Vampirfilmkritiken Teil 2: Kritiken 2026 – sortiert nach Bewertung

Seit meinem Vampirfilmjahresrückblick 2025 (https://untot.subset42.com/filmkritiken2025/) habe ich wieder ein paar Vampirfilme angeschaut. Meine Kurz-Meinung zu den Filmen findest du in diesem Blogartikel. Sortiert sind die Filme nach Bewertung, beginnend mit dem Film, der mir am besten gefallen hat. Dieser Artikel ist “work in progress”. Immer wenn ich einen weiteren Vampirfilm gesehen habe, füge ich die Kurzkritik hier ein. Es lohnt sich somit, immer wieder mal vorbeizuschauen.

Übersicht

  1. Filmkritiken – Filme ab 1960
  2. Filmkritiken – Filme vor 1960
  3. Hinweis zu den Filmkritiken
  4. Lust, über einen der Filme zu reden?

1. Filmkritiken – Filme ab 1960

Daybreakers (USA/AUS 2009)

Originaltitel: Daybreakers
Regie: Michael & Peter Spierig
USA/AUS 2009

Genre: Sci-Fi, Dystopie, Thriller
Dauer: 98 Min
FSK: 16

Kurzinhalt:

Vampire herrschen über die Welt. Die Menschheit ist fast vollständig ausgerottet, die wenigen Überlebenden werden systematisch gejagt. Die Vampire sind auf Menschenblut angewiesen: trinken sie zu lange keines, werden sie zu degenerierten, kannibalischen Monstern, die eine Gefahr für die zivilisierten Vampire darstellen. Die Erforschung eines Blutersatzstoffes ist gescheitert, die Blutreserven werden knapp, die Vampirgesellschaft steht kurz vor dem Zusammenbruch. Wissenschaftler Edward, ein Vampir wider Willen, sucht nach einer Möglichkeit, sowohl das Ernährungsproblem zu lösen, als auch die Menschen vor dem Aussterben zu retten.

Meine Meinung zum Film: ein erfrischend anderer Vampirfilm – modern, düster, beklemmend, gesellschaftskritisch

Die in “Daybreakers” präsentierte Welt ist so, wie ich es von einer guten Dystopie erwarte: düster, brutal und hoffnungslos. Kapitalismus, Ressourcenknappheit, Verteilungsungerechtigkeit, Machtmissbrauch durch Konzerne – all dies wird überzeugend auf die Vampirgesellschaft umgelegt.

Gut gefällt mir auch, wie die Vampire den technologischen Fortschritt zu ihrem Vorteil nutzen und beispielsweise ganze Städte und Fahrzeuge anpassen, um sich vor Sonnenlicht zu schützen.

Ruhige, dialoglastige Abschnitte wechseln sich mit Action ab, die Spannung kann dennoch durchgehend gehalten werden. Die dargestellte Gewalt ist hart, ohne übertrieben zu wirken. Ethan Hawke spielt den moralisch zweifelnden Vampir überzeugend, auch an den anderen Schauspielleistungen gibt es nichts auszusetzen.

Natürlich gibt es vereinzelte Logiklöcher, insbesondere eine Entwicklung wirkt etwas an den Haaren herbeigezogen, dies tut dem Unterhaltungswert des Films jedoch keinen Abbruch. Gelungen finde ich auch das Finale, in dem nicht nur die gesamte Situation eskaliert, sondern dieses auch mit einem originellen Twist aufwartet.

Fazit: eine originelle, düstere Dystopie, die Vampirismus von jeglichem Glamour befreit und die Spannung bis zum Schluss halten kann.

Punktebewertung 10 von 10 Punkten

Filminfos: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=5245

Near Dark – Die Nacht hat ihren Preis (USA 1987)

Originaltitel: Near Dark
Regie: Kathryn Bigelow
USA 1987

Genre: Road-Movie, Western, Horror
Dauer: 94 Min
FSK: 16

Kurzinhalt:

Cowboy Caleb begegnet der schönen Mae, die sich als Vampirin entpuppt und ihn gegen seinen Willen verwandelt. Um zu überleben, bleibt Caleb nichts anderes übrig, als sich Maes Vampirfamilie, einer Gruppe mordlustiger Nomaden, anzuschließen. Doch zum Missfallen seiner neuen Familie fällt ihm das Töten schwer.

Meine Meinung zum Film: selten wird die Sonne als Gefahr so intensiv in Szene gesetzt

Ein sehr atmosphärischer Mix aus Western, Roadmovie und einer Brise Vampirhorror. Besonders gelungen ist die Inszenierung von Sonnenlicht als Gefahr. Die Szenen, in denen die Vampire mit der (aufgehenden) Sonne als Gefahrenquelle konfrontiert sind, sind die spannendsten Szenen im Film. Ich kann mich – zumindest auf die Schnelle – an keinen anderen Vampirfilm erinnern, der diese Gefahr derart intensiv und atmosphärisch umsetzt. 

Weiteres Highlight ist die Szene in der Bar. (Wer den Film kennt, weiß, welche ich meine. Um nichts zu spoilern, verrate ich an dieser Stelle nicht mehr).

Die Charaktere sind gut entwickelt und interessant, wobei die exzentrischen Mitglieder der Vampir-Nomadenfamilie – allen voran Bill Paxton als sadistischer Severen – dem Protagonisten die Show stehlen.

Dem Ende kann man zwar vorwerfen, dass es sich die Filmemacher etwas zu einfach machen, aber es ist dennoch befriedigend.

Fazit: ein sehenswerter, düster und sehr atmosphärisch inszenierter Vampirfilm

Punktebewertung 9 von 10 Punkten

Filminfos: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=4240

Nosferatu: Phantom der Nacht (D/F 1979)

Originaltitel: Nosferatu: Phantom der Nacht
Regie: Werner Herzog
D/F 1979

Genre: Horror, Drama
Dauer: 107 Min
FSK: 16

Kurzinhalt:

Jonathan Harker reist nach Transsilvanien, um einen Kaufvertrag über eine Liegenschaft in seiner Nachbarschaft in London mit Graf Dracula abzuschließen. Als er erkennt, dass der Graf ein Vampir ist und es auf seine Frau Lucy abgesehen hat, ist es bereits zu spät: Graf Dracula hat ihn in seiner Burg eingesperrt und befindet sich bereits auf dem Weg nach London.

Meine Meinung zum Film:

Da zum Zeitpunkt des Filmdrehs das Urheberrecht an Bram Stokers Roman “Dracula” bereits ausgelaufen war (Quelle: https://en.wikipedia.org/wiki/Nosferatu_the_Vampyre) konnte Herzog für seinen Nosferatu-Film im Gegensatz zu Murnau 1922 die Namen aus Stokers Roman übernehmen. Auch andere Elemente sind näher an Stokers Buch als am Film aus 1922, selbst ein paar Zitate werden direkt aus dem Buch übernommen. Ein paar der aus dem Buch übernommenen Zitate passen sich sehr gut in das Gesamtbild des Films ein, die anderen Annäherungen an die Buchvorlage stören zumindest nicht (zumindest bis auf das Finale), haben für mich allerdings auch keinen Mehrwert. Leider geht ausgerechnet im Finale der Versuch, Murnaus Ende mit Stokers Ende zu kombinieren und dabei etwas Neues zu erschaffen, völlig schief. Das Ergebnis ist ein unbefriedigender Mix, der keinem der beiden Vorlagen gerecht wird und die mit Abstand schwächste Szene des ganzen Films ist.

