Vampirfilmkritiken Teil 2: 52 Vampirfilme sortiert nach Bewertung

Seit meinem letzten Vampirfilmkritiken-Sammelposting aus Dezember 2025 habe ich wieder einige Vampirfilme bewertet. Meine Kurz-Meinung zu den Filmen, die ich teilweise heuer, teilweise letztes Jahr gesehen habe (Ja, ich hinke mit den Kritiken manchmal etwas hinterher), findest du in diesem Blogartikel.

Da meine Erwartungen an moderne Filme andere sind als beispielsweise an Filme aus den 70ern oder gar Filme aus dem Beginn des Filmzeitalters, habe ich die Filmkritiken bzw. Rankings in 3 Abschnitte geteilt: moderne Filme (ab 1990), Filme aus den 60ern bis 80ern und die ganz alten Filme.

Sortiert sind die Filme innerhalb der der 3 Abschnitte nach Bewertung, beginnend mit dem Film, der mir am besten gefallen hat. Dieser Artikel ist “work in progress”. Immer wenn ich einen weiteren Vampirfilm gesehen habe, füge ich die Kurzkritik hier ein. Es lohnt sich somit, immer wieder mal vorbeizuschauen.

Bei allen Filmen verlinke ich zu den entsprechenden Beiträgen auf unterschiedlichen Film-Bewertungsplattformen, damit du dir bei Interesse auch die Meinungen anderer Filmfans durchlesen kannst. Ausserdem verlinke ich zu einer Trigger-Datenbank, für den Fall, dass es Themen gibt, die du in Filmen lieber nicht sehen willst.

Eine Übersicht über alle auf meinem Vampirblog vorgestellten Filme sortiert nach Erscheinungsjahr findest du hier: Vampirfilm-Übersicht.

Übersicht

  1. Filme ab 1990
  2. Filme 1960 bis 1989
  3. Filme vor 1960
  4. Hinweis zu den Filmkritiken
  5. Lust, über einen der Filme zu reden?

1. Filme ab 1990

Filme ab 1990 – Übersicht

Filme ab 1990 – Filmkritiken

Daybreakers (USA/AUS 2009)

Filmdaten:

Originaltitel: Daybreakers
Regie: Michael & Peter Spierig
USA/AUS 2009

Genre: Sci-Fi, Dystopie, Thriller
Dauer: 98 Min
FSK: 16

Kurzinhalt:

Vampire herrschen über die Welt. Die Menschheit ist fast vollständig ausgerottet, die wenigen Überlebenden werden systematisch gejagt. Die Vampire sind auf Menschenblut angewiesen: trinken sie zu lange keines, werden sie zu degenerierten, kannibalischen Monstern, die eine Gefahr für die zivilisierten Vampire darstellen. Die Erforschung eines Blutersatzstoffes ist gescheitert, die Blutreserven werden knapp, die Vampirgesellschaft steht kurz vor dem Zusammenbruch. Wissenschaftler Edward, ein Vampir wider Willen, sucht nach einer Möglichkeit, sowohl das Ernährungsproblem zu lösen, als auch die Menschen vor dem Aussterben zu retten.

Meine Meinung zum Film: ein erfrischend anderer Vampirfilm – modern, düster, beklemmend, gesellschaftskritisch

Die in “Daybreakers” präsentierte Welt ist so, wie ich es von einer guten Dystopie erwarte: düster, brutal und hoffnungslos. Kapitalismus, Ressourcenknappheit, Verteilungsungerechtigkeit, Machtmissbrauch durch Konzerne – all dies wird überzeugend auf die Vampirgesellschaft umgelegt.

Gut gefällt mir auch, wie die Vampire den technologischen Fortschritt zu ihrem Vorteil nutzen und beispielsweise ganze Städte und Fahrzeuge anpassen, um sich vor Sonnenlicht zu schützen.

Ruhige, dialoglastige Abschnitte wechseln sich mit Action ab, die Spannung kann dennoch durchgehend gehalten werden. Die dargestellte Gewalt ist hart, ohne übertrieben zu wirken. Ethan Hawke spielt den moralisch zweifelnden Vampir überzeugend, auch an den anderen Schauspielleistungen gibt es nichts auszusetzen.

Natürlich gibt es vereinzelte Logiklöcher, insbesondere eine Entwicklung wirkt etwas an den Haaren herbeigezogen, dies tut dem Unterhaltungswert des Films jedoch keinen Abbruch. Gelungen finde ich auch das Finale, in dem nicht nur die gesamte Situation eskaliert, sondern dieses auch mit einem originellen Twist aufwartet.

Fazit: eine originelle, düstere Dystopie, die Vampirismus von jeglichem Glamour befreit und die Spannung bis zum Schluss halten kann.

Punktebewertung 10 von 10 Punkten
Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=5245
Letterboxd.com: https://boxd.it/1EnA
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/21273
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0433362/?ref_=fn_t_1

Bliss – Trip in die Hölle (USA 2019)

Filmdaten:

Originaltitel: Bliss
Regie: Dora Madison, Tru Collins, Rhys Wakefield
USA 2019
Genre: Horror, Splatter
Dauer: 80 Minuten
FSK: 18

Kurzinhalt:

Um eine Malblockade zu überwinden, greift Künstlerin Dezzy zu Drogen. Die Folgen sind verheerend.

Meine Meinung zum Film: Kunst meets Splatter

“Bliss” reduziert das Vampirfilmgenre auf seine Essenz: Blut und Sucht. Denn nichts anderes ist Vampirismus als die Sucht nach bzw. Abhängigkeit von Blut.

Der Film ist wild, laut, chaotisch-wirr, anstrengend und unangenehm intensiv. Als Zuseher*in wird man in einen radikalen Strudel aus Sex, Drogen, Musik, Wahnsinn und Blut gezogen, der in einem Splatterfeuerwerk der Extraklasse endet.

Der minimalistische, sich teilweise wiederholende Inhalt ist dabei nebensächlich (obwohl er viel Interpretationsspielraum bietet). Es geht weniger darum, was im Film passiert, sondern darum, wie er sich anfühlt. Die Kameraarbeit, die Soundeffekte, die Musik, die Farbgestaltung, alles ist kompromisslos darauf ausgerichtet, die Zuseher*innen den Rausch- und Wahnzustand der Protagonistin am eigenen Leib spüren zu lassen. Das ist nicht angenehm, aber es erreicht eine Intensität wie selten ein Film.
Lob verdient auch Dora Madison Burge als völlig kaputte Dezzy.

Fazit: ein audiovisuell eindrucksvoller, sehr intensives Drogen- & Splatterspektakel abseits des Mainstreams. Tipp: Auf einer großen Leinwand in absoluter Dunkelheit mit einer Surround-Anlage anschauen.

Punktebewertung 9 von 10 Punkten
Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=13795
Letterboxed.com: https://boxd.it/lAok
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/36982
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt9026524/?ref_=fn_t_5

The Addiction (USA 1995)

Filmdaten:

Originaltitel: The Addiction
Regie: Abel Ferrara
USA 1995

Genre: Arthouse, Horror-Drama
Dauer: 82 Min
FSK: 16

Kurzinhalt:

Die moralischen Vorstellungen einer Philosophiestudentin werden über den Haufen geworfen, als sie von einer Vampirin gebissen wird und als Folge plötzlich dem Verlangen nach Blut unterliegt.

Meine Meinung zum Film: Philosophie des moralischen Verfalls

Visuell ist der Film wunderschön umgesetzt mit Schwarz-Weiß-Bildern. Gedreht wurde an Original-Schauplätzen, wodurch sich ein authentisches New York Flair ergibt.

Besonderes Lob verdient die Hauptdarstellerin, Lili Taylor, für ihr intensives Schauspiel. Auch Christopher Walken hinterlässt trotz nur kurzem Auftritt einen tiefen Eindruck.

Die Frage nach Gut und Böse, Abhängigkeit, Schuld und Erlösung spielen eine wesentliche Rolle, wobei der Film mit seinen Botschaften nicht gerade subtil vorgeht.

Der Film ist ruhig und langsam inszeniert. Er ist sehr dialog- und monologlastig, viele Szenen werden von der Stimme der Protagonistin aus dem Off begleitet.

Da teilweise sehr leise gesprochen wird, fand ich den Film akustisch streckenweise schwer zu verstehen und war zwischendurch auf Untertitel angewiesen. (Ich habe den Film auf Englisch gesehen)

In starkem Kontrast zur ruhigen Inszenierung steht die dargestellte harte Gewalt.

Das Finale ist das Highlight des Films, nur mit dem endgültigen Ende bin ich nicht glücklich.

Mehrmals werden echte Fotos historischer Gräueltaten (die im Film Teil einer Ausstellung sind) eingeblendet. Dies schafft einerseits eine bedrückende Atmosphäre, die härter ist als gespielte Gewalt je sein kann. Andererseits wirft die Verwendung echter, historischer Fotos von Toten bzw. Massenmord in einem Unterhaltungsfilm moralische Fragen auf. Mir wäre der Verzicht auf diese Realitätsbezüge lieber gewesen. Nicht nur aus Respekt gegenüber den Opfern, sondern auch, da so die Gefahr der Relativierung der realen Gewalt durch (absichtliche) Missinterpretation des Filmes besteht.

Fazit: Ein interessanter, toll gespielter, sehr dialoglastiger Film, der Arthouse und Philosophie mit blutigem Horrordrama verbindet und lange nachhallt.

Punktebewertung 8 von 10 Punkten
Filminfos:

Letterboxd: https://letterboxd.com/film/the-addiction/
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/76225
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0112288/?ref_=fn_t_2

Blade 2 (USA 2002)

Filmdaten:

Originaltitel: Blade 2
Regie: Guillermo del Toro
USA 2002

Genre: Action, Horror
Dauer: 108 Minuten
FSK: 18

Kurzinhalt:

Vampirjäger Blade muss sich wider Willen mit den Vampiren zusammenschließen, um gegen einen gemeinsamen Feind zu kämpfen: eine neue, viel gefährlichere Vampirrasse.

Meine Meinung zum Film: der zweitbeste Vampir-Actionfilm nach Blade 1

Teil 1 kann die Fortsetzung zwar nicht das Wasser reichen, dennoch bietet sie sehr gute Actionunterhaltung: stylische Kämpfe, viel Action und Blade ist nach wie vor die coolste Personifizierung von „Harte Schale, weicher Kern“.

Wie es bei Fortsetzungen üblich ist, bietet der Film vor allem “mehr”: mehr Gegner, mehr Verbündete, mehr Kämpfe, mehr Gefahr. Nur beim Blut wurde leider gespart. Es gibt zwar viel Gewalt, aber Blut fließt verhältnismäßig wenig. Das finde ich schade, da die rote Farbe für mich wesentlicher Teil der Vampir-Ästhetik ist. Wenn ich an die kultige Anfangsszene aus Teil 1 denke (Stichwort “Blutdusche”), werde ich ganz nostalgisch.

Auch mit dem neuen Widersacher kann ich etwas weniger anfangen als mit Frost aus Blade 1. Der Neue ist zwar gefährlicher, allerdings weniger charismatisch.

Fazit: mit viel Action und gut choreographierten Kämpfen wird auch Blades 2. Auftritt Fans des Vampirjägers mehr als zufriedenstellen.

