gibt es schweizer Legenden, die mit Vampirismus in Verbindung stehen?

Vampire nicht direkt. Eher Untote und andere Wiedergänger.

Kannst du uns etwas über diese schweizer Untoten und Wiedergänger erzählen?

Eine der eher bekannteren Legenden von Wiedergängern ist die des „Verfluchten Sohn des Sardonagletschers“ in Glarus. Ein schlechter Sohn wollte seiner Mutter nicht helfen. Als Strafe bedeckte ein ganzer Gletscher ihn und sein Land. (Der Sardonagletscher). In Winternächten soll man seine klagenden Rufe im Eis hören.

Eine Geschichte, die ich in „Feuer und Finsternis“ aufgegriffen habe, ist die des Totenbeschwörers von Wallis. (Eine Geschichte, die mir meine Grossmutter erzählt hat). Ein abtrünniger Priester hat sich mit dem Teufel eingelassen und die Toten nicht ruhen lassen. Er hat sie als seine Lakaien aus ihren Gräbern gerufen. Als alle Einwohner des Dorfes unter seinem Einfluss standen, hat der Herrgott das ganze Dorf mit Feuer vom Himmel vernichtet. Das Dorf Helfluh gibt es seit da nicht mehr.

Welche Rolle spielen Vampire bzw. Vampirismus in “Feuer und Finsternis”?

Der Vampirismus hängt natürlich mit Vlad zusammen. Er wird als „Der Fluch Kains“ in der Geschichte eingeführt. Vlad nimmt diesen Fluch auf sich, weil er denkt, dadurch hätte er die Macht, den Sultan und die osmanische Armee aufzuhalten. Dabei vergiftet aber dieser Fluch zunehmend seinen Geist.

Deine Frau, die Künstlerin “Yukona”, illustriert deine Bücher und zeichnet auch die Landkarten für diese. Wie gestaltet ihr die Zusammenarbeit und wie geht ihr mit kreativen Differenzen um?

Das ist eine sehr gute Frage. Ich musste ziemlich schnell lernen, dass ich als Autor nicht unbedingt der beste Ratgeber bin, wenn es um die Gestaltung eines Covers etc. geht. Gerade beim Cover tendiert man als Autor dazu, zu viel auf das Cover packen zu wollen. Natürlich besprechen wir schon grundlegende Fragen, Stilrichtung und gewisse Elemente. Bei den Karten habe ich die Recherche übernommen. Die künstlerische Umsetzung hingegen, habe ich ihr überlassen. Mein Rat an alle Autoren: Macht ihr eure Arbeit und schreibt und überlasst die Arbeit des Gestaltens den Künstlern. Glaubt nicht, ihr könntet es besser als sie.

Was sind deine liebsten Vampirbücher & -filme? 

Mein absolutes Lieblingsbuch ist Bram Stokers „Dracula“1. Wenn es um Vampire geht, ist das das Mass aller Dinge. Wer was anderes behauptet, hat keine Ahnung. Bei Filmen habe ich einige Favoriten. Angefangen mit Francis Ford Coppolas „Dracula“2, über Robert Eggers „Nosferatu“3 oder Tomas Alfredsons „Let the right one in“4, bis zu „Blade“5. Vampire gehen eigentlich fast immer. Was ich nicht mag, ist, wenn es zu sehr romantisiert wird.

Buchcover und Klappentext  von „Feuer und Finsternis“ (Libri Phantasiae Helvetiae, 2020):

Buchcover. Schriftzug Angelo Nero in Silber, Schriftzug Feuer und Finsternis in Gold, darunter zwei überkreuzte Klingenwaffen.

„Seit Generationen kämpft die Bruderschaft der Angelus Excubitor vom Drachenhorst am Pylatus gegen finstere Mächte und Gewalten. Die beiden Ordensbrüder, Sariel il Nero und Vlad III. Dracul, haben beide ihr Leben dem Schutze und der Verteidigung ihres Volkes verschrieben. Während Sariel strikt dem Weg der Tugend folgen will, schreckt Vlad nicht davor zurück, andere Wege in Betracht zu ziehen. Besonders da die Bedrohung durch den Sultan des Osmanischen Reiches immer greifbarer wird.Als dann der Fürst der Finsternis diese Welt mit Tod und Dunkelheit zu überziehen droht, sieht sich die Bruderschaft im Herzen der Eidgenossenschaft gezwungen, zu handeln. Doch das Böse ist allgegenwärtig. Selbst unter den Brüdern der Angelus Excubitor!“

[Veröffentlichung von Buchcover und Klappentext mit Genehmigung von Angelo Nero]

Hier findest du Angelo Nero online:

Website: https://www.angelo-nero.ch/
Instagram: https://www.instagram.com/angelo_nero_autor
Youtube: https://www.youtube.com/@angelonero2963

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Eine Vampirin zeigt ihre Zähne

Fußnoten:

  1. Bram Stoker, „Dracula“ (1897) ↩︎
  2. “Bram Stoker’s Dracula”: Regie: Francis Ford Coppola (USA 1992), meine Kritik zum Film findest du hier. ↩︎
  3. „Nosferatu – der Untote“: Regie: Robert Eggers (USA/CZ 2024), meine Kritik zum Film findest du hier. ↩︎
  4. „So finster die Nacht“: Regie: Tomas Alfredson (Schweden 2008) meine Kritik zum Film findest du hier. Meine Rezension zur Buchvorlage findest du hier. ↩︎
  5. „Blade“: Regie: Stephen Norrington (USA 1998) meine Kritik zum Film findest du hier. ↩︎

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