Aber jetzt zu den positiven Dingen: Visuell ist der Film sehr schön umgesetzt, die Atmosphäre ist düster. Die Filmmusik ist sehr eindringlich und erzeugt Spannung. Auch die Wahl der Drehorte gefällt mir sehr gut. Trotz langsamen Erzähltempo und vieler Landschaftsaufnahmen wird der Film zu keinem Zeitpunkt langweilig. Kinski als Graf Dracula ist ein würdiger Nachfolger von Schreck. Er ist unheimlich und gleichzeitig ein sehr tragischer Charakter, der unter Einsamkeit und der Belanglosigkeit des ewigen Lebens leidet. Toll spielen auch Isabelle Adjani als melancholische Lucy und Bruno Ganz als Jonathan.

Nur mit Roland Topor als übertrieben kichernder Renfield und Walter Ladengast als greiser Dr. Van Helsing konnte ich nicht viel anfangen.

Einen fahlen Nachgeschmack hat leider der Umgang mit den Filmratten. (Siehe hierzu den Wikipedia-Artikel zu Nosferatu unter dem Punkt “Trivia” https://de.wikipedia.org/wiki/Nosferatu_%E2%80%93_Phantom_der_Nacht)

Fazit: Bis auf das missglückte Ende ein würdiger Nachfolger von Murnaus “Nosferatu” aus 1922. Etwas näher an Stokers Buchvorlage, ruhig erzählt, sehr atmosphärisch und mit eindringlicher Musik unterlegt. Highlight: Kinski als Graf Dracula.

Punktebewertung 8 von 10 Punkten

Filminfos: Nosferatu: Phantom der Nacht (1979) – UNCUT

Blade 2 (USA 2002)

Originaltitel: Blade 2
Regie: Guillermo del Toro
USA 2002

Genre: Action, Horror
Dauer: 108 Minuten
FSK: 18

Kurzinhalt:

Vampirjäger Blade muss sich wider Willen mit den Vampiren zusammenschließen, um gegen einen gemeinsamen Feind zu kämpfen: eine neue, viel gefährlichere Vampirrasse.

Meine Meinung zum Film: der zweitbeste Vampir-Actionfilm nach Blade 1

Teil 1 kann die Fortsetzung zwar nicht das Wasser reichen, dennoch bietet sie sehr gute Actionunterhaltung: stylische Kämpfe, viel Action und Blade ist nach wie vor die coolste Personifizierung von „Harte Schale, weicher Kern“.

Wie es bei Fortsetzungen üblich ist, bietet der Film vor allem “mehr”: mehr Gegner, mehr Verbündete, mehr Kämpfe, mehr Gefahr. Nur beim Blut wurde leider gespart. Es gibt zwar viel Gewalt, aber Blut fließt verhältnismäßig wenig. Das finde ich schade, da die rote Farbe für mich wesentlicher Teil der Vampir-Ästhetik ist. Wenn ich an die kultige Anfangsszene aus Teil 1 denke (Stichwort “Blutdusche”), werde ich ganz nostalgisch.

Auch mit dem neuen Widersacher kann ich etwas weniger anfangen als mit Frost aus Blade 1. Der Neue ist zwar gefährlicher, allerdings weniger charismatisch.

Fazit: mit viel Action und gut choreographierten Kämpfen wird auch Blades 2. Auftritt Fans des Vampirjägers mehr als zufriedenstellen.

Punktebewertung 8 von 10 Punkten

Filminfos: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=33

5 Zimmer Küche Sarg (NZ 2014)

Originaltitel: What We Do in the Shadows
Regie: Jemaine Clement, Taika Waititi
Neuseeland 2014

Genre: Komödie
Dauer: 86 Min
FSK: 12

Kurzinhalt:

Eine Mockumentary über eine Vampir-WG

Meine Meinung zum Film: Gelungene Vampir-Comedy im Mockumentary-Format

Nachdem ich vor kurzem die erste Staffel der auf dem Film basierenden Serie gesehen habe (und liebe!), wollte ich natürlich unbedingt auch den zugrunde liegenden Film anschauen. Dieser hält, was er verspricht: Trockener Humor, charmant-exzentrische Charaktere und ein sehr humorvolles Spiel mit Klischees über WG-Alltag, Vampire, Werwölfe und mehr. Das einzige Problem ist der fehlende Spannungsbogen, der sich aus dem Mockumentary-Format ergibt. Der Film macht Spaß, plätschert allerdings inhaltlich ohne Höhepunkt vor sich hin, was bei einem abendfüllenden Film mehr auffällt, als bei kurzen Folgen einer Serie. Auch empfehle ich jedem, den Film im englischen Original zu sehen, denn die deutsche Synchronisation ist gewöhnungsbedürftig.

Fazit: Gelungene Vampir-Comedy, mit wunderbar trockenem Humor, aber als Serie funktioniert das Mockumentary-Format besser.

Filminfos: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=9404

Fright Night – eine rabenschwarze Nacht (USA 1985)

Originaltitel: Fright Night
Regie: Tom Holland
USA 1985

Genre: Horror-Komödie
Dauer: 106 Min
FSK: 16

Kurzinhalt:

Teenager Charley ist überzeugt, dass sein neuer Nachbar ein Vampir ist und bittet einen abgehalfterten Schauspieler, der in einer TV-Show als Vampirjäger auftritt, um Hilfe.

Meine Meinung zum Film: 80er-Horrorcomedy-Spaß

“Fright Night” bietet vor allem eines: einen unterhaltsamen Mix aus 80er-Horror und Humor. Die Handlung ist nebensächlich und vorhersehbar, aber das mindert den Unterhaltungswert nicht. Klischees werden mit einem Augenzwinkern bedient, insbesondere Roddy McDowall als TV-Vampirjäger, der im wahren Leben weit ängstlicher ist, als seine große Klappe in seiner TV-Show vermuten lässt, sorgt für eine Menge Lacher. Auch Chris Sarandon als charmanter Vampir Jerry und Amanda Bears als Charlies Freundin Amy, die Jerrys Interesse weckt, hinterlassen Eindruck – und das, obwohl Amys Rolle auf die klassische damsel in distress reduziert ist.

Es dauert ein bisschen, bis der Film Fahrt aufnimmt, aber je länger er dauert, desto besser wird er. Das Finale macht nicht nur richtig Spaß, sondern wartet auch mit einigen sehenswerten, trashigen Horror-Effekten auf. Klar, aus heutiger Sicht sind sie völlig veraltet, aber gerade das macht ihren Charme aus.

Fazit: anspruchslose, trashig-unterhaltsame 80er-Jahre Horrorcomedy mit einem unterhaltsamen Finale und originellen Grusel-Effekten.

Filminfos: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=20896

Shadow of the Vampire (USA 2000)

Originaltitel: Shadow of the Vampire
Regie: E. Elias Merhige
USA 2000

Genre: Horror-Drama, Satire
Dauer: 92 Min
FSK: 12

Kurzinhalt:

Regisseur Murnau will den realistischsten Horrorfilm aller Zeiten drehen. Zu diesem Zweck dreht er nicht nur an originalen Drehorten, sondern engagiert für die Rolle des Vampirgrafen Orlok auch einen echten Vampir. Die Crew weiß nichts davon, sie hält den Vampir für einen exzentrischen Schauspieler, der “Method Acting” betreibt. Doch bald verstößt der Vampir gegen die Vereinbarung mit Murnau, bis Filmende nicht von der Filmcrew zu trinken.