Punktebewertung 8 von 10 Punkten
Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=33
Letterboxd.com: https://boxd.it/1agO
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/8941
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0187738/?ref_=fn_t_1

weitere Filmkritiken zur Reihe:

Zur Filmkritik zu Blade

Zur Filmkritik zu Blade Trinity

5 Zimmer Küche Sarg (NZ 2014)

Filmdaten:

Originaltitel: What We Do in the Shadows
Regie: Jemaine Clement, Taika Waititi
Neuseeland 2014

Genre: Komödie
Dauer: 86 Min
FSK: 12

Kurzinhalt:

Eine Mockumentary über eine Vampir-WG

Meine Meinung zum Film: Gelungene Vampir-Comedy im Mockumentary-Format

Nachdem ich vor kurzem die erste Staffel der auf dem Film basierenden Serie gesehen habe (und liebe!), wollte ich natürlich unbedingt auch den zugrunde liegenden Film anschauen. Dieser hält, was er verspricht: Trockener Humor, charmant-exzentrische Charaktere und ein sehr humorvolles Spiel mit Klischees über WG-Alltag, Vampire, Werwölfe und mehr. Das einzige Problem ist der fehlende Spannungsbogen, der sich aus dem Mockumentary-Format ergibt. Der Film macht Spaß, plätschert allerdings inhaltlich ohne Höhepunkt vor sich hin, was bei einem abendfüllenden Film mehr auffällt, als bei kurzen Folgen einer Serie. Auch empfehle ich jedem, den Film im englischen Original zu sehen, denn die deutsche Synchronisation ist gewöhnungsbedürftig.

Fazit: Gelungene Vampir-Comedy, mit wunderbar trockenem Humor, aber als Serie funktioniert das Mockumentary-Format besser.

Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=9404
Letterboxd.com: https://boxd.it/7eQy
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/792983
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt3416742/?ref_=fn_t_2

Shadow of the Vampire (USA 2000)

Filmdaten:

Originaltitel: Shadow of the Vampire
Regie: E. Elias Merhige
USA 2000

Genre: Horror-Drama, Satire
Dauer: 92 Min
FSK: 12

Kurzinhalt:

Regisseur Murnau will den realistischsten Horrorfilm aller Zeiten drehen. Zu diesem Zweck dreht er nicht nur an originalen Drehorten, sondern engagiert für die Rolle des Vampirgrafen Orlok auch einen echten Vampir. Die Crew weiß nichts davon, sie hält den Vampir für einen exzentrischen Schauspieler, der “Method Acting” betreibt. Doch bald verstößt der Vampir gegen die Vereinbarung mit Murnau, bis Filmende nicht von der Filmcrew zu trinken.

Meine Meinung zum Film: nischige Hommage an einen Klassiker

Max Schreck als echter Vampir und Vampirismus als Metapher für die Filmindustrie – das ist durchaus ein interessanter Ansatz und nach dem, was ich alles über den Film gehört habe, waren meine Erwartungen an diesem sehr hoch. Leider wurden sie nicht vollständig erfüllt.

Die nachgedrehten Stummfilmszenen bringen das “Nosferatu”-Feeling sehr gut rüber. Die Schwarz-Weiß-Szenen in Kombination mit den Anweisungen des Regisseurs sind für mich das Highlight des Films.

Bezüglich Willem Dafoe als Max Schreck bzw. Graf Orlok bin ich ein bisschen zwiegespalten. Grundsätzlich spielt er ihn sehr intensiv und in vielen Szenen trifft er Graf Orloks Charakter sehr gut. Zwischendurch wirkt seine überzeichnete Darstellung auf mich aber zu stark karikierend, so dass er mich manchmal mehr an den grünen Kobold aus Spiderman als an Graf Orlok erinnert.

Wie so oft, sind die Erwartungen wichtig, mit denen man sich auf den Film einlässt: Wer einen spannenden Horrorfilm erwartet, wird wahrscheinlich enttäuscht sein. Der Film ist sehr ruhig und dialoglastig und enthält einige satirische Elemente. Spannung kommt trotz Horror-Motiven und ein paar gelungen düsteren, atmosphärischen Szenen – kaum auf. Fans des Original-Nosferatu erwarten aber dafür viele nostalgische Momente.

Fazit: eine sehr ruhige, dialoglastige Hommage an Nosferatu aus 1922, die düstere Horrorklassiker-Atmosphäre mit bissiger Satire auf das Showbiz kombiniert.

Punktebewertung 8 von 10 Punkten
Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=2073
Letterboxd.com: https://boxd.it/1Vb2
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/21064
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0189998/?ref_=fn_t_1

Blood Red Sky (D 2021)

Filmdaten:

Originaltitel: Blood Red Sky
Regie: Peter Thorwarth
D 2021

Genre: Action, Horror
Dauer: 123 Minuten
FSK: 16

Kurzinhalt:

Nadja und ihr zehnjähriger Sohn Elias befinden sich auf einem Nachtflug nach Amerika, als Terroristen die Kontrolle über das Flugzeug übernehmen. Um es mit den Entführern aufnehmen und ihren Sohn beschützen zu können, muss Nadja ihre vampirischen Kräfte entfesseln, trotz der Gefahr des Kontrollverlusts.

Meine Meinung zum Film: banaler Entführungs-Actionthriller trifft blutiger Vampirhorror trifft emotionales Familiendrama

“Blood Red Sky” beginnt als durchschnittlicher Flugzeug-Entführungsfilm, entwickelt sich aber in einen gelungenen Vampirhorrorfilm mit reichlich Action und harter Gewalt.

Das was den Film besonders macht, ist die emotionale Darstellung der Beziehung zwischen Nadja und ihrem Sohn, Elias bedingungslose Liebe und Nadjas innerer Kampf gegen ihre Vampirnatur: Um gegen die Terroristen eine Chance zu haben, muss sie ihre vampirischen Kräfte nutzen, doch wenn sie die Kontrolle über ihre menschliche Seite verliert, stellt sie auch eine Gefahr für Elias und die anderen Passagiere dar. Diese innere Zerrissenheit spielt Peri Baumeister als Nadja sehr intensiv. Auf Seiten der Terroristen ist es Alexander Scheer, der als psychopathischer Eightball den größten Eindruck hinterlässt. An die anderen Terroristen und die meisten der Passagiere kann ich mich gar nicht mehr erinnern.

Wie Nadja zur Vampirin wurde, erfährt man in Rückblenden. Diese Rückblenden und die Mutter-Kind Szenen bremsen natürlich das Tempo des Films. Wer einen Hochspannungs-Action-Horror-Schocker von der ersten bis zur letzten Minute erwartet, den wird dies vermutlich stören. Ich finde jedoch gerade diese Szenen, die sich auf Nadjas tragisches Schicksal und die starke Verbindung zwischen ihr und ihrem Sohn beziehen, die stärksten des Films. Ohne diese wäre es ein durchschnittlicher Vampir-Actionhorrofilm, so ist es eine emotionale Geschichte über eine Mutter, die ihren Sohn nicht nur vor einer externen Gefahr, sondern auch vor ihren animalischen Trieben zu schützen versucht.

Natürlich kann man dem Film vorwerfen, dass Elias Verhalten für ein Kind unrealistisch ist, es fügt sich jedoch sehr gut in die Geschichte ein.

Fazit: Ein Actionhorrorfilm mit Herz und starkem Schauspiel der Hauptdarstellerin.

Punktebewertung 8 von 10 Punkten
Filminfos:

Letterboxd.com: https://boxd.it/sArW
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/187415
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt6402468/?ref_=fn_t_1

Let me in (USA/UK 2010)

Filmdaten:

Originaltitel: Let Me In
Regie: Matt Reeves
USA/UK 2010

Genre: Horror, Drama
Dauer: 115 Minuten
FSK: 16

Kurzinhalt:

Ein 12-jähriger Aussenseiter freundet sich mit einem neu zugezogenen Mädchen an, ohne zu ahnen, dass sie die Vampirin ist, die hinter den Morden in der Nachbarschaft steckt.

Meine Meinung zum Film: gut gelungen, solange man ihn nicht mit dem Original vergleicht

Das schwedische Original “So finster die Nacht” aus 2008 steht für mich an der Spitze meiner Liste der Lieblingsvampirfilme. (Zu meiner Filmkritik zu „So finstert die Nacht“ (Schweden 2008)) “Let me in” habe ich hingegen jahrelang aus Prinzip verweigert, da ich es unnötig fand, zwei Jahre nach Veröffentlichung eines Films ein amerikanisches Remake zu drehen. Nachdem ich mittlerweile die Buchvorlage für die beiden Filme, “So finster die Nacht” von John Ajvide Lindqvist aus 2004 gelesen habe, war ich jedoch neugierig, ob das Remake auf andere Aspekte des Buches eingeht als die schwedische Verfilmung. (Zu meiner Rezension zum Buch „So finster die Nacht“ von John Ajvide Lindqvist (2004).) Und so habe ich dem Film nach über 15 Jahren nun doch noch eine Chance gegeben.

Wie er ist? Besser als befürchtet, aber für mich ohne Mehrwert gegenüber dem Original-Film.

Als eigenständiger Film betrachtet bietet “Let me in” ein solides, durchaus sehenswertes Vampir-Horrordrama über die Freundschaft zwischen einem menschlichen Aussenseiter und einer Vampirin.

Auch als Buchverfilmung ist “Let me in” in Ordnung. Dass der Film die Geschichte vereinfacht, finde ich akzeptabel. Angesichts der (ausufernden) Länge der Buchvorlage ist eine Komprimierung unumgänglich. Die Amerikanisierung von Namen und Örtlichkeit stört grundsätzlich nicht. Schade ist, dass durch die Änderung von Eli in Abby eine wichtige Thematik aus dem Buch ausgelöscht wird. Allerdings vermute ich, dass genau dies die Absicht der Filmemacher war, um die Geschichte mainstreamtauglicher zu machen.

Im Vergleich zum schwedischen Original “So finster die Nacht” verliert “Let me in” hingegen.

“Let me in” bietet etwas mehr Action und explizitere Gewalt. Wem “So finster die Nacht” zu ruhig inszeniert war, kann mit “Let me in” wahrscheinlich mehr anfangen. Dafür erreicht das Remake nicht die düster-kühle Atmosphäre des Originals. Auch die Beziehung, die sich zwischen Junge und Vampirin entspinnt, wirkt in “Let me in” weniger zart.

Auch bei der restlichen Inszenierung ist das Remake grobschlächtiger als das Original.

Hinzu kommt, dass Chloë Grace Moretz als Abby und Kodi Smit-McPhee als Owen (obwohl sie grundsätzlich gut spielen), nicht mit Lina Leandersson als Eli und Kåre Hedebrant als Oskar mithalten können. Durch Abbys Veränderung von Gesicht und Stimme, wenn sie in den “Vampirmodus” verfällt, wird ihre Figur in “nettes Mädchen” vs. “böser Vampir” aufgeteilt, anstatt wie Eli beide Eigenschaften als Einheit in sich zu tragen. Dies reduziert den Kontrast zwischen kindlicher Unschuld und roher Gewalt, der in “So finster die Nacht” so gut dargestellt ist.

Die Entscheidung, in “Let me in” die Geschichte nicht in chronologischer Reihenfolge zu erzählen, sondern mit einer späteren Szene zu starten und erst danach an den Anfang zurückzuspringen, wirkt sich im Remake leicht negativ auf die Spannung aus, da sie den Verlauf der Handlung vorweg nimmt.

Es gibt ein paar vereinzelte Aspekte der Buchvorlage, die in “Let me in” im Gegensatz zu “So finster die Nacht” (stärker) vorkommen, allerdings nicht so viele, dass sie für mich einen Mehrwert gegenüber der schwedischen Verfilmung schaffen würden.

Eine Kleinigkeit, die eigentlich völlig irrelevant ist, mich persönlich aber gestört hat: Dass in “Let me in” die Beschimpfung “Schwein” (Schwedisch: “grisen”) in “Mädchen” geändert wurde. Grundsätzlich spricht nichts dagegen, in einer Verfilmung ein in der Buchvorlage verwendetes Schimpfwort durch ein anderes zu ersetzen. Aber dass bei der Suche nach einer alternativen Beschimpfung für “Schwein” die Wahl auf “Mädchen” gefallen ist, hat einen schalen Beigeschmack.

Fazit: “So finster die Nacht” auf amerikanisch – weniger subtil und atmosphärisch, dafür einfacher und blutiger. Für sich betrachtet, ist “Let me in” ein solides Vampir-Horrordrama, aber das schwedische Original gefällt mir viel besser.