Meine Meinung zum Film: nischige Hommage an einen Klassiker

Max Schreck als echter Vampir und Vampirismus als Metapher für die Filmindustrie – das ist durchaus ein interessanter Ansatz und nach dem, was ich alles über den Film gehört habe, waren meine Erwartungen an diesem sehr hoch. Leider wurden sie nicht vollständig erfüllt.

Die nachgedrehten Stummfilmszenen bringen das “Nosferatu”-Feeling sehr gut rüber. Die Schwarz-Weiß-Szenen in Kombination mit den Anweisungen des Regisseurs sind für mich das Highlight des Films.

Bezüglich Willem Dafoe als Max Schreck bzw. Graf Orlok bin ich ein bisschen zwiegespalten. Grundsätzlich spielt er ihn sehr intensiv und in vielen Szenen trifft er Graf Orloks Charakter sehr gut. Zwischendurch wirkt seine überzeichnete Darstellung auf mich aber zu stark karikierend, so dass er mich manchmal mehr an den grünen Kobold aus Spiderman als an Graf Orlok erinnert.

Wie so oft, sind die Erwartungen wichtig, mit denen man sich auf den Film einlässt: Wer einen spannenden Horrorfilm erwartet, wird wahrscheinlich enttäuscht sein. Der Film ist sehr ruhig und dialoglastig und enthält einige satirische Elemente. Spannung kommt trotz Horror-Motiven und ein paar gelungen düsteren, atmosphärischen Szenen – kaum auf. Fans des Original-Nosferatu erwarten aber dafür viele nostalgische Momente.

Fazit: eine sehr ruhige, dialoglastige Hommage an Nosferatu aus 1922, die düstere Horrorklassiker-Atmosphäre mit bissiger Satire auf das Showbiz kombiniert.

Punktebewertung 8 von 10 Punkten

Filminfos: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=2073

Underworld (USA 2003)

Originaltitel: Underworld
Regie: Len Wiseman
USA 2003

Genre: Action, Fantasy
Dauer: 121 Min
FSK: 16

Kurzinhalt:

Seit Jahrhunderten herrscht Krieg zwischen Vampiren und Werwölfen. Selene gehört zu einer Truppe Vampire, deren Job es ist, Werwölfe zur Strecke zu bringen. Als sie Zeugin wird, wie Werwölfe versuchen, einen Menschen zu entführen, will sie herausfinden, welches Interesse ihre Feinde an einem scheinbar gewöhnlichen Menschen haben und kommt einer Verschwörung auf die Spur, die ihre bisherigen Überzeugungen auf den Kopf stellt.

Meine Meinung zum Film: Matrix-Style over Substance

Die größte Stärke des Films ist die visuelle Umsetzung. Die moderne Gothic-Atmosphäre, der Matrix Style. Dazu gelungene Kameraarbeit und ein passender Soundtrack. Ja, der Film darf sich als “cool” bezeichnen.

Selene ist eine tolle, starke Protagonistin, die Badass-Mentalität mit menschlichen Gefühlen kombiniert (auch wenn ich anzweifle, ob ihr Outfit bezüglich Komfort und Kampftauglichkeit die beste Wahl ist). Sie ist der Hauptgrund, warum ich den Film gerewatched habe. Auch Michael Sheen als Werwolf Lucian gefällt mir sehr gut. Mit Bill Nightys Darstellung des Viktor kann ich hingegen wenig anfangen.

Die Vampirthematik tritt im Film in den Hintergrund. Statt Vampiren und Werwölfen könnte der Krieg genauso gut zwischen jeden anderen beliebigen verfeindeten Gruppierungen bzw. Fantasywesen stattfinden. Typische vampirische Probleme wie beispielsweise Blutdurst werden einfach ausgeklammert. Das finde ich schade, denn ich will ja einen Vampirfilm sehen und nicht einen x-beliebigen Actionfilm.

Die Lovestory zwischen Selene und Michael überzeugt nicht. Zum Glück wird sie nur am Rande angedeutet, aus meiner Sicht hätte man sie aber auch ganz weglassen können.

Die Action ist sehr schusswaffenlastig, was ich ebenfalls schade finde, da ich Nahkämpfe bevorzuge. Auch ist mir ein Großteil der Schusswechsel nicht dynamisch und abwechslungsreich genug. Einfach einen Gang entlang zu rennen (oder sich gar gleich nur gegenüberzustehen) und aufeinander zu schießen ist mir zu wenig, um einen richtig guten Actionfilm auszumachen. Auch im Finale wird Kampfkunstpotential vergeudet.

Was mich dabei besonders stört (Spoiler): Als die Peitschen geschwungen wurden, machte mein Herz einen Sprung in der Hoffnung, dass es nun endlich zu einer richtig guten Martial Arts Szene kommen würde. Umso enttäuschter war ich, wie schnell der Kampf vorbei war. Getoppt wurde das nur vom Finale: Gezogene Schwerter, Vorfreude auf einen großen, finalen, spannenden Schwertkampf und dann ist der Kampf vorbei, bevor er überhaupt erst angefangen hat. Selbst aus dem Duell Michael/Viktor hätte man noch viel mehr herausholen können.

Trotz allem war der Film jedoch unterhaltsam genug, um mich als Zuseherin bis zum Schluss bei Laune zu halten.

Fazit: ein visuell ästhetischer, ansonsten jedoch durchschnittlicher, schusswaffenlastiger Actionfilm mit cooler Protagonistin. So sehr ich Selene mag, wenn ich wieder Lust auf Vampiraction hab, greif ich jedoch lieber wieder zu Blade.

Filminfos: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=505

Dracula Untold (USA 2014)

Originaltitel: Dracula Untold
Regie: Gary Shore
USA 2014

Genre: Fantasy, Action
Dauer: 95 Min
FSK: 16

Kurzinhalt:

Um sein Volk und seine Familie vor einem übermächtigen Feind beschützen zu können, lässt sich Vlad Tepes in einen Vampir verwandeln.

Meine Meinung zum Film: Vlad, der nette Pfähler von nebenan

“Dracula Untold” ist in erster Linie ein typischer Hollywood-Blockbuster. Nicht besonders tiefgründig, aber dafür unterhaltsam und mit einigen sehenswerten Special-Effekten. Der Film richtet sich somit mehr an Fans von Superhelden-Filmen und hollywood’scher Action-Fantasy, als an Fans von klassischem Vampirhorror. Wenn du dich daran erfreuen kannst, wie Dracula in hunderte Fledermäuse zerberstet und quasi im Alleingang eine tausend Mann starke Armee nieder mäht, bist du hier richtig. Wenn du schon beim Lesen dieses Satzes die Augen verdrehst, ist der Film eher nichts für dich.

“Dracula Untold” folgt einer klaren Schwarz-Weiß-Zeichnung: Vlad Tepes wird als sympathischer, tragischer Held dargestellt, der eigentlich nur Frieden für sein Volk und seine Familie beschützen will, aber sich gegenüber die “bösen Türken” zur Wehr setzen muss. Massen-Pfählungen werden als notwendige Taktik zur Friedenserhaltung durch einen ansonsten richtig netten Kerl dargestellt. Diese Romantisierung von Vlad Tepes, bei dem es sich immerhin um eine historische Person handelt, und das Verharmlosen des Pfählens (in beiden Fällen musste ich da an das Buch “die nicht sterben” von Dana Grigorcea denken, meine Rezension zum Buch findest du hier), und dem gegenübergestellt die eindimensionale Darstellung des Sultans des osmanischen Reichs als Bösewicht, sehe ich kritisch.