Punktebewertung 8 von 10 Punkten
Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=5944
letterboxd.com: https://boxd.it/Zsa
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/14376
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt1228987/?ref_=fn_t_1

Underworld (USA 2003)

Filmdaten:

Originaltitel: Underworld
Regie: Len Wiseman
USA 2003

Genre: Action, Fantasy
Dauer: 121 Min
FSK: 16

Kurzinhalt:

Seit Jahrhunderten herrscht Krieg zwischen Vampiren und Werwölfen. Selene gehört zu einer Truppe Vampire, deren Job es ist, Werwölfe zur Strecke zu bringen. Als sie Zeugin wird, wie Werwölfe versuchen, einen Menschen zu entführen, will sie herausfinden, welches Interesse ihre Feinde an einem scheinbar gewöhnlichen Menschen haben und kommt einer Verschwörung auf die Spur, die ihre bisherigen Überzeugungen auf den Kopf stellt.

Meine Meinung zum Film: Matrix-Style over Substance

Die größte Stärke des Films ist die visuelle Umsetzung. Die moderne Gothic-Atmosphäre, der Matrix Style. Dazu gelungene Kameraarbeit und ein passender Soundtrack. Ja, der Film darf sich als “cool” bezeichnen.

Selene ist eine tolle, starke Protagonistin, die Badass-Mentalität mit menschlichen Gefühlen kombiniert (auch wenn ich anzweifle, ob ihr Outfit bezüglich Komfort und Kampftauglichkeit die beste Wahl ist). Sie ist der Hauptgrund, warum ich den Film gerewatched habe. Auch Michael Sheen als Werwolf Lucian gefällt mir sehr gut. Mit Bill Nightys Darstellung des Viktor kann ich hingegen wenig anfangen.

Die Vampirthematik tritt im Film in den Hintergrund. Statt Vampiren und Werwölfen könnte der Krieg genauso gut zwischen jeden anderen beliebigen verfeindeten Gruppierungen bzw. Fantasywesen stattfinden. Typische vampirische Probleme wie beispielsweise Blutdurst werden einfach ausgeklammert. Das finde ich schade, denn ich will ja einen Vampirfilm sehen und nicht einen x-beliebigen Actionfilm.

Die Lovestory zwischen Selene und Michael überzeugt nicht. Zum Glück wird sie nur am Rande angedeutet, aus meiner Sicht hätte man sie aber auch ganz weglassen können.

Die Action ist sehr schusswaffenlastig, was ich ebenfalls schade finde, da ich Nahkämpfe bevorzuge. Auch ist mir ein Großteil der Schusswechsel nicht dynamisch und abwechslungsreich genug. Einfach einen Gang entlang zu rennen (oder sich gar gleich nur gegenüberzustehen) und aufeinander zu schießen ist mir zu wenig, um einen richtig guten Actionfilm auszumachen. Auch im Finale wird Kampfkunstpotential vergeudet.

Was mich dabei besonders stört (Spoiler): Als die Peitschen geschwungen wurden, machte mein Herz einen Sprung in der Hoffnung, dass es nun endlich zu einer richtig guten Martial Arts Szene kommen würde. Umso enttäuschter war ich, wie schnell der Kampf vorbei war. Getoppt wurde das nur vom Finale: Gezogene Schwerter, Vorfreude auf einen großen, finalen, spannenden Schwertkampf und dann ist der Kampf vorbei, bevor er überhaupt erst angefangen hat. Selbst aus dem Duell Michael/Viktor hätte man noch viel mehr herausholen können.

Trotz allem war der Film jedoch unterhaltsam genug, um mich als Zuseherin bis zum Schluss bei Laune zu halten.

Fazit: ein visuell ästhetischer, ansonsten jedoch durchschnittlicher, schusswaffenlastiger Actionfilm mit cooler Protagonistin. So sehr ich Selene mag, wenn ich wieder Lust auf Vampiraction hab, greif ich jedoch lieber wieder zu Blade. (Zu meiner Filmkritik zu Blade)

Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=505
Letterboxd.com: https://boxd.it/2aHs
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank):: https://www.doesthedogdie.com/media/20957
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0320691/?ref_=fn_t_1

Dracula Untold (USA 2014)

Filmdaten:

Originaltitel: Dracula Untold
Regie: Gary Shore
USA 2014

Genre: Fantasy, Action
Dauer: 95 Min
FSK: 16

Kurzinhalt:

Um sein Volk und seine Familie vor einem übermächtigen Feind beschützen zu können, lässt sich Vlad Tepes in einen Vampir verwandeln.

Meine Meinung zum Film: Vlad, der nette Pfähler von nebenan

“Dracula Untold” ist in erster Linie ein typischer Hollywood-Blockbuster. Nicht besonders tiefgründig, aber dafür unterhaltsam und mit einigen sehenswerten Special-Effekten. Der Film richtet sich somit mehr an Fans von Superhelden-Filmen und hollywood’scher Action-Fantasy, als an Fans von klassischem Vampirhorror. Wenn du dich daran erfreuen kannst, wie Dracula in hunderte Fledermäuse zerberstet und quasi im Alleingang eine tausend Mann starke Armee nieder mäht, bist du hier richtig. Wenn du schon beim Lesen dieses Satzes die Augen verdrehst, ist der Film eher nichts für dich.

“Dracula Untold” folgt einer klaren Schwarz-Weiß-Zeichnung: Vlad Tepes wird als sympathischer, tragischer Held dargestellt, der eigentlich nur Frieden für sein Volk und seine Familie beschützen will, aber sich gegenüber die “bösen Türken” zur Wehr setzen muss. Massen-Pfählungen werden als notwendige Taktik zur Friedenserhaltung durch einen ansonsten richtig netten Kerl dargestellt. Diese Romantisierung von Vlad Tepes, bei dem es sich immerhin um eine historische Person handelt, und das Verharmlosen des Pfählens (in beiden Fällen musste ich da an das Buch “die nicht sterben” von Dana Grigorcea denken, meine Rezension zum Buch findest du hier), und dem gegenübergestellt die eindimensionale Darstellung des Sultans des osmanischen Reichs als Bösewicht, sehe ich kritisch.

Schade auch, dass der Kampf gegen den Blutdurst – dem der Geschichte nach ja eigentlich große Bedeutung zukommt – neben all der anderen Action zur Nebensache wird.

Die Schlachtszenen sind zwar nicht besonders dramatisch, aber visuell sehr schön umgesetzt, besonders wie die Fledermäuse im Kampf eingesetzt werden, ist sehenswert. Man könnte durchaus sagen: Die Fledermäuse sind die wahren Helden des Films! Aus den Nahkampfszenen hätte man hingegen noch viel mehr herausholen können.
Der Endkampf ist originell. Wie der Sultan für ein Kräftegleichgewicht mit Vlad sorgt, gefällt mir sehr gut. Allerdings gilt auch hier: Da wäre nahkampftechnisch noch so viel mehr drinnen gewesen!

Luke Evans spielt seine Rolle gut, er ist auch der einzige Schauspieler, der mir aus dem Cast in Erinnerung geblieben ist.

Was man dem Film zugute halten muss ist, dass er nicht schon wieder Draculas Geschichte einfach 1:1 wiedergibt, sondern eine eigene Origins-Story für den Grafen erfindet.

Warum ich dem Film trotz allem so eine gute Bewertung gebe? Weil ich gut unterhalten wurde und meinen Spaß daran hatte, Luke Evans zuzusehen, wie er in Fledermäuse zerberstet.

Fazit: ein kurzweiliger, bildgewaltiger, glattgebügelter Blockbuster ohne Tiefgang, aber durchaus unterhaltsam.

Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=9211
Letterboxd.com: https://boxd.it/H4u
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/9425
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0829150/?ref_=fn_t_1

Die letzte Fahrt der Demeter (USA 2023)

Filmdaten:

Originaltitel: Last Voyage of the Demeter
Regie: André Øvredal
USA 2023

Genre: Horror
Dauer: 118 Min
FSK: 16

Kurzinhalt:

Ein Handelsschiff erhält den Auftrag, mehrere Kisten nach England zu transportieren, ohne zu wissen, dass in einer der Kisten niemand geringeres als Dracula schlummert.

Meine Meinung zum Film: durchschnittlicher Monster-Horror auf hoher See

Ein Schiff auf hoher See mit einem mordslüsternen Vampir an Bord, von dem es kein Entkommen gibt. Diese Idee birgt großes Potential für Horror-Spannung und klaustrophobisch-düstere Atmosphäre. Diesen Erwartungen wird der Film zumindest teilweise gerecht.

Visuell ist er sehr gut umgesetzt, die Atmosphäre ist so düster wie erhofft und zwischendurch wird die beklemmende Enge unter Deck richtig toll in Szene gesetzt. Auch das Wetter hat ein paar sehenswerte Auftritte in Form von Sturm und Wellen. Die musikalische Untermalung trägt ebenfalls zur düsteren Atmosphäre bei. Auch an der schauspielerischen Leistung gibt es nichts auszusetzen. In seinen besten Momenten bietet der Film genau das, was ich mir erhofft hatte: richtig gute Hochsee-Horror-Spannung.

Dazwischen hat der Film jedoch ein paar Längen. Fast zwei Stunden ist für die dünne Handlung eben doch etwas zu lang. Typische-Horrorfilm-Logikfehler machen das ganze auch nicht besser.

Dazu kommt, dass die Geschichte nicht nur jedem Dracula-Fan bekannt ist, sondern der Ausgang zusätzlich noch zu Beginn des Films vorweggenommen und die Geschichte als Rückblick erzählt wird. Auch wenn die Filmemacher sich nicht sklavisch an die Vorlage halten und zumindest ein paar kleine Überraschungen parat haben, stört mich dieses Vorwegnehmen des Endes aus zwei Gründen: Erstens hat es keinen Mehrwert für den Film, sondern verlängert ihn nur unnötigerweise um weitere Minuten. Und zweitens liegt ein Teil der Spannung in der Regel darin, dass zumindest ein Funken Hoffnung besteht, dass die Geschichte eine überraschende Wendung nimmt – selbst wenn alles dagegen spricht. Diese Hoffnung wird durch diesen Blick in die Zukunft gleich zu Beginn zerstört. Und da Draculas Geschichte altbekannt ist, stellt man sich als Zuseher*in auch nicht die Frage, was dieses Ende ausgelöst haben könnte.

Ob einem die Darstellung von Dracula als Monster mit Fledermausflügeln gefällt, ist Geschmackssache. Ich kann damit wenig anfangen, da er wenig mit dem Bild gemein hat, das ich von Dracula habe.

Fazit: ein durchschnittlicher Horrorfilm, der mit gutem Schauspiel, düsterer Atmosphäre und einigen spannenden Momenten punkten kann, aber keinen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=17405
Letterboxd.com: https://boxd.it/nzTq
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/1052134
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt1001520/?ref_=fn_t_1

The Vourdalak – taste of blood (F 2023)

Filmdaten:

Originaltitel: Le Vourdalak
Regie: Adrien Beau
F 2023

Genre: Drama, Fantasy
Dauer: 91 Minuten
FSK: 16

Kurzinhalt:

Ein französischer Diplomat verirrt sich in Osteuropa im Wald und findet Zuflucht bei einer Familie. Vor 6 Tagen begab sich Familienoberhaupt Gorcha auf die Jagd nach einem Räuber. Vor seiner Abreise warnte er seine Familie: Falls er nicht innerhalb von 6 Tagen zurückkommt, sollen sie ihn nicht mehr in das Haus lassen, denn dann sei er nicht mehr ihr Vater, sondern ein Vourdalak (=Vampir). Am der Tag der Ankunft des Diplomaten endet die 6-Tages-Frist. Gorcha taucht auf, doch die Familienmitglieder sind sich unsicher: Ist er noch rechtzeitig zurückgekehrt, oder ist es schon ein paar Minuten zu spät?

Meine Meinung zum Film: Fokus auf Symbolik und Theatralik statt auf Grusel und Gothic-Horror

Der Film basiert auf der Geschichte “Die Familie des Wurdalak” von A. K. Tolstoi aus 1840, gibt diese jedoch nicht 1:1 wieder, sondern nimmt sich einige Freiheiten. Insbesondere das Ende wurde stark geändert und dadurch abgeschwächt.

Das ungewöhnlichste am Film ist, dass eine Figur – Familienoberhaupt Gorscha – im Gegensatz zu den restlichen Figuren nicht von einem Schauspieler, sondern von einer Marionette gespielt wird. Das ist durchaus eine originelle Idee, die Patriarchalismus-Kritik auch auf künstlerischer Ebene hervorzustreichen, hat für mich aber die Immersion zerstört. Diese vereinzelte Puppe war für mich ein genauso großer Störfaktor, wie es ein schlechtes CGI-Monster wäre. Insbesondere da ihre Lippen nicht mit dem Gesprochenen übereinstimmen (logischerweise, ist ja eine Marionette. Gestört hat es mich trotzdem). Dazu kommt, dass gerade bei der Figur des Gorscha Mimik wichtig gewesen wäre. Dass die Chance, mit der Ungewissheit, ob Gorscha noch Vater oder schon Vourdalak ist, zu spielen und dadurch eine unheimliche Atmosphäre zu schaffen, vergeben wird, finde ich schade.

Auch über die Marionette hinaus ist der Film übertrieben theatralisch und geht teilweise mehr in Richtung schwarze Komödie statt Drama. Diese Theatralik hat durchaus grotesken Charme. Insbesondere der völlig fehl am Platz wirkende gepuderte Marquis brachte mich regelmäßig zum Schmunzeln.

Spannung oder Gruselstimmung kommt trotz der an sich tragischen Handlung kaum auf. Die Geschichte wird über weite Strecken ruhig und langsam erzählt. Die übertriebene Theatralik sorgt immer wieder für schwarzhumorige-Momente.

Fazit: Eine eigenwillige, sehr theatralische Neuinterpretation eines Vampirklassikers. Durchaus interessant anzusehen. Da es nicht so häufig vorkommen, dass Vampirklassiker abseits von Dracula verfilmt werden, hätte ich mir jedoch mehr Werkstreue und eine ernsthaftere Herangehensweise gewünscht.

Punktebewertung 7 von 10 Punkten
Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=18416
Letterboxd.com: https://boxd.it/DDdg
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/1210445
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt28313478/?ref_=fn_t_1

Fright Night (USA 2011)

Filmdaten:

Originaltitel: Fright Night
Regie: Craig Gillespie
USA 2011

Genre: Horror-Komödie
Dauer: 120 Minuten
FSK: 16

Kurzinhalt:

Teenager Charlie stellt fest, dass sein neuer Nachbar Jerry ein Vampir ist.

Meine Meinung zum Film: ein solides Remake, dass die Original-Geschichte nicht einfach nur wiederkäut, sondern eigene Ideen einbringt.

Der Film kommt schneller zur Sache, ist um einiges actionreicher als das Original und hat einige gelungene Gags zu bieten. (Zur Filmkritik zum Originalfilm „aus „Fright Night“ aus 1985) Die Mischung aus Spannung und Humor funktioniert gut. Horrorstimmung kommt hingegen kaum auf. Womit das Remake nicht mithalten kann, ist der Charme des Originals. Nicht ganz überzeugen mich weiters die körperlichen Metamorphosen der Neuverfilmung und auch vom Finale habe ich mir mehr erwartet.

Colin Farrell als Jerry spielt sehr gut und überzeugt sowohl, wenn er seinen Charme spielen lässt, als auch in den bedrohlichen Momenten. Es macht richtig Spaß, ihm beim Spielen zuzusehen und ich hätte mir noch mehr Screentime für ihn gewünscht.

Bei Peter Vincent bin ich zwiegespalten. Dass aus dem schrulligen, alten Vampirjäger ein junger, exzentrischer Medienstar geworden ist, passt grundsätzlich sehr gut zur Neuverfilmung. Allerdings finde ich sein Handeln weniger glaubhaft, als im Originalfilm. Dass seine Entscheidungen im Remake etwas zu plump inszeniert sind, kann man allerdings nicht David Tennant vorwerfen, sondern ist ein Drehbuchproblem. Peters Sprüche fand ich weiters zu bemüht auf “cool” getrimmt.

Auch ansonsten sind Besetzung und inhaltliche Änderungen gegenüber dem Original in Ordnung. Positiv sticht hervor, dass Amy nicht mehr durchgehend die Damsel in Distress ist, sondern etwas mehr Handlungsmacht erhält und dass das im Original enthaltene problematische sexuelle Interesse Jerrys an Amy gestrichen wurde. Schade, dass es trotzdem noch ein paar sexistische und homophobe Aussagen von Charakteren gibt. Es gibt bessere Wege, “bad guys” als “bad guys” darzustellen.

Fazit: Weder notwendig, noch weltbewegend, aber immerhin solide Horrorkomödien-Unterhaltung.
Punktebewertung 7 von 10 Punkten
Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=6659
Letterboxd: https://letterboxd.com/film/fright-night-2011/
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/22584
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt1438176/

Bram Stoker’s Dracula (USA 1992)

Filmdaten:

Originaltitel: Bram Stoker’s Dracula
Regie: Francis Ford Coppola
USA 1992

Genre: Gothic-Romanze, Horror
Dauer: 128 Minuten
FSK: 16

Kurzinhalt:

Dracula glaubt, in Mina, der Verlobten seines Anwalts Jonathan Harker, der ihn für Liegenschaftstransaktionen in Transsilvanien besucht, eine Reinkarnation seiner vor 400 Jahren verstorbenen Frau zu erkennen. Er sperrt Jonathan in seinem Schloss ein und reist nach London, um Mina zu verführen.

Meine Meinung zum Film: Kitsch statt Horror

Trotz vieler Freiheiten und der Umwandlung des Übergriffs von Dracula auf Mina in eine einvernehmliche Liebesgeschichte ist der Film verhältnismäßig nahe an der Buchvorlage – zumindest um einiges näher als die mir bekannten Dracula Verfilmungen davor.

Der Film besticht durch opulente Bilder, Symbolik und Dramatik. Zwischendurch wird jedoch zu dick aufgetragen und kam ich mir wie in einer Vampir-Gothic-Seifenoper vor. Vor allem in der ersten Hälfte hat der Film ein paar Längen. Horror tritt in den Hintergrund, im Fokus steht vielmehr die Romanze zwischen Dracula und Mina.

Unter den Schauspieler*innen sind Gary Oldman als Dracula und Winona Ryder als Mina hervorzuheben. Beide machen einen tollen Job. Negativ sticht hingegen Keanu Reeves als Jonathan hervor.

Auch wenn der Film handwerklich gut gemacht ist und unter vielen Vampirfans als beste Verfilmung von Stokers Buch gilt, kann ich mit dieser kitschig angehauchten Umsetzung von Dracula eher weniger anfangen.

Fazit: eine bildgewaltige Vampir-Gothic-Seifenoper, die zwischendurch allerdings etwas zu dick aufträgt, nahe am Kitsch entlang schrammt, und ein paar Längen hat.

Punktebewertung 7 von 10 Punkten
Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=2006
Letterboxd.com: https://boxd.it/223a
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/9424
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0103874/?ref_=fn_t_1

Priest (USA 2011)

Filmdaten:

Originaltitel: Priest
Regie: Scott Stewart
USA 2011

Genre: Action, Horror
Dauer: 87 Min
FSK: 16

Kurzinhalt:

In einer dystopischen Welt widersetzt sich ein kampferprobter Priester den Anweisungen der Kirche und macht sich auf eigene Faust auf die Jagd nach Vampiren, die seine Nichte entführt haben.

Meine Meinung zum Film: Popcorn her, Hirn aus, Action an

Priest würfelt Genres und Ideen wild durcheinander: in einer Mad Max artigen dystopischen Welt treffen gottesgläubige Superkämpfer einer machtbesessenen Kirche auf bösartige Vampire, die eine bizarre Mischung aus Tier, Alien und Raketenwürmern darstellen. Die Action ist so übertrieben, wie man es aus späteren Fast & Furious Teilen kennt, Western-Duell trifft auf James-Bond’schem Kampf am fahrenden Zug mit Matrix-Style und auch die obligatorische Lovestory und Familiendrama dürfen natürlich nicht fehlen. Ob einem dieser Mix gefällt, ist Geschmackssache.

Klar, die Handlung ist flach und klischeehaft, die Charaktere sind oberflächlich, schauspielerische Glanzleistungen sucht man vergeblich, die Dialoge sind nicht der Rede wert und auch der Großteil der anderen Kritiken, die dem Film regelmäßig um die Ohren gehauen werden, sind nachvollziehbar und größtenteils gerechtfertigt. Wer anspruchsvolle Unterhaltung erwartet, ist bei Priest falsch, was bereits der Trailer deutlich macht.

Aber: Ich hatte trotzdem Spaß mit dem Film!

Es gibt zwar bessere (Vampir-)Actionfilme, aber die gebotene Action ist unterhaltsam genug für einen kurzweiligen Filmabend und visuell ansprechend inszeniert. Auch die Länge von nur knapp 90 Minuten ist angenehm.

Martial Arts Fans werden leider nicht bedient, der Fokus der Kämpfe liegt mehr auf visuellen Effekten als auf ernsthafter Kampfchoreographie und Nahkämpfe sind mal wieder zu schnell geschnitten. Die visuellen Effekte sind dafür schön anzusehen.

Fazit: ein übertriebener Action-Blockbuster mit unterhaltsamem Finale. Davon, “Blade” als meinen liebsten Vampir-Actionfilm zu entthronen, ist auch “Priest” meilenweit entfernt, aber für anspruchslose, kurzweilige Action-Unterhaltung reicht es allemal.

Punktebewertung 7 von 10 Punkten
Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=5943
Letterboxd.com: https://boxd.it/16fM
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/129536
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0822847/?ref_=fn_t_1

El Conde (Chile 2023)

Filmdaten:

Originaltitel: El Conde
Regie: Pablo Larraín
Chile 2023

Genre: schwarze Komödie, Satire
Dauer: 110 Minuten
FSK: 18

Kurzinhalt:

Seit seinem vorgetäuschten Tod lebt Vampir Augusto Pinochet mit seiner Frau und einem treuen Diener in einem abgeschiedenen Landgut. Als er mit dem Gedanken spielt, endgültig zu sterben, reisen seine Kinder an, um ihr Erbe zu sichern. Eine Nonne mit Buchhaltungskenntnissen soll helfen, die versteckten Bankkonten, an die sich der alte Herr nicht mehr erinnern kann, ausfindig zu machen.

Meine Meinung zum Film: interessant, aber nicht ganz so bissig, wie erhofft

Ich freue mich immer, wenn Vampirismus auch abseits klassischer Vampirfilme als Metapher eingesetzt wird. Dementsprechend gespannt war ich auf “El Conde”. Erfüllt wurden meine Erwartungen zumindest teilweise.

“El Conde” ist vollständig in schwarz-weiß gehalten, mit schönen Bildern und langen Kameraeinstellungen. Die dargestellte Gewalt ist explizit, aber sehr ästhetisch in Szene gesetzt. Da alles in Schwarz-weiß gehalten ist, wirkt die Gewalt unwirklicher und als Folge harmloser als sie ist. Eine weibliche Stimme aus dem Off erzählt und kommentiert die Geschehnisse. Was es mit dieser Erzählerin auf sich hat, wird im Laufe des Films enthüllt.

Jede und jeder im Film verfolgt eigene Interessen, Habgier und Rücksichtslosigkeit sind allgegenwärtig. Die Versuche sämtlicher Parteien, unmoralisches oder gar rechtswidriges Verhalten zu rechtfertigen und sich selbst als Opfer darzustellen, zählen zu den amüsantesten Momenten. Auch sonst gibt es einige wunderbar satirische Momente, wobei ich mir durchaus noch etwas mehr von diesen gewünscht hätte.

Es dauert ein bisschen, bis der Film sein Tempo findet. Wirklich interessant wird es ab dem Auftauchen von Nonne/Buchhalterin Carmen, die ebenfalls ihre eigene Agenda verfolgt. Leider schlägt die Geschichte um ihre Figur im Laufe des Films eine Richtung ein, die mir nicht gefällt. Ab diesem Zeitpunkt geht es mit dem Film abwärts.