Schade auch, dass der Kampf gegen den Blutdurst – dem der Geschichte nach ja eigentlich große Bedeutung zukommt – neben all der anderen Action zur Nebensache wird.

Die Schlachtszenen sind zwar nicht besonders dramatisch, aber visuell sehr schön umgesetzt, besonders wie die Fledermäuse im Kampf eingesetzt werden, ist sehenswert. Man könnte durchaus sagen: Die Fledermäuse sind die wahren Helden des Films! Aus den Nahkampfszenen hätte man hingegen noch viel mehr herausholen können.
Der Endkampf ist originell. Wie der Sultan für ein Kräftegleichgewicht mit Vlad sorgt, gefällt mir sehr gut. Allerdings gilt auch hier: Da wäre nahkampftechnisch noch so viel mehr drinnen gewesen!

Luke Evans spielt seine Rolle gut, er ist auch der einzige Schauspieler, der mir aus dem Cast in Erinnerung geblieben ist.

Was man dem Film zugute halten muss ist, dass er nicht schon wieder Draculas Geschichte einfach 1:1 wiedergibt, sondern eine eigene Origins-Story für den Grafen erfindet.

Warum ich dem Film trotz allem so eine gute Bewertung gebe? Weil ich gut unterhalten wurde und meinen Spaß daran hatte, Luke Evans zuzusehen, wie er in Fledermäuse zerberstet.

Fazit: ein kurzweiliger, bildgewaltiger, glattgebügelter Blockbuster ohne Tiefgang, aber durchaus unterhaltsam.

Filminfos: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=9211

Die letzte Fahrt der Demeter (USA 2023)

Originaltitel: Last Voyage of the Demeter
Regie: André Øvredal
USA 2023

Genre: Horror
Dauer: 118 Min
FSK: 16

Kurzinhalt:

Ein Handelsschiff erhält den Auftrag, mehrere Kisten nach England zu transportieren, ohne zu wissen, dass in einer der Kisten niemand geringeres als Dracula schlummert.

Meine Meinung zum Film: durchschnittlicher Monster-Horror auf hoher See

Ein Schiff auf hoher See mit einem mordslüsternen Vampir an Bord, von dem es kein Entkommen gibt. Diese Idee birgt großes Potential für Horror-Spannung und klaustrophobisch-düstere Atmosphäre. Diesen Erwartungen wird der Film zumindest teilweise gerecht.

Visuell ist er sehr gut umgesetzt, die Atmosphäre ist so düster wie erhofft und zwischendurch wird die beklemmende Enge unter Deck richtig toll in Szene gesetzt. Auch das Wetter hat ein paar sehenswerte Auftritte in Form von Sturm und Wellen. Die musikalische Untermalung trägt ebenfalls zur düsteren Atmosphäre bei. Auch an der schauspielerischen Leistung gibt es nichts auszusetzen. In seinen besten Momenten bietet der Film genau das, was ich mir erhofft hatte: richtig gute Hochsee-Horror-Spannung.

Dazwischen hat der Film jedoch ein paar Längen. Fast zwei Stunden ist für die dünne Handlung eben doch etwas zu lang. Typische-Horrorfilm-Logikfehler machen das ganze auch nicht besser.

Dazu kommt, dass die Geschichte nicht nur jedem Dracula-Fan bekannt ist, sondern der Ausgang zusätzlich noch zu Beginn des Films vorweggenommen und die Geschichte als Rückblick erzählt wird. Auch wenn die Filmemacher sich nicht sklavisch an die Vorlage halten und zumindest ein paar kleine Überraschungen parat haben, stört mich dieses Vorwegnehmen des Endes aus zwei Gründen: Erstens hat es keinen Mehrwert für den Film, sondern verlängert ihn nur unnötigerweise um weitere Minuten. Und zweitens liegt ein Teil der Spannung in der Regel darin, dass zumindest ein Funken Hoffnung besteht, dass die Geschichte eine überraschende Wendung nimmt – selbst wenn alles dagegen spricht. Diese Hoffnung wird durch diesen Blick in die Zukunft gleich zu Beginn zerstört. Und da Draculas Geschichte altbekannt ist, stellt man sich als Zuseher*in auch nicht die Frage, was dieses Ende ausgelöst haben könnte.

Ob einem die Darstellung von Dracula als Monster mit Fledermausflügeln gefällt, ist Geschmackssache. Ich kann damit wenig anfangen, da er wenig mit dem Bild gemein hat, das ich von Dracula habe.

Fazit: ein durchschnittlicher Horrorfilm, der mit gutem Schauspiel, düsterer Atmosphäre und einigen spannenden Momenten punkten kann, aber keinen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Filminfos: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=17405

Priest (USA 2011)

Originaltitel: Priest
Regie: Scott Stewart
USA 2011

Genre: Action, Horror
Dauer: 87 Min
FSK: 16

Kurzinhalt:

In einer dystopischen Welt widersetzt sich ein kampferprobter Priester den Anweisungen der Kirche und macht sich auf eigene Faust auf die Jagd nach Vampiren, die seine Nichte entführt haben.

Meine Meinung zum Film: Popcorn her, Hirn aus, Action an

Priest würfelt Genres und Ideen wild durcheinander: in einer Mad Max artigen dystopischen Welt treffen gottesgläubige Superkämpfer einer machtbesessenen Kirche auf bösartige Vampire, die eine bizarre Mischung aus Tier, Alien und Raketenwürmern darstellen. Die Action ist so übertrieben, wie man es aus späteren Fast & Furious Teilen kennt, Western-Duell trifft auf James-Bond’schem Kampf am fahrenden Zug mit Matrix-Style und auch die obligatorische Lovestory und Familiendrama dürfen natürlich nicht fehlen. Ob einem dieser Mix gefällt, ist Geschmackssache.

Klar, die Handlung ist flach und klischeehaft, die Charaktere sind oberflächlich, schauspielerische Glanzleistungen sucht man vergeblich, die Dialoge sind nicht der Rede wert und auch der Großteil der anderen Kritiken, die dem Film regelmäßig um die Ohren gehauen werden, sind nachvollziehbar und größtenteils gerechtfertigt. Wer anspruchsvolle Unterhaltung erwartet, ist bei Priest falsch, was bereits der Trailer deutlich macht.

Aber: Ich hatte trotzdem Spaß mit dem Film!

Es gibt zwar bessere (Vampir-)Actionfilme, aber die gebotene Action ist unterhaltsam genug für einen kurzweiligen Filmabend und visuell ansprechend inszeniert. Auch die Länge von nur knapp 90 Minuten ist angenehm.

Martial Arts Fans werden leider nicht bedient, der Fokus der Kämpfe liegt mehr auf visuellen Effekten als auf ernsthafter Kampfchoreographie und Nahkämpfe sind mal wieder zu schnell geschnitten. Die visuellen Effekte sind dafür schön anzusehen.

Fazit: ein übertriebener Action-Blockbuster mit unterhaltsamem Finale. Davon, “Blade” als meinen liebsten Vampir-Actionfilm zu entthronen, ist auch “Priest” meilenweit entfernt, aber für anspruchslose, kurzweilige Action-Unterhaltung reicht es allemal.

Punktebewertung 7 von 10 Punkten

Filminfos: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=5943

Martin (USA 1977)

Originaltitel: Martin
Regie: George A. Romero
USA 1977

Genre: Drama, psychologischer Horror
Dauer: 91 Minuten
FSK: 16

Kurzinhalt:

Martin, ein psychisch kranker junger Mann, hält sich für einen Vampir. Er tötet Frauen und trinkt ihr Blut. Sein streng religiöser und abergläubischer Cousin befeuert den Wahn.