Gegen Ende von “El Conde” wird die Geschichte immer chaotischer. Am Ende überschlagen sich die Ereignisse, einige Entscheidungen werden hierbei zu plötzlich getroffen, um nachvollziehbar zu sein.

Fazit: Ein Film über die Undankbarkeit eines Volkes gegenüber seinem Diktator, ungerechte Strafbehörden, die einem das hart unterschlagene Geld abnehmen wollen, die Freude am Töten, Habgier, Eifersucht und die schreckliche Erkenntnis: Wenn Papa ewig lebt, gehen die Erben leer aus. Interessant gedacht, teils gelungen bissiger Humor, eine gute erste Hälfte, aber dann geht es leider abwärts.

Punktebewertung 7 von 10 Punkten
Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=18288
Letterboxd.com: https://boxd.it/Bt4O
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/908779
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt21113540/?ref_=fn_t_1

John Carpenters Vampire (USA 1998)

Filmdaten:

Originaltitel: Vampires
Regie: John Carpenter
USA 1998

Genre: Horror, Western, Action
Dauer: 108 Min
FSK: 16

Kurzinhalt:

Vampirjäger Jack Crow jagt im Auftrag der katholischen Kirche Vampire. Als sein Team von Meistervampir Valek getötet wird, sinnt Crow auf Rache und hegt den Verdacht, dass es einen Verräter in den eigenen Reihen gibt.

Meine Meinung zum Film: spannend, aber schlecht gealtert

Der Film beginnt stark mit einem spannend inszenierten Angriff der Vampirjäger auf ein Vampirnest. Dieses Spannungsniveau durchwegs bis zum Schluss zu halten, schafft der Film zwar nicht, dennoch bietet er solide Vampirhorror-Unterhaltung der härteren Sorte. Die Gewalt ist explizit, die Action gut umgesetzt, die Methoden, mit denen die Vampirjäger vorgehen, durchaus einfallsreich und Valek ein bedrohlicher Gegenspieler.

Allerdings ist der Film – wie man so schön sagt – ziemlich schlecht gealtert. Und ich rede nicht nur von den Effekten, wenn die Vampire in Flammen aufgehen, sondern vor allem von den Charakteren: Crow und sein Kollege Montoya sind unsympathische Machos, die auf Frauen und körperlich schwächere Männer herabsehen. Schwächere Männer werden herabgewürdigt und homophob beschimpft. Frauen kommen im Film im Wesentlichen nur als Vampire oder leichtbekleidete Prostituierte vor, die herablassen als “Nutten” bezeichnet werden. Der Zweck der Frauen in der Geschichte besteht darin, entweder geküsst oder geschlagen, gerettet oder getötet zu werden. Namen sind größtenteils Privilegien männlicher Nebenfiguren.

Spoiler: Selbst bei der aufgesetzt wirkenden “Liebesgeschichte” zwischen Montoya und der Prostituierten Katrina spielt ihr Wille keine Rolle. Er hat sich in sie verliebt, er küsst sie, sie lässt es leidenschaftslos über sich ergehen und sich von ihm mitschleppen.

Fazit: Ein solider, brutaler Vampirhorrorfilm mit vielen spannenden Szenen, der aber leider selbst für einen Film aus den 90ern überdurchschnittlich misogyn und homophob ist.

Punktebewertung 6 von 10 Punkten
Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=2141
Letterboxd.com: https://boxd.it/1XsY
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/44513
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0120877/?ref_=fn_t_1

Salem’s Lot (USA 2024)

Filmdaten:

Originaltitel: Salem’s Lot
Regie: Gary Dauberman
USA 2024

Genre: Horror
Dauer: 113 Min
FSK: 16

Kurzinhalt:

Schriftsteller Ben Mears kehrt in seine Heimat, die Kleinstadt Jerusalem’s Lot (Salem’s Lot), zurück, um ein Buch zu schreiben und stellt fest, dass dort ein Vampir sein Unwesen treibt.

Meine Meinung zum Film: oberflächliche, stark komprimierte Buchverfilmung

Eines vorweg: Ich kenne die anderen Verfilmungen von Stephen Kings “Brennen muss Salem” (noch) nicht, so dass ich (noch) nicht beurteilen kann, wie die vorliegende Verfilmung im Vergleich zu diesen ist.

Die Buchvorlage habe ich gelesen und gefällt mir gut. Das Problem des Buches ist der Anfang: Dieser zieht sich, da King viel zu viel Zeit dafür aufwendet, den Ort sowie Alltag und Lebensgeschichte von gefühlt jedem Bewohner zu beschreiben. (Zu meiner Rezension zum Buch Stephen King – „Brennen muss Salem“)

Der Film umgeht dieses Problem des spannungsarmen Beginns, in dem er direkt mit der Action startet. Allerdings meinen es die Filmemacher mit der Komprimierung der Geschichte zu gut, was zu Lasten der Charaktere und der Atmosphäre geht. Die Folge: Die Figuren sind sehr flach. Viele sterben, bevor man eine Verbindung zu ihnen aufbauen kann. Als Zuseher*in nimmt man ihre Tode daher teilnahmslos zur Kenntnis. Auch die Handlung wirkt gehetzt und teilweise zusammengestückelt; fast so, als ob versucht wurde, die spannendsten Eckpunkte aus dem Buch aneinanderzureihen, in der Hoffnung, ein Horrorspannungsfeuerwerk zu erschaffen. Dieser Versuch gelingt nur bedingt: Es gibt zwar einige spannende Szenen, aber gerade atmosphärische Horror-Momente, von denen die Buchvorlage einige besitzt, kommen im Film zu kurz. Und so oft, wie die Charaktere vom Sonnenuntergang überrascht werden, fragt man sich als Zuseher*in irgendwann: “Warum setzt ihr eure Pläne nicht vormittags um, statt immer erst am späten Nachmittag?”

Von der Darstellung der Vampire hätte ich mir mehr erwartet. Vor allem der Vampiranführer wirkt bei weitem nicht so bedrohlich, wie erhofft.

Inhaltlich nimmt der Film einige Änderungen gegenüber der Buchvorlage vor. Dies scheint in erster Linie dem Versuch geschuldet, einerseits die Geschichte zu komprimieren und andererseits durch Einführung einer zusätzlichen Gefahr die Spannung hoch zu halten.

Bezüglich des geänderten Finales bin ich zwigespalten: Inhaltlich überzeugt es mich nicht, visuell ist es aber – insbesondere mit dem fortschreitenden Sonnenuntergang als Bedrohung – schön umgesetzt.

Auch wenn der Film einige Schwächen hat und der Buchvorlage nicht gerecht wird, war er trotzdem spannend genug, um mich bis zum Ende zu unterhalten. Wenn man jedoch anfängt, den Film mit dem Buch zu vergleichen, vermiest man sich damit den Filmabend sehr schnell.

Fazit: Sofern man den Vergleich mit der Buchvorlage außer Acht lässt, ist „Salem’s Lot“ ein durchschnittlicher Vampirhorrorfilm mit ein paar gelungenen Horrorszenen, der aber die Handlung zu schnell voranpeitscht, was zu Lasten von Atmosphäre und Charakteren geht. Kein Film der in Erinnerung bleibt, aber als einmaliger filmischer Zeitvertreib ausreichend spannend.

Punktebewertung 6 von 10 Punkten
Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=19663
Letterboxd.com: https://boxd.it/sqU0
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/1113456
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt10245072/?ref_=fn_t_1

Vampire Nation (USA 2010)

Filmdaten:

Originaltitel: Stake Land
Regie: Jim Mickle
USA 2010

Genre: Horror, Dystopie
Dauer: 98 Minuten
FSK: 18

Kurzinhalt:

In einer postapokalyptischen Welt, die von zombieartigen Vampiren überrannt wurde, schlagen sich ein Mann und sein jugendlicher Schützling durch ein zerfallenes Amerika Richtung Norden durch, um den angeblich sicheren Ort “New Eden” zu erreichen.

Meine Meinung zum Film: ein Vampirfilm für Zombiefans

Die größte Stärke von “Vampire Nation” ist die trostlose, düstere, postapokalyptische Stimmung. Diesbezüglich kann der Film trotz niedrigem Budget mit Dystopie-Blockbustern lockern mithalten.

Der Film beginnt schnell und wirft den Zuseher sofort mitten in das Geschehen. Dieses Tempo wird jedoch nicht lange aufrecht erhalten. Es gibt eine Vielzahl sehr ruhiger Passagen, häufig mit bedrückendem Voice Over des jugendlichen Erzählers.

Die Vampire schauen trotz Fangzähnen nicht nur aus wie Zombies, sie verhalten sich auch so. Im Wesentlichen sind die hirn- und seelenlose, teilweise verweste lebende Leichen, die Menschen zerfetzen. Da sie in der Sonne verbrutzeln, geht von ihnen im Vergleich zu Zombies jedoch nur nachts Gefahr aus. Um diesen Nachteil auszugleichen, gibt es neben den Vampiren auch eine “Bruderschaft”, eine landesweit operierende Gruppierung religiöser Fanatiker, deren Anführer mit den Hauptfiguren eine persönliche Rechnung offen hat und ihren Tod herbeiführen möchte. Leider wird dieser Handlungsstrang nicht konsequent verfolgt und tritt zwischendurch zu stark in den Hintergrund.

Fazit: eine eher ruhige, durchschnittliche postapokalyptische Dystopie. Atmosphärisch, hart, aber hat für mich mehr Zombiefilm-Feeling als Vampirfilm-Feeling.

Punktebewertung 6 von 10 Punkten
Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=6817
Letterboxd.com: https://boxd.it/A1S
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/11368
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt1464580/?ref_=fn_t_1

Die Königin der Verdammten (USA 2002)

Filmdaten:

Originaltitel: The Queen of the Damned
Regie: Michael Rymer
USA 2002

Genre: Horror, Drama, Musikfilm
Dauer: 101 Min
FSK: 16

Kurzinhalt: Lestat beschließt, als Rockstar in die Öffentlichkeit zu treten. Seine Musik weckt die uralte Vampirin Akasha.

Meine Meinung zum Film: Lestat als Teenie-Schwarm

Obwohl der Film “Die Königin der Verdammten” heißt, spielt Akasha nur eine Nebenrolle. Die Hauptrolle kommt Lestat zu, dessen Leben ab seiner Verwandlung bis zum Zeitpunkt von Akashas Erwachen erzählt wird.

Wie sehr der Film den Buchvorlagen gerecht wird (Der Film zieht die Handlung der beiden Anne Rice Bücher “Der Vampir Lestat” und “Die Königin der Verdammten” zusammen), kann ich nicht beurteilen, da ich die beiden Bücher noch nicht gelesen habe. Jedoch auch ohne die Buchvorlagen zu kennen, halte ich die Entscheidung, beide Bücher in einem Film zu erzählen, für einen Fehler. Durch die damit einhergehende Komprimierung der Geschichte gibt es zu viele Handlungsstränge, die zu oberflächlich verfolgt werden, so dass viele Handlungen von Charakteren nicht ausreichend nachvollziehbar sind und der Großteil der Figuren eindimensional wirkt. Besonders schade finde ich, dass Akasha zur Nebenfigur verkommt und so ihre Stärke nicht ausspielen kann, sondern stattdessen auf die Rolle der sexy Vampirin reduziert wird.

Die Musik ist natürlich Geschmacksache. Während viele Fans sie als Film-Highlight sehen, fand ich sie auf die Dauer etwas anstrengend und eintönig.

Lestat wird vom damals 29 Jahre alten Stuart Townsend gespielt und als melancholisch-sexy Teenie-Schwarm inszeniert, was sehr gut zur Zielgruppe des Films passt. Auf einen Vergleich mit “Interview mit einem Vampir” aus 1994 verzichte ich bewusst, da dies unfair wäre. Für “Die Königin der Verdammten” ist die Besetzung auf jeden Fall passend und macht Townsend einen guten Job.