Meine Meinung zum Film: Vampirismus aus psychologischer Sicht

“Martin” ist psychologisches Horrodrama über einen psychisch kranken jungen Mann, der – anstatt die Hilfe zu bekommen, die er benötigt – mit seinen Problemen allein gelassen, schikaniert und ausgegrenzt wird. Gleichzeitig zeigt der Film die Auswirkungen von Aberglauben. Die Absichten von Martins Cousin sind löblich, doch in dem er sturr an seinem Glauben festhält, Martin sei ein echter Vampir, den man mit Hilfe von Gott und mythologischen Hilfsmittelchen wie Knoblauch in Zaum halten kann, verschlimmert er die Situation.

Der Film wird langsam und ruhig erzählt, streckenweise zieht er sich. Gewaltszenen sind wenige vorhanden, die paar, die vorhanden sind, sind jedoch intensiv. Martins romantisierte Vampirfantasien werden in Schwarz-Weiß-Bildern eingeblendet und bilden einen starken Kontrast zur realen Gewalt.

John Amplas spielt Martin überzeugend. Trotz seiner schrecklichen Taten, empfindet man als Zuseher*in Mitleid mit dem schüchternen, einsamen Jungen, der sich des Unrechts seiner Taten nicht bewusst zu sein scheint.

Der Film wurde mit geringem Budget gedreht und man sieht dem Film sein Alter deutlich an, was jedoch nicht weiter stört.

Fazit: Eine sehr langsam und ruhig erzählte psychologische Charakterstudie bzw. Sozialstudie mit Horrorelementen, die zum Nachdenken anregt.

Punktebewertung 7 von 10 Punkten

Filminfos: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=23465

The Vourdalak – taste of blood (F 2023)

Originaltitel: Le Vourdalak
Regie: Adrien Beau
F 2023

Genre: Drama, Fantasy
Dauer: 91 Minuten
FSK: 16

Kurzinhalt:

Ein französischer Diplomat verirrt sich in Osteuropa im Wald und findet Zuflucht bei einer Familie. Vor 6 Tagen begab sich Familienoberhaupt Gorcha auf die Jagd nach einem Räuber. Vor seiner Abreise warnte er seine Familie: Falls er nicht innerhalb von 6 Tagen zurückkommt, sollen sie ihn nicht mehr in das Haus lassen, denn dann sei er nicht mehr ihr Vater, sondern ein Vourdalak (=Vampir). Am der Tag der Ankunft des Diplomaten endet die 6-Tages-Frist. Gorcha taucht auf, doch die Familienmitglieder sind sich unsicher: Ist er noch rechtzeitig zurückgekehrt, oder ist es schon ein paar Minuten zu spät?

Meine Meinung zum Film: Fokus auf Symbolik und Theatralik statt auf Grusel und Gothic-Horror

Der Film basiert auf der Geschichte “Die Familie des Wurdalak” von A. K. Tolstoi aus 1840, gibt diese jedoch nicht 1:1 wieder, sondern nimmt sich einige Freiheiten. Insbesondere das Ende wurde stark geändert und dadurch abgeschwächt.

Das ungewöhnlichste am Film ist, dass eine Figur – Familienoberhaupt Gorscha – im Gegensatz zu den restlichen Figuren nicht von einem Schauspieler, sondern von einer Marionette gespielt wird. Das ist durchaus eine originelle Idee, die Patriarchalismus-Kritik auch auf künstlerischer Ebene hervorzustreichen, hat für mich aber die Immersion zerstört. Diese vereinzelte Puppe war für mich ein genauso großer Störfaktor, wie es ein schlechtes CGI-Monster wäre. Insbesondere da ihre Lippen nicht mit dem Gesprochenen übereinstimmen (logischerweise, ist ja eine Marionette. Gestört hat es mich trotzdem). Dazu kommt, dass gerade bei der Figur des Gorscha Mimik wichtig gewesen wäre. Dass die Chance, mit der Ungewissheit, ob Gorscha noch Vater oder schon Vourdalak ist, zu spielen und dadurch eine unheimliche Atmosphäre zu schaffen, vergeben wird, finde ich schade.

Auch über die Marionette hinaus ist der Film übertrieben theatralisch und geht teilweise mehr in Richtung schwarze Komödie statt Drama. Diese Theatralik hat durchaus grotesken Charme. Insbesondere der völlig fehl am Platz wirkende gepuderte Marquis brachte mich regelmäßig zum Schmunzeln.

Spannung oder Gruselstimmung kommt trotz der an sich tragischen Handlung kaum auf. Die Geschichte wird über weite Strecken ruhig und langsam erzählt. Die übertriebene Theatralik sorgt immer wieder für schwarzhumorige-Momente.

Fazit: Eine eigenwillige, sehr theatralische Neuinterpretation eines Vampirklassikers. Durchaus interessant anzusehen. Da es nicht so häufig vorkommen, dass Vampirklassiker abseits von Dracula verfilmt werden, hätte ich mir jedoch mehr Werkstreue und eine ernsthaftere Herangehensweise gewünscht.

Punktebewertung 7 von 10 Punkten

Filminfos: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=18416

John Carpenters Vampires (USA 1998)

Originaltitel: Vampires
Regie: John Carpenter
USA 1998

Genre: Horror, Western, Action
Dauer: 108 Min
FSK: 16

Kurzinhalt:

Vampirjäger Jack Crow jagt im Auftrag der katholischen Kirche Vampire. Als sein Team von Meistervampir Valek getötet wird, sinnt Crow auf Rache und hegt den Verdacht, dass es einen Verräter in den eigenen Reihen gibt.

Meine Meinung zum Film: spannend, aber schlecht gealtert

Der Film beginnt stark mit einem spannend inszenierten Angriff der Vampirjäger auf ein Vampirnest. Dieses Spannungsniveau durchwegs bis zum Schluss zu halten, schafft der Film zwar nicht, dennoch bietet er solide Vampirhorror-Unterhaltung der härteren Sorte. Die Gewalt ist explizit, die Action gut umgesetzt, die Methoden, mit denen die Vampirjäger vorgehen, durchaus einfallsreich und Valek ein bedrohlicher Gegenspieler.

Allerdings ist der Film – wie man so schön sagt – ziemlich schlecht gealtert. Und ich rede nicht nur von den Effekten, wenn die Vampire in Flammen aufgehen, sondern vor allem von den Charakteren: Crow und sein Kollege Montoya sind unsympathische Machos, die auf Frauen und körperlich schwächere Männer herabsehen. Schwächere Männer werden herabgewürdigt und homophob beschimpft. Frauen kommen im Film im Wesentlichen nur als Vampire oder leichtbekleidete Prostituierte vor, die herablassen als “Nutten” bezeichnet werden. Der Zweck der Frauen in der Geschichte besteht darin, entweder geküsst oder geschlagen, gerettet oder getötet zu werden. Namen sind größtenteils Privilegien männlicher Nebenfiguren.

Spoiler: Selbst bei der aufgesetzt wirkenden “Liebesgeschichte” zwischen Montoya und der Prostituierten Katrina spielt ihr Wille keine Rolle. Er hat sich in sie verliebt, er küsst sie, sie lässt es leidenschaftslos über sich ergehen und sich von ihm mitschleppen.

Fazit: Ein solider, brutaler Vampirhorrorfilm mit vielen spannenden Szenen, der aber leider selbst für einen Film aus den 90ern überdurchschnittlich misogyn und homophob ist.