Fazit: oberflächlicher Teenie-Vampir-Musikfilm.

Punktebewertung 6 von 10 Punkten
Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=149
doesthedogdie.com: https://www.doesthedogdie.com/media/15270
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0238546/?ref_=fn_t_1
letterboxd.com: https://letterboxd.com/film/queen-of-the-damned/

Dracula – tot aber glücklich (USA 1995)

Filmdaten:

Originaltitel: Dracula: dead and loving it
Regie: Mel Brooks
USA/FR 1995

Genre: Horror-Komödie
Dauer: 88 Minuten
FSK: 12

Kurzinhalt:

Graf Dracula versklavt Anwalt Renfield und reist mit ihm nach London, wo er eine Immobilie erworben hat. Dort angekommen, weckt die schöne Lucy sein Interesse.

Meine Meinung zum Film: Dracula-Parodie mit etwas zu wenig Biss

Mel Brooks als Regisseur und “Die nackte Kanone” Leslie Nielsen als Dracula: das schreit nach einem Feuerwerk aus Albernheiten, Slapstick und einfach gestricktem Klamauk – nicht anspruchsvoll, aber witzig. Diese Erwartung wird jedoch nur teilweise erfüllt. Es gibt ein paar sehr lustige Szenen und gelungene Anspielungen auf die Parodie-Vorlage, daneben jedoch auch viele Rohrkrepierer. Insgesamt wird das Gag-Potential nicht ausgeschöpft und ist der Film zu handzahm.

Fazit: Die Parodie hat durchaus ein paar sehr lustige Szenen zu bieten, aber leider nicht genug für die lange Laufzeit.

Punktebewertung 6 von 10 Punkten
Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=2012
letterboxd.com: https://letterboxd.com/film/dracula-dead-and-loving-it/
doesthedogdie.com: https://www.doesthedogdie.com/media/37027
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0112896/?ref_=fn_t_1

Day Shift (USA 2022)

Filmdaten:

Originaltitel: Day Shift
Regie: J. J. Perry
USA 2022

Genre: Action-Horror-Komödie
Dauer: 114 Minuten
FSK: 16

Kurzinhalt:

Vampirjäger Bud ist knapp bei Kasse. Doch um die wertvollen Vampirzähne zu Geld machen zu können, muss er Teil der Vampirjäger-Gewerkschaft sein. Blöderweise wurde er aufgrund einer Vielzahl von Regelverstößen aus dieser rausgeworfen. Ein Vampirjäger-Kumpel sorgt dafür, dass ihm die Gewerkschaft noch eine letzte Chance gibt. Doch die Sache hat einen Haken: Bud erhält nicht nur die weniger lukrative Tagesschicht, sondern muss zu seinen Einsätzen auch den Gewerkschafts-Bürokraten Seth mitnehmen, der darauf achten soll, dass Bud sich diesmal an die Gewerkschafts-Regeln hält.

Meine Meinung zum Film: anspruchsloses Action-Massaker mit Humor

“Day Shift bietet einen bunten Mix aus übertriebener Action, Buddy-Movie, gewalttätigem Gemetzel und Klamauk. Die Action ist schusswaffenlastig, es gibt einige sehenswerte Stunts, aber auf die Dauer sind die Kampfszenen dann doch etwas zu repetitiv.

Jamie Foxx als Bud ist ein sympathischer Protagonist, ihm als Partner wider Willen zur Seite gestellt ist Dave Franco als Mischung aus steifem Paragraphenreiter und nettem Jungen von nebenan. Die beiden sind ein nettes Team, doch das Humor-Potential, das im Aufeinandertreffen von notorischem Regelbrecher und Regelfanatiker oder der Konfrontation eines steifen, kampfunerfahrenen Büromitarbeiters mit der Realität des kampflastigen Aussendienstes eines Vampirjägers steckt, wird nicht ansatzweise ausgenutzt.

Als Haupt-Antagonistin tritt Karla Souza als vampirische Immobilienmaklerin Audrey San Fernando auf, die mit Bud eine persönliche Rechnung offen hat, leider kommt sie im Film viel zu kurz. Aus Dialogen zwischen Bud und Seth ergibt sich, dass sich die Filmemacher zu den Vampiren eine umfangreiche Hintergrundgeschichte mit unterschiedlichen Vampirarten überlegt haben. Für die Handlung selbst spielt diese Hintergrundgeschichte aber leider nur eine untergeordnete Rolle.

Schade weiters, dass die Vampirkörper mal wieder mit schwarzer Flüssigkeit statt Blut “gefüllt”, so dass die Vampirfilm-Ästhetik viel zu kurz kommt.

Fazit: eine anspruchslose Horror-Action-Comedy für Zwischendurch, aus der man weit mehr herausholen hätte können.

Punktebewertung 6 von 10 Punkten
Filminfos:

Letterboxd: https://boxd.it/sn8W
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/923557
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt13314558/?ref_=fn_t_1

Jakob’s Wife – meine Frau, der Vampir (USA 2021)

Filmdaten:

Originaltitel: Jakob’s Wife
Regie: Travis Stevens
USA 2021

Genre: Horror-Komödie
Dauer: 99 Min
FSK: 16

Kurzinhalt:

Anne führt ein langweiliges Leben als brave Pfarrersfrau, bis sie eines Nachts von einem Vampir gebissen wird. Fortan hat sie nicht nur mit ihrem Blutdurst zu kämpfen, sondern entwickelt auch neues Selbstbewusstsein. Für ihren Mann ist beides ein Schock.

Meine Meinung zum Film: Vampirismus als Ehetherapie

Das richtige Verhältnis zwischen Grusel, Spannung und Humor zu finden, ist für Horror-Komödien häufig schwierig und auch Jakob’s Wife tut sich damit schwer: Nicht spannend oder gruselig genug für Horror, nicht witzig genug für eine Komödie. Es gibt durchaus ein paar nett anzusehende Splatterszenen, die nostalgische Erinnerungen an 80er-Jahre Horror-Filme aufkommen lassen und ein paar humorvolle Szenen, für mehr als durchschnittliche TV-Unterhaltung reicht es aber nicht.

Annes Persönlichkeitsentwicklung vom grauen Kirchenmäuschen zur selbstbewussten Frau wird zu kurz und zu oberflächlich behandelt. Statt auf ihrer Persönlichkeitsentwicklung liegt der Fokus des Films mehr auf Jakob und darauf, welche Auswirkungen die Verwandlung seiner Frau auf ihn hat. Trotz sehr offensichtlicher äußerlicher Veränderung und etwas dezenterer innerer Entwicklung wirkt Anne bis zuletzt weniger wie die Protagonistin des Films, sondern bleibt bloß “Jakob’s Frau”, was die “female empowerment”-Message untergräbt.

Und ansonsten? Die schauspielerische Leistung ist gut, die Chemie zwischen Anne und Jakob passt, wenig anfangen konnte ich hingegen mit der Darstellung des “Master”-Vampirs.

Fazit: eine durchschnittliche Horrorkomödie, die ausgerechnet an der Umsetzung der beabsichtigten feministischen Botschaft scheitert. Für einen netten Fernsehabend reicht es, für mehr nicht.

Punktebewertung 6 von 10 Punkten
Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=15112
Letterboxd.com: https://boxd.it/tyte
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/744008
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt11908982/?ref_=fn_t_1

Carmilla – Führe uns nicht in Versuchung (UK 2019)

Filmdaten:

Originaltitel: Carmilla
Regie: Emily Harris
UK 2019

Genre: Drama, Romanze
Dauer: 94 Min
FSK: 16

Kurzinhalt:

Die 15-jährige Lara führt ein abgeschiedenes, behütetes Leben mit ihrem Vater und ihrer strengen Gouvernante. Als ihr Vater vorübergehend ein geheimnisvolles Mädchen aufnimmt, das vor dem Familiengut mit einer Kutsche verunglückt ist, entwickelt Lara Gefühle für diese – sehr zum Missfallen der Gouvernante, die schnell das Böse in der Fremden vermutet.

Meine Meinung zum Film: blutleere Neuinterpretation eines Klassikers

Wer eine originalgetreue Verfilmung der berühmten Vampirnovelle “Carmilla” von Sheridan Le Fanu aus 1872 erwartet, wird enttäuscht werden. Die Handlung ist zwar an die Novelle angelehnt, der Film nimmt jedoch einige inhaltliche Änderungen vor.

Der Vampiraspekt wird in den Hintergrund gerückt und der Fokus stattdessen auf das Verhältnis der drei Hauptfiguren – Lara, ihre Gouvernante und Carmilla – gelenkt. Die Hauptelemente des Films sind Laras Unterdrückung durch die Gouvernante, die Dämonisierung jeglicher Form der “Andersartigkeit” durch die Gouvernante, die Gefährdung ihres Einflusses auf Lara durch die unangepasste Carmilla und das Erwachen von Laras Sexualität.

Für den Zuseher stellt sich dabei bald die Frage: Ist Carmilla tatsächlich eine Vampirin, die Laras Leben gefährdet oder sind die Anzeichen, die dafür sprechen Zufall und startet die Gouvernante eine abergläubische Hexenjagd gegen eine unschuldige junge Frau?

Die Geschichte wird sehr ruhig und langsam erzählt, mit vielen langen Kameraeinstellungen. Die Schauspielleistung ist zwar in Ordnung, aber nicht beeindruckend genug, um über die vielen langatmigen Stellen hinweg zu retten.

Fazit: Eine sehr freie, aus feministischer Sicht durchaus interessante Interpretation von Sheridan Le Fanus Novelle, die jedoch leider viel zu langatmig geraten ist. Für einen Vampirfilm außerdem zu blutleer.

Punktebewertung 6 von 10 Punkten
Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=22856
Letterboxd.com: https://boxd.it/h5po
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/71678
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt7280218/?ref_=fn_t_1

Vampires vs. the Bronx (USA 2020)

Filmdaten:

Originaltitel: Vampires vs. the Bronx
Regie: Oz Rodriguez
USA 2020

Genre: Horror-Komödie
Dauer: 86 Min
FSK: 12

Kurzinhalt:

3 Kinder aus der Bronx finden heraus, dass die Immobilienfirma, die die Gebäude in ihrem Viertel aufkauft, Vampiren gehört.

Meine Meinung zum Film: familienfreundlicher Kampf gegen vampirische Gentrifizierung

Die Charaktere sind sympathisch, es gibt ein paar humorvolle Einfälle und mehrere Verweise auf alte und neue Vampirklassiker. Während die Kids in “The Lost Boys” noch Vampircomics gelesen haben, schauen die Burschen in “Vampires vs. the Bronx” heimlich Blade. Der Horror ist der jungen Zielgruppe entsprechend stark reduziert. Die Gentrifizierungs-Thematik wird, ebenso wie andere ernste Themen (zB Bandenkriminalität), gut in die Geschichte verpackt. Der Zusammenhalt der Nachbarschaft ist nett umgesetzt.

Und trotzdem funktioniert der Film für mich nicht so gut, wie erhofft. Zu wenig Gags zünden, zu oft wirkt die Geschichte viel zu platt und es gibt keine Szenen, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Dass Kinder als Vampirjäger sehr unterhaltsam sein können, hat uns die Vergangenheit bereits bewiesen. Aufgrund dieser Tatsache und der gelungenen Grundidee von “Vampires vs. the Bronx” hatte ich auf mehr, vielleicht sogar einen neuen Kultfilm gehofft. Schade, dass daraus nichts geworden ist. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur zu alt, um den Humor des Films würdigen zu können.

Fazit: oberflächliche, nette Unterhaltung inklusive Gesellschaftskritik für ein junges Publikum.

Punktebewertung 5 von 10 Punkten
Filminfos:

Letterboxd: https://boxd.it/kP9M
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/516872
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt8976576/?ref_=fn_t_1

From Dusk Till Dawn 2: Texas Blood Money (USA 1999)

Filmdaten:

Originaltitel: From Dusk Till Dawn 2: Texas Blood Money
Regie: Scott Spiegel
USA 1999

Genre: Horror, Western
Dauer: 85 Minuten
FSK: 18

Kurzinhalt:

Eine Gruppe Krimineller beschließt, in Mexiko eine Bank auszurauben. Als einer der Bankräuber von einem Vampir gebissen wird, ist die Polizei das geringste Problem seiner Komplizen.

Meine Meinung zum Film: testosterongefüllter Trashfilm

“Texas Blood Money” ist der Inbegriff eines Trashfilms. Obwohl Ende der 90er gedreht, erinnern die Effekte mehr an 80er-Perlen à la “Fright Night”. Die meisten Männer sind „knallhart“, die Handlung ist nebensächlich, die Gewalt roh, homophobe und sexistische Sprüche keine Seltenheit. Die wenigen auftretenden Frauen sind für die Handlung irrelevant. Der Munitionsverbrauch hingegen ist immens. Immerhin nimmt sich der Film selbst nicht zu ernst und hat durchaus ein paar humorvolle Szenen zu bieten. Insbesondere der Umgang mit Kreuzen sorgt für so manches Schmunzeln. Dieser Aspekt hätte ruhig noch mehr ausgebaut werden können. Dazu gibt es ein paar interessante Kameraeinstellungen und ein Western-Duell. Das größte Problem des Film ist, dass es an interessanten Figuren fehlt, mit denen man als Zuseher*in mitfiebern kann.

Der Titel “From Dusk Till Dawn 2” ist in erster Linie ein Marketing-Schachzug. Mit dem Original-Film “From Dusk till Dawn” hat “Texas Blood Money” kaum etwas gemein. Alibimäßig gibt es zu Beginn zwar einen Kurzbesuch im berüchtigten Stripclub und ein kurzes Wiedersehen mit einem Schauspieler aus Teil 1, aber das war es dann auch schon mit den Gemeinsamkeiten. In der Folge wird eine völlig eigenständige Vampirgeschichte erzählt.

Fazit: “From Dusk till Dawn 2: Texas Blood Money” treibt den Trash-Faktor des 1. Teils auf fast schon absurde Weise auf die Spitze: billiger, chaotischer, brutaler, übertriebener – allerdings mit weniger Charme, Sympathie und Originalität.

Punktebewertung 4 von 10 Punkten
Filminfos:

letterboxd.com: https://letterboxd.com/film/from-dusk-till-dawn-2-texas-blood-money/
doesthedogdie.com: https://www.doesthedogdie.com/media/32775
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0120860/?ref_=fn_t_1

Weitere Filmkritiken zur Filmreihe:

Zu meiner Filmkritik zu „From Dusk Till Dawn“

Blade: Trinity (USA 2004)

Filmdaten:

Originaltitel: Blade: Trinity
Regie: David S. Goyer
USA 2004

Genre: Action, Horror
Dauer: 105 Minuten
FSK: 18

Kurzinhalt:

Die Vampire hetzen Blade das FBI auf die Fersen und erwecken Dracula aus seinem Tiefschlaf. In die Enge getrieben, nimmt Blade die Unterstützung der Vampirjägergruppierung “Nightstalker” an.

Meine Meinung zum Film: ein enttäuschender Abschluss einer ansonsten tollen Filmreihe

Blade 1 ist mein Lieblings-Vampir-Actionfilm. Blade 2 gefällt mir ebenfalls sehr gut. Bei Blade:Trinity jedoch geht leider alles schief, was nur schiefgehen kann.

Als Sidekicks werden Blade der sprücheklopfende Hannibal King, gespielt von Ryan Reynolds, und die schöne Abigail Whistler, gespielt von Jessica Biel, zur Seite gestellt. Erstere ist für mich völlig fehl am Platz, letztere hat keinen Mehrwert für den Film. Kings Sprüche finde ich nervig bis peinlich, Abigail ist eine austauschbare Schönheit, deren Körper vorgeführt wird, die jedoch als Charakter keinen bleibenden Eindruck hinterlässt. Im Gegensatz zu King schadet sie dem Film jedoch nicht.

Auf Gegnerseite schaut es nicht besser aus: Dracula ist der bisher schwächste Gegner der Trilogie. Und das, obwohl er aufgrund seiner Kräfte theoretisch der gefährlichste ist, mit dem es Blade bisher zu tun hatte. Dennoch wirkt er zu keinem Zeitpunkt wie eine echte Bedrohung. Die stets genervt dreinblickende Danica spielt zwar zu Beginn des Films ihren Joker geschickt aus, aber das war es dann auch schon. Selbst das FBI verliert sich zwischendurch irgendwo im Hintergrund.

Womit wir beim größten Problem des Films sind: Der fehlenden Spannung. Blade: Trinity ist der erste Teil der Reihe, bei der ich immer wieder nachgesehen habe, wie lange er noch dauert.

Und die Action? Davon gibt es natürlich wieder massenhaft, aber selbst die Kämpfe können nicht mit Teil 1 und 2 der Filmreihe mithalten.

Fazit: Blade 3 enttäuscht leider auf allen Ebenen. Schade, der coolste unter den Vampirjägern hätte einen viel besseren Abschluss für seine Reihe verdient.

Punktebewertung 4 von 10 Punkten
Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=961
Letterboxd.com: https://boxd.it/1a8q
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/8943
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0359013/?ref_=fn_t_1

Weitere Filmkritiken zur Filmreihe

Zu meiner Filmkritik zu „Blade“

Zu meiner Filmkritik zu „Blade 2“

30 Days of Night: Dark Days (USA 2010)

Filmdaten:

Originaltitel: 30 Days of Night: Dark Days
Regie: Ben Ketai
USA 2010

Genre: Horror
Dauer: 92 Minuten
FSK: 18

Kurzinhalt:

Stella will sich für das Massaker in Barrow an den Vampiren rächen. Eine Gruppe von Menschen, die ebenfalls Angehörige durch Vampire verloren haben, werden auf sie aufmerksam und weihen sie in ihren Plan ein, die Vampirkönigin zu töten.

Meine Meinung zum Film: missglückte Fortsetzung

Die Nahrungsversorgung der Vampire wird ungeschönt dargestellt, auch davon abgesehen ist die Gewalt explizit. Stella ist eine toughe Protagonistin und obwohl Blut teilweise mehr nach rötlichem Wasser statt nach Blut aussieht, gibt es ein paar durchaus sehenswerte Horror-Szenen. An die Kompromisslosigkeit von Teil 1 kommt die Fortsetzung jedoch nicht ansatzweise ran.

Eine Stärke des 1. Teils war die furcheinflößende Darstellung der Vampire. Teil 2 übernimmt zwar deren Aussehen, dennoch wirken die Vampire weniger gefährlich. So sehr es mich freut, dass diesmal eine Frau an der Spitze der Vampire steht, mit der bedrohlichen Ausstrahlung von Marlow, dem Anführer aus Teil 1, kann Vampirkönigin Lilith nicht mithalten.

Ein weiterer Pluspunkt des 1. Teils war die völlige Abgeschiedenheit des Handlungsortes, welche stark zur Spannung beitrug. Teil 2 löst sich von dieser Grundidee und bietet stattdessen 0815-Vampirjäger-Action quer durch unterschiedlichste Umgebungen. Spannung kommt kaum auf, das Verhalten der Vampirjäger ist so amateurhaft, dass man sich fragt, wie sie überhaupt so lange überleben konnten und auch so manches Film-Klischee hätte man besser weggelassen. Wie schon bei Teil 1 haben die letzten paar Filmminuten für mich das Ende zerstört.

Als ich den Film ansah, kannte ich den zugrunde liegenden, gleichnamigen Comic noch nicht. Mittlerweile habe ich ihn gelesen. Der Film übernimmt zwar ein paar Ideen aus der Vorlage, ändert den Großteil des Inhalts jedoch ab. Manche Elemente, die ich am Film kritisiert habe, finden sich auch in der Vorlage wieder, sind im Comic jedoch besser in die Geschichte integriert.

Fazit: Eine gewalttätige, jedoch unterdurchschnittlich spannende Vampirjagd, die auch die weiblichen Hauptdarstellerinnen nicht retten können.

Punktebewertung 4 von 10 Punkten
Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=6088
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt1320304/?ref_=fn_t_1
doesthedogdie.com: https://www.doesthedogdie.com/media/8480
letterboxed.com: https://letterboxd.com/film/30-days-of-night-dark-days/

weitere Filmkritiken zur Filmreihe:

zur Filmkritik zu „30 Days of Night“

Van Helsing (USA 2004)

Filmdaten:

Originaltitel: Van Helsing
Regie: Stephen Sommers
USA 2004

Genre: Fantasy, Action, Horror
Dauer: 132 Minuten
FSK: 12

Kurzinhalt:

Monsterjäger Van Helsing begibt sich nach Transsilvanien, um Dracula zu töten, welcher mit Dr. Frankensteins Forschungsergebnissen Böses im Schilde führt. Unterstützt wird Van Helsing von der Einheimischen Anna Valerious, die eine eigene Rechnung mit Dracula offen hat.

Meine Meinung zum Film: seelenloser Blockbuster

Ich liebe Camp. Ich liebe trashige B-Movies. Sofern der Unterhaltungswert stimmt, stören mich weder Logiklöcher, noch billige Produktion, oder unfreiwillige Komik. “So schlecht, dass es schon wieder gut ist?” Ich bin dabei! “Van Helsing” ist quasi die “Blockbuster”-Version eines trashigen, campy B-Movies. Also warum funktioniert der Film nicht für mich?

Zuerst zum Positiven: Die Steampunk-Ästhetik ist sehr gut gelungen und wartet mit einigen originellen Details und Waffen auf. Der Mix aus Frankenstein und Dracula stellt weiters eine angenehme Abwechslung im modernen Vampir-Mainstream-Kino dar und ist eine nette Referenz zu den Dracula/Frankenstein-Crossover-Produktionen der älteren Filmgeschichte. Wer sich ein bisschen mit der Entwicklung der Vampirliteratur auskennt, wird die Kombination aus Frankenstein und Vampir auch deshalb zu würdigen wissen, da der Grundstein sowohl für den ersten bedeutenden Vampir der Literaturgeschichte (Lord Ruthven), als auch für Frankenstein 1816 am Genfer See gemeinsam gelegt wurde. 1 Auch sonst bietet der Film ein paar ungewöhnliche Ideen und ein paar visuell ansprechende Effekte.

Actionszenen sind haufenweise vorhanden, hinterlassen jedoch keinen bleibenden Eindruck. Ebenso generisch ist die Filmmusik.

CGI wird in Übermaß eingesetzt, die Figuren sind klischeehafte, eindimensionale Abziehbilder, selbst emotionale Szenen wirken kalt und leer.

Die theatralisch-überspitzte Darstellung von Dracula und seinen drei Bräuten wirkt insbesondere im starken Kontrast zur “unterkühlten” Performance von Van Helsing und Anna Valerious fehl am Platz.

Wäre der Film unterhaltsam, würde ich über all das hinwegsehen. Ich hatte schon mit einigen Filmen Spaß, die – objektiv betrachtet – nicht besser sind als “Van Helsing”. Aber genau da liegt das Problem des Films: Mir fehlt der Unterhaltungswert.

Ich vermute, dass die Ursache dafür darin liegt, dass sich der Film zu ernst nimmt. Es gibt zwar zwischendurch auch absichtliche Gags (und zumindest vereinzelte davon zünden auch. Danke diesbezüglich an “Carl”), aber nicht genug. Es überwieg unfreiwillige Komik, welche größtenteils ein Level erreicht, dass ich statt zu lachen, nur noch den Kopf schütteln konnte.

Wären die Filmemacher einen Schritt weiter gegangen und hätten Van Helsing als Horror-Komödie inszeniert, hätte der Film funktionieren können. Das Parodie-Potential ist vorhanden.

So ist “Van Helsing” für mich leider ein unausgegorener Mix aus zu wenig Spannung, viel zu generischer Action und unfreiwilliger Komik, die weh tut.

Fazit: “Van Helsing” besteht im Wesentlichen aus generische Action in coolem Steampunk-Look, die in einem eintönigen CGI-Feuerwerk und unfreiwilliger Komik untergeht.