Punktebewertung 6 von 10 Punkten

Filminfos: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=2141

Salem’s Lot (USA 2024)

Originaltitel: Salem’s Lot
Regie: Gary Dauberman
USA 2024

Genre: Horror
Dauer: 113 Min
FSK: 16

Kurzinhalt:

Schriftsteller Ben Mears kehrt in seine Heimat, die Kleinstadt Jerusalem’s Lot (Salem’s Lot), zurück, um ein Buch zu schreiben und stellt fest, dass dort ein Vampir sein Unwesen treibt.

Meine Meinung zum Film: oberflächliche, stark komprimierte Buchverfilmung

Eines vorweg: Ich kenne die anderen Verfilmungen von Stephen Kings “Brennen muss Salem” (noch) nicht, so dass ich (noch) nicht beurteilen kann, wie die vorliegende Verfilmung im Vergleich zu diesen ist.

Die Buchvorlage habe ich gelesen und gefällt mir gut. Das Problem des Buches ist der Anfang: Dieser zieht sich, da King viel zu viel Zeit dafür aufwendet, den Ort sowie Alltag und Lebensgeschichte von gefühlt jedem Bewohner zu beschreiben.

Der Film umgeht dieses Problem des spannungsarmen Beginns, in dem er direkt mit der Action startet. Allerdings meinen es die Filmemacher mit der Komprimierung der Geschichte zu gut, was zu Lasten der Charaktere und der Atmosphäre geht. Die Folge: Die Figuren sind sehr flach. Viele sterben, bevor man eine Verbindung zu ihnen aufbauen kann. Als Zuseher*in nimmt man ihre Tode daher teilnahmslos zur Kenntnis. Auch die Handlung wirkt gehetzt und teilweise zusammengestückelt; fast so, als ob versucht wurde, die spannendsten Eckpunkte aus dem Buch aneinanderzureihen, in der Hoffnung, ein Horrorspannungsfeuerwerk zu erschaffen. Dieser Versuch gelingt nur bedingt: Es gibt zwar einige spannende Szenen, aber gerade atmosphärische Horror-Momente, von denen die Buchvorlage einige besitzt, kommen im Film zu kurz. Und so oft, wie die Charaktere vom Sonnenuntergang überrascht werden, fragt man sich als Zuseher*in irgendwann: “Warum setzt ihr eure Pläne nicht vormittags um, statt immer erst am späten Nachmittag?”

Von der Darstellung der Vampire hätte ich mir mehr erwartet. Vor allem der Vampiranführer wirkt bei weitem nicht so bedrohlich, wie erhofft.

Inhaltlich nimmt der Film einige Änderungen gegenüber der Buchvorlage vor. Dies scheint in erster Linie dem Versuch geschuldet, einerseits die Geschichte zu komprimieren und andererseits durch Einführung einer zusätzlichen Gefahr die Spannung hoch zu halten.

Bezüglich des geänderten Finales bin ich zwigespalten: Inhaltlich überzeugt es mich nicht, visuell ist es aber – insbesondere mit dem fortschreitenden Sonnenuntergang als Bedrohung – schön umgesetzt.

Auch wenn der Film einige Schwächen hat und der Buchvorlage nicht gerecht wird, war er trotzdem spannend genug, um mich bis zum Ende zu unterhalten. Wenn man jedoch anfängt, den Film mit dem Buch zu vergleichen, vermiest man sich damit den Filmabend sehr schnell.

Fazit: Sofern man den Vergleich mit der Buchvorlage außer Acht lässt, ist „Salem’s Lot“ ein durchschnittlicher Vampirhorrorfilm mit ein paar gelungenen Horrorszenen, der aber die Handlung zu schnell voranpeitscht, was zu Lasten von Atmosphäre und Charakteren geht. Kein Film der in Erinnerung bleibt, aber als einmaliger filmischer Zeitvertreib ausreichend spannend.

Punktebewertung 6 von 10 Punkten

Filminfos: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=19663

Vampire Nation (USA 2010)

Originaltitel: Stake Land
Regie: Jim Mickle
USA 2010

Genre: Horror, Dystopie
Dauer: 98 Minuten
FSK: 18

Kurzinhalt:

In einer postapokalyptischen Welt, die von zombieartigen Vampiren überrannt wurde, schlagen sich ein Mann und sein jugendlicher Schützling durch ein zerfallenes Amerika Richtung Norden durch, um den angeblich sicheren Ort “New Eden” zu erreichen.

Meine Meinung zum Film: ein Vampirfilm für Zombiefans

Die größte Stärke von “Vampire Nation” ist die trostlose, düstere, postapokalyptische Stimmung. Diesbezüglich kann der Film trotz niedrigem Budget mit Dystopie-Blockbustern lockern mithalten.

Der Film beginnt schnell und wirft den Zuseher sofort mitten in das Geschehen. Dieses Tempo wird jedoch nicht lange aufrecht erhalten. Es gibt eine Vielzahl sehr ruhiger Passagen, häufig mit bedrückendem Voice Over des jugendlichen Erzählers.

Die Vampire schauen trotz Fangzähnen nicht nur aus wie Zombies, sie verhalten sich auch so. Im Wesentlichen sind die hirn- und seelenlose, teilweise verweste lebende Leichen, die Menschen zerfetzen. Da sie in der Sonne verbrutzeln, geht von ihnen im Vergleich zu Zombies jedoch nur nachts Gefahr aus. Um diesen Nachteil auszugleichen, gibt es neben den Vampiren auch eine “Bruderschaft”, eine landesweit operierende Gruppierung religiöser Fanatiker, deren Anführer mit den Hauptfiguren eine persönliche Rechnung offen hat und ihren Tod herbeiführen möchte. Leider wird dieser Handlungsstrang nicht konsequent verfolgt und tritt zwischendurch zu stark in den Hintergrund.

Fazit: eine eher ruhige, durchschnittliche postapokalyptische Dystopie. Atmosphärisch, hart, aber hat für mich mehr Zombiefilm-Feeling als Vampirfilm-Feeling.

Punktebewertung 6 von 10 Punkten

Filminfos: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=6817

Ganja & Hess (USA 1973)

Originaltitel: Ganja & Hess
Regie: Bill Gunn
USA 1973

Genre: Drama, Arthouse
Dauer: 113 Minuten
FSK: 16

Kurzinhalt:

Der Anthropologe Dr. Hess Green, der zu einer antiken afrikanischen Kultur von Bluttrinkern forscht, wird von seinem psychisch labilen Assistenten mit einem uralten zeremoniellen Dolch erstochen und erwacht als Untoter zu neuem Leben – unsterblich, aber mit unstillbarem Blutdurst. Als die Ehefrau seines Assistenten, Ganja, auf der Suche nach ihrem verschwundenen Gatten auftaucht, verliebt sich Hess in sie.

Meine Meinung zum Film: Kunstfilm statt Unterhaltung

Auch wenn “Ganja & Hess” häufig als Horrorfilm beworben ist, ist er generell mehr Kunstfilm als Unterhaltungsfilm. Die Geschichte von Hess & Ganja wird in nicht zusammenhängenden Szenen erzählt, was eine Vielzahl von Fragen zur Handlung und den Beweggründen der Charaktere aufwirft. Ausgerechnet die Szenen, die mich am meisten interessiert hätten, werden leider übersprungen. Diese sehr freie Erzählweise mag originell sein, macht es aber auch anstrengend, den Film anzusehen. Trotz des langsamen Tempos enthält der Film ein paar sehr intensive Momente, jedoch nicht genug, um so etwas wie Spannung aufzubauen. Interessant ist die Behandlung von Themen wie Rassismus, Religion und afrikanischer Kultur, toll sind die Filmmusik und natürlich Marlene Clark als Ganja.

Fazit: ein interessanter, aber auch unzugänglicher Arthouse Film für Fans experimenteller Erzählungen. Am besten gefallen mir die Musik und Ganja. Insgesamt ist mir der Film aber viel zu langatmig.

Punktebewertung 6 von 10 Punkten

Filminfos: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=23466

Jakob’s Wife – meine Frau, der Vampir (USA 2021)

Originaltitel: Jakob’s Wife
Regie: Travis Stevens
USA 2021

Genre: Horror-Komödie
Dauer: 99 Min
FSK: 16

Kurzinhalt:

Anne führt ein langweiliges Leben als brave Pfarrersfrau, bis sie eines Nachts von einem Vampir gebissen wird. Fortan hat sie nicht nur mit ihrem Blutdurst zu kämpfen, sondern entwickelt auch neues Selbstbewusstsein. Für ihren Mann ist beides ein Schock.

Meine Meinung zum Film: Vampirismus als Ehetherapie

Das richtige Verhältnis zwischen Grusel, Spannung und Humor zu finden, ist für Horror-Komödien häufig schwierig und auch Jakob’s Wife tut sich damit schwer: Nicht spannend oder gruselig genug für Horror, nicht witzig genug für eine Komödie. Es gibt durchaus ein paar nett anzusehende Splatterszenen, die nostalgische Erinnerungen an 80er-Jahre Horror-Filme aufkommen lassen und ein paar humorvolle Szenen, für mehr als durchschnittliche TV-Unterhaltung reicht es aber nicht.

Annes Persönlichkeitsentwicklung vom grauen Kirchenmäuschen zur selbstbewussten Frau wird zu kurz und zu oberflächlich behandelt. Statt auf ihrer Persönlichkeitsentwicklung liegt der Fokus des Films mehr auf Jakob und darauf, welche Auswirkungen die Verwandlung seiner Frau auf ihn hat. Trotz sehr offensichtlicher äußerlicher Veränderung und etwas dezenterer innerer Entwicklung wirkt Anne bis zuletzt weniger wie die Protagonistin des Films, sondern bleibt bloß “Jakob’s Frau”, was die “female empowerment”-Message untergräbt.

Und ansonsten? Die schauspielerische Leistung ist gut, die Chemie zwischen Anne und Jakob passt, wenig anfangen konnte ich hingegen mit der Darstellung des “Master”-Vampirs.

Fazit: eine durchschnittliche Horrorkomödie, die ausgerechnet an der Umsetzung der beabsichtigten feministischen Botschaft scheitert. Für einen netten Fernsehabend reicht es, für mehr nicht.

Punktebewertung 6 von 10 Punkten

Filminfos: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=15112

Carmilla – Führe uns nicht in Versuchung (UK 2019)

Originaltitel: Carmilla
Regie: Emily Harris
UK 2019

Genre: Drama, Romanze
Dauer: 94 Min
FSK: 16

Kurzinhalt:

Die 15-jährige Lara führt ein abgeschiedenes, behütetes Leben mit ihrem Vater und ihrer strengen Gouvernante. Als ihr Vater vorübergehend ein geheimnisvolles Mädchen aufnimmt, das vor dem Familiengut mit einer Kutsche verunglückt ist, entwickelt Lara Gefühle für diese – sehr zum Missfallen der Gouvernante, die schnell das Böse in der Fremden vermutet.

Meine Meinung zum Film: blutleere Neuinterpretation eines Klassikers

Wer eine originalgetreue Verfilmung der berühmten Vampirnovelle “Carmilla” von Sheridan Le Fanu aus 1872 erwartet, wird enttäuscht werden. Die Handlung ist zwar an die Novelle angelehnt, der Film nimmt jedoch einige inhaltliche Änderungen vor.

Der Vampiraspekt wird in den Hintergrund gerückt und der Fokus stattdessen auf das Verhältnis der drei Hauptfiguren – Lara, ihre Gouvernante und Carmilla – gelenkt. Die Hauptelemente des Films sind Laras Unterdrückung durch die Gouvernante, die Dämonisierung jeglicher Form der “Andersartigkeit” durch die Gouvernante, die Gefährdung ihres Einflusses auf Lara durch die unangepasste Carmilla und das Erwachen von Laras Sexualität.

Für den Zuseher stellt sich dabei bald die Frage: Ist Carmilla tatsächlich eine Vampirin, die Laras Leben gefährdet oder sind die Anzeichen, die dafür sprechen Zufall und startet die Gouvernante eine abergläubische Hexenjagd gegen eine unschuldige junge Frau?

Die Geschichte wird sehr ruhig und langsam erzählt, mit vielen langen Kameraeinstellungen. Die Schauspielleistung ist zwar in Ordnung, aber nicht beeindruckend genug, um über die vielen langatmigen Stellen hinweg zu retten.

Fazit: Eine sehr freie, aus feministischer Sicht durchaus interessante Interpretation von Sheridan Le Fanus Novelle, die jedoch leider viel zu langatmig geraten ist. Für einen Vampirfilm außerdem zu blutleer.

Punktebewertung 6 von 10 Punkten

Filminfos: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=22856

Begierde (USA 1983)

Originaltitel: The Hunger
Regie: Tony Scott
USA 1983

Genre: Drama, Horror
Dauer: 97 Min
FSK: 16 (früher: FSK 18)

Kurzinhalt:

Vampirin Miriam leidet unter Einsamkeit: Sie ist die letzte ihrer Art und die Verwandlung von Menschen ist nicht so endgültig, wie erhofft. Als ihr aktueller Ehemann nach ein paar Jahrhunderten dem Tode nah ist, begibt sie sich auf die Suche nach einer Nachfolgerin. Ihre Wahl fällt auf die Ärztin Sarah, die der Entschlüsselung des ewigen Lebens auf der Spur ist.

Meine Meinung zum Film: Wird der Buchvorlage nicht gerecht

“Begierde” ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Whitley Strieber aus 1981, allerdings weicht der Film an vielen Stellen von der Buchvorlage ab. Sogar das Ende wurde abgeändert. Grundsätzlich spricht nichts dagegen, eine Buchvorlage frei zu interpretieren, das Problem mit dieser Verfilmung ist, dass sie weder als Buchverfilmung, noch als eigenständiges Werk funktioniert.

Das Kernelement des Romans, der “Hunger” (nicht nur wortwörtlich als Hunger nach Blut, sondern auch im metaphorischen Sinn, als Hunger nach Liebe, Macht, etc) wird völlig aufgeweicht, sowohl Horror als auch Sex werden stark reduziert (wen die sexuelle Gewalt in der Buchvorlage stört, darf sich zumindest freuen, dass auch diese im Film wegfällt). Am drastischsten ist aber die Abänderung des Endes, die zu einer völligen Verschiebung der Kernaussage der Geschichte führt.

Visuell ist der Film durchaus interessant, wenn auch teilweise zu bemüht auf “stylisch” bzw. “arthouse” getrimmt. Der musikalischen Untermalung stehe ich zwiegespalten gegenüber: teilweise ist sie gelungen, teilweise empfand ich sie als nervig. Spannung kommt keine auf, auch die Umsetzung der Erotik enttäuscht und die Dramatik ist zu melodramatisch inszeniert, um sie ernst zu nehmen. Auch ist die Geschichte nicht besonders gut aufbereitet; mein Mann, der die Buchvorlage nicht kennt, fand den Film unlogisch.

Positiv hervorzuheben ist hingegen die Besetzung von Miriam mit Catherine Deneuve und Sarah mit Susan Sarandon. Beide passen perfekt zur Rolle und die Chemie zwischen ihnen stimmt. Leider können auch sie den Film nicht retten.

Fazit: Visuell durchaus einfallsreich umgesetzt, abgesehen davon aber eine langatmige Enttäuschung, die der Buchvorlage nicht gerecht wird.

Punktebewertung 5 von 10 Punkten

Filminfos: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=16847

2. Filmkritiken – Filme vor 1960

Wie bereits in meiner Filmkritikenjahresübersicht 2025 habe ich die Filme aus den Anfängen der Vampirfilmgeschichte aus dem vorstehenden Ranking herausgenommen, da ich es schwierig finde, derart alte Filme mit den selben Maßstäben zu beurteilen wie die aktuellen und mit diesen in Konkurrenz zu setzen. Daher bekommen sie auch heuer einen Extraplatz in meiner Aufzählung. Sortiert sind die Filme ebenfalls nach meinem Geschmack, beginnend mit dem Film, der mir am besten gefällt.

Dracula’s Daughter (USA 1936)

Originaltitel: Dracula’s Daughter
Regie: Lambert Hillyer
USA 1936

Genre: Horror
Dauer: 71 Min

Kurzinhalt:

Nach Draculas Tod sucht seine Tochter, Gräfin Marya Zaleska, nach einer Möglichkeit, sich vom Fluch des Vampirismus zu befreien, doch unterliegt dem Verlangen nach Blut. Währenddessen untersucht Dr. Garth, ein Freund des wegen Mordes an Graf Dracula verhafteten Prof. Van Helsing, ungewöhnliche Todesfälle, die die von Van Helsing beschriebenen Bissspuren aufweisen.

Meine Meinung zum Film: eine interessante Fortsetzung eines Klassikers, die einen eigenen Weg geht

“Dracula’s Tochter” setzt unmittelbar dort an, wo “Dracula” aus 1931 (Meine Filmkritik zu Dracula (Regie: Tod Browning, USA 1931) findest du hier) endet: ein paar Minuten nach Draculas Hinrichtung. Edward Van Sloan, der schon in der 31er Verfilmung Professor Van Helsing spielte, übernimmt erneut diese Rolle und wird gleich zu Beginn wegen des Mordes an Graf Dracula verhaftet.

Draculas Tochter, Gräfin Marya Zaleska, sieht im Tod ihres Vaters ihre Chance, ihr Leben fortan ohne seinen Einfluss so zu leben, wie sie möchte. Gloria Holden spielt die Gräfin mit distanzierter Eleganz, starker Präsenz, einer Brise Mysterium und starrem Blick. Im Gegensatz zu ihrem Vater, fällt es der Gräfin anfangs schwer, ihre vampirische Natur zu akzeptieren: Sie hadert mit ihrem Blutdurst und träumt davon, ein normales Leben zu führen. Anstatt als Monster wird sie als tragische Figur dargestellt, die ihrer vampirischen Natur gegen ihren Willen unterworfen ist. Sie ist der mit Abstand interessanteste Charakter im Film und trägt diesen.

Unter den Nebenfiguren finde ich Dr. Garth’s Sekretärin Janet am interessantesten. Eine quirlige, junge Frau, die zwar nur wenige Auftritte hat, aber für einige humorvolle Momente verantwortlich ist.

Gut gefällt mir auch die Nebenstory um den Diener der Gräfin, der gegen Ende der Geschichte eine entscheidende Rolle spielt.

Der Film spielt größtenteils in Whitby und ist sehr dialoglastig. Gruselstimmung kommt kaum auf. Im Mittelpunkt steht die Suche der Gräfin nach einer Heilung, eine Suche, die sie zu Dr. Garth führt, von dem sie sich Hilfe erhofft und an dem sie bald ein darüber hinausgehendes Interesse entwickelt. Diesen Fokus auf den inneren Kampf der Vampirin finde ich für einen Vampirfilm aus den 1930er Jahren sehr interessant.

Während in der Dracula Verfilmung aus 1931 noch strikt darauf geachtet wurde, jegliche Szenen, die irgendwie in Richtung Homosexualität interpretiert werden könnten zu verhindern (Spoiler:so durfte Dracula Renfield nicht beißen), gibt es in der Fortsetzung vereinzelte subtile homoerotische Andeutungen.

Fazit: zwar nicht besonders atmosphärisch, aber hinsichtlich der behandelten Themen ein sehr interessanter Vampirklassiker mit einer tollen Vampirin.

Filminfos: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=23130

Vampyr – Der Traum des Allan Gray (D 1932)

Originaltitel: Vampyr
Regie: Carl Theodor Dreyer
D 1932

Genre: Horror
Dauer: 72 Min

Kurzinhalt:

In einem Gasthaus wird Allan Gray mit mysteriösen Geistererscheinungen konfrontiert. Er geht den Erscheinungen nach und landet in einem Schloss, in dem eine der beiden Töchter des Schlossbesitzers unter einer unbekannten Krankheit leidet. Ein altes Buch bringt Gray auf die Spur einer Vampirin.

Meine Meinung zum Film: surrealer Albtraum

“Vampyr” ist eine ungewöhnliche Mischung aus Stummfilm und Tonfilm: Viel Musik, wenig Sprache, und immer wieder Unterbrechungen durch Texteinblendungen.

Highlight ist die Kameratechnik. Mit Licht- und Schattenspielen, Reflexionen, Einsatz von Filtern, Reverse-Effekt und anderen Kameratricks wird eine überraschend unheimliche, surreale Atmosphäre erschaffen. Im Gegensatz zur atmosphärischen Kameraarbeit wirkt die Musik schon fast ein bisschen undramatisch. Musikalisch hätte man die Spannung sicher steigern können.

Die Geschichte an sich ist grundsätzlich sehr einfach, aufgrund der Art, wie sie im Film umgesetzt wird und durch die surrealen Elemente und Traumfrequenzen, wirkt sie teilweise jedoch etwas wirr und unausgegoren. Interessant anzusehen ist der Film dennoch.

Fazit: ein ungewöhnlicher Filmklassiker, der vor allem aufgrund unheimlich-surrealer Atmosphäre und experimenteller Kameraarbeit einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Filminfos: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=8894

3. Hinweis zu den Filmkritiken

Ich habe sämtliche Filme selbst gekauft und ich erhalte keinerlei Gegenleistung für diese Rezensionen. Ich habe keinen Auftrag zur Rezensionserstellung erhalten und habe keine Kooperation mit an der Filmproduktion beteiligten Personen, Filmverleih oder der Filmwebsite uncut.at und stehe mit diesen auch in sonst keiner Verbindung.

4. Lust, über einen der Filme zu reden?

Kennst du einen oder mehrere der Filme? Wie gefällt er oder gefallen sie dir?

Wenn du Lust hast, über die FIlme zu reden, schreib mich einfach auf Social Media an. Egal ob per DM, in den Kommentaren zu einem meiner Beiträge oder als dein eigener Beitrag (tagg‘ mich einfach, damit ich ihn nicht überseh‘) – ich freu mich schon auf die Diskussion. Du findest mich auf Instagram (https://www.instagram.com/domi.caella_schreibt/) und Mastodon (https://literatur.social/@domi_caella_vampirautorin).

[Stand/zuletzt ergänzt: 19.5.2026]

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