Punktebewertung 4 von 10 Punkten
Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=507
letterboxd.com: https://letterboxd.com/film/van-helsing/
doesthedogdie.com: https://www.doesthedogdie.com/media/12501
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0338526/?ref_=fn_t_1

2. Filme 1960 bis 1989

Filme 1960 – 1989: Übersicht

Filme 1960 bis 1989 – Filmkritiken

Near Dark – Die Nacht hat ihren Preis (USA 1987)

Filmdaten:

Originaltitel: Near Dark
Regie: Kathryn Bigelow
USA 1987

Genre: Road-Movie, Western, Horror
Dauer: 94 Min
FSK: 16

Kurzinhalt:

Cowboy Caleb begegnet der schönen Mae, die sich als Vampirin entpuppt und ihn gegen seinen Willen verwandelt. Um zu überleben, bleibt Caleb nichts anderes übrig, als sich Maes Vampirfamilie, einer Gruppe mordlustiger Nomaden, anzuschließen. Doch zum Missfallen seiner neuen Familie fällt ihm das Töten schwer.

Meine Meinung zum Film: selten wird die Sonne als Gefahr so intensiv in Szene gesetzt

Ein sehr atmosphärischer Mix aus Western, Roadmovie und einer Brise Vampirhorror. Besonders gelungen ist die Inszenierung von Sonnenlicht als Gefahr. Die Szenen, in denen die Vampire mit der (aufgehenden) Sonne als Gefahrenquelle konfrontiert sind, sind die spannendsten Szenen im Film. Ich kann mich – zumindest auf die Schnelle – an keinen anderen Vampirfilm erinnern, der diese Gefahr derart intensiv und atmosphärisch umsetzt. 

Weiteres Highlight ist die Szene in der Bar. (Wer den Film kennt, weiß, welche ich meine. Um nichts zu spoilern, verrate ich an dieser Stelle nicht mehr).

Die Charaktere sind gut entwickelt und interessant, wobei die exzentrischen Mitglieder der Vampir-Nomadenfamilie – allen voran Bill Paxton als sadistischer Severen – dem Protagonisten die Show stehlen.

Dem Ende kann man zwar vorwerfen, dass es sich die Filmemacher etwas zu einfach machen, aber es ist dennoch befriedigend.

Fazit: ein sehenswerter, düsterer und sehr atmosphärisch inszenierter Vampirfilm

Punktebewertung 9 von 10 Punkten
Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=4240
Letterboxed.com: https://boxd.it/1SRO
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/10668
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0093605/?ref_=fn_t_1

Nosferatu: Phantom der Nacht (D/F 1979)

Filmdaten:

Originaltitel: Nosferatu: Phantom der Nacht
Regie: Werner Herzog
D/F 1979

Genre: Horror, Drama
Dauer: 107 Min
FSK: 16

Kurzinhalt:

Jonathan Harker reist nach Transsilvanien, um einen Kaufvertrag über eine Liegenschaft in seiner Nachbarschaft in London mit Graf Dracula abzuschließen. Als er erkennt, dass der Graf ein Vampir ist und es auf seine Frau Lucy abgesehen hat, ist es bereits zu spät: Graf Dracula hat ihn in seiner Burg eingesperrt und befindet sich bereits auf dem Weg nach London.

Meine Meinung zum Film: würdiger Nachfolger des Vampirfilmklassikers schlechthin

Da zum Zeitpunkt des Filmdrehs das Urheberrecht an Bram Stokers Roman “Dracula” bereits ausgelaufen war konnte Herzog für seinen Nosferatu-Film im Gegensatz zu Murnau 1922 die Namen aus Stokers Roman übernehmen (zu meiner Filmkritik zu Nosferatu aus 1922). Auch andere Elemente sind näher an Stokers Buch als am Film aus 1922, selbst ein paar Zitate werden direkt aus dem Buch übernommen. Ein paar der aus dem Buch übernommenen Zitate passen sich sehr gut in das Gesamtbild des Films ein, die anderen Annäherungen an die Buchvorlage stören zumindest nicht (zumindest bis auf das Finale), haben für mich allerdings auch keinen Mehrwert. Leider geht ausgerechnet im Finale der Versuch, Murnaus Ende mit Stokers Ende zu kombinieren und dabei etwas Neues zu erschaffen, völlig schief. Das Ergebnis ist ein unbefriedigender Mix, der keinem der beiden Vorlagen gerecht wird und die mit Abstand schwächste Szene des ganzen Films ist.

Aber jetzt zu den positiven Dingen: Visuell ist der Film sehr schön umgesetzt, die Atmosphäre ist düster. Die Filmmusik ist sehr eindringlich und erzeugt Spannung. Auch die Wahl der Drehorte gefällt mir sehr gut. Trotz langsamen Erzähltempo und vieler Landschaftsaufnahmen wird der Film zu keinem Zeitpunkt langweilig. Kinski als Graf Dracula ist ein würdiger Nachfolger von Schreck. Er ist unheimlich und gleichzeitig ein sehr tragischer Charakter, der unter Einsamkeit und der Belanglosigkeit des ewigen Lebens leidet. Toll spielen auch Isabelle Adjani als melancholische Lucy und Bruno Ganz als Jonathan.

Nur mit Roland Topor als übertrieben kichernder Renfield und Walter Ladengast als greiser Dr. Van Helsing konnte ich nicht viel anfangen.

Einen fahlen Nachgeschmack hat leider der Umgang mit den Filmratten. (Siehe hierzu den Wikipedia-Artikel zu Nosferatu unter dem Punkt “Trivia”) 2

Fazit: Bis auf das missglückte Ende ein würdiger Nachfolger von Murnaus “Nosferatu” aus 1922. Etwas näher an Stokers Buchvorlage, ruhig erzählt, sehr atmosphärisch und mit eindringlicher Musik unterlegt. Highlight: Kinski als Graf Dracula.

Punktebewertung 8 von 10 Punkten
Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=4239
Letterboxd.com: https://boxd.it/21J0
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/10729
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0079641/?ref_=fn_t_3

Fright Night – eine rabenschwarze Nacht (USA 1985)

Filmdaten:

Originaltitel: Fright Night
Regie: Tom Holland
USA 1985

Genre: Horror-Komödie
Dauer: 106 Min
FSK: 16

Kurzinhalt:

Teenager Charley ist überzeugt, dass sein neuer Nachbar ein Vampir ist und bittet einen abgehalfterten Schauspieler, der in einer TV-Show als Vampirjäger auftritt, um Hilfe.

Meine Meinung zum Film: 80er-Horrorcomedy-Spaß

“Fright Night” bietet vor allem eines: einen unterhaltsamen Mix aus 80er-Horror und Humor. Die Handlung ist nebensächlich und vorhersehbar, aber das mindert den Unterhaltungswert nicht. Klischees werden mit einem Augenzwinkern bedient, insbesondere Roddy McDowall als TV-Vampirjäger, der im wahren Leben weit ängstlicher ist, als seine große Klappe in seiner TV-Show vermuten lässt, sorgt für eine Menge Lacher. Auch Chris Sarandon als charmanter Vampir Jerry und Amanda Bears als Charlies Freundin Amy, die Jerrys Interesse weckt, hinterlassen Eindruck – und das, obwohl Amys Rolle auf die klassische damsel in distress reduziert ist.

Es dauert ein bisschen, bis der Film Fahrt aufnimmt, aber je länger er dauert, desto besser wird er. Das Finale macht nicht nur richtig Spaß, sondern wartet auch mit einigen sehenswerten, trashigen Horror-Effekten auf. Klar, aus heutiger Sicht sind sie völlig veraltet, aber gerade das macht ihren Charme aus.

Fazit: anspruchslose, trashig-unterhaltsame 80er-Jahre Horrorcomedy mit einem unterhaltsamen Finale und originellen Grusel-Effekten.

Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=20896
Letterboxd.com: https://boxd.it/1T4e
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/9687
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0089175/?ref_=fn_t_1

Filmkritiken zu weiteren Filmen der Reihe:

zur Filmkritik von Fright Night 2 aus 1988

zur Filmkritik des Remakes von „Fright Night“ aus 2011

The Blood Spattered Bride (ES 1972)

Filmdaten:

Originaltitel: La novia ensangrentada
Regie: Vicente Aranda
Spanien 1972

Genre: Horror
Dauer: 100 Minuten
FSK: 16

Kurzinhalt:

Die junge, frisch verheiratete Susan zieht mit ihrem dominanten, älteren Gatten auf dessen Landgut. Im Keller entdeckt Susan ein Bild einer Frau, deren Gesicht aus dem Bild geschnitten wurde. Ihr Mann erzählt ihr, dass die Frau eine Vorfahrin namens Mircala sei, die vor zweihundert Jahren lebte und ihren Ehemann in der Hochzeitsnacht ermordete. Kurz darauf tritt eine mysteriöse fremde Frau namens Carmila in das Leben des Ehepaares.

Meine Meinung zum Film: Exploitationfilm trifft female rage

“The Blood Spattered Bride” ist von Sheridan Le Fanus Novelle “Carmilla” inspiriert, ändert den Inhalt jedoch stark ab.

Der Film ist ein Mix aus sexistischem Exploitationfilm und überraschend interessant inszeniertem weiblichem Aufbegehren gegen männliche Machtstrukturen.

Einerseits werden nackte Frauenkörper voyeuristisch vorgeführt und das negative Klischee der “männerhassenden lesbischen Frau” bedient, andererseits werden patriarchale Strukturen und männliche Kontrolle kritisch beleuchtet und versuchen die weiblichen Charaktere, aus diesen auszubrechen. Hierbei kommt es zu einer Verdrehung der ansonsten üblichen Rollenverteilung in Vampirfilmen: Die Vampirin wird zu Susans potentieller Befreierin, als Zuseher*in fiebert man mit den beiden mit, während der Ehemann als unsympathischer, gewalttätiger Bösewicht inszeniert wird. Interessant ist, dass u.a. der Ehemann im Film keinen Namen hat. Dies wird immer wieder (zB screamhorrormag.com) dahingehend interpretiert, dass der Ehemann symbolisch für das Franco-Regime steht und der Film die Unterdrückung der Frau in diesem Regime darstellt.

Die Geschichte entwickelt sich langsam, bevor sie eskaliert, geht wenig subtil vor und wer nach Logiklücken sucht, wird fündig werden. Dafür gibt es wunderbar trashige Horror-Atmosphäre.

Die Art, wie Carmila als Figur in die Geschichte eingeführt wird, kann man entweder als an den Haaren herbeigezogen kritisieren, oder als originell loben. Auf jeden Fall ist es der ungewöhnlichste erste Auftritt eines Charakters, der mir je in einem Vampirfilm (oder Film generell) untergekommen ist.

Das Finale ist für einen Vampirfilm aus den Siebzigern überraschend schockierend. Spoiler: Allerdings finde ich es schade, dass die Entwicklung, die sich durch die Traumfrequenzen abgezeichnet hat, nicht konsequent zu Ende geführt wurde. Der in der letzten Einstellung eingeblendete Zeitungsartikel zeigt zwar, dass der Täter zur Rechenschaft gezogen wurde, aber ein befriedigendes Ende ist dies nicht. Allerdings ist es für einen Vampirfilm der 70er schon ein Fortschritt, dass der Mann, der die Vampirinnen für ihren Ausbruch aus der gesellschaftlichen Rolle “abstraft”, am Ende nicht als strahlender Held dasteht, sondern seinerseits für seine Tat bestraft wird.

Fazit: ein auch aus heutiger Sicht noch immer kontroverser Horrorfilm, der problematische Stereotype und Exploitationkino mit starker Symbolik, einigen interessanten Ideen und kritischem Blick auf die Unterdrückung von Frauen durch Männer verbindet.

Punktebewertung 8 von 10 Punkten
Filminfos:

letterboxed.com: https://letterboxd.com/film/the-blood-spattered-bride/
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/19251 [Beachte auch: https://www.imdb.com/de/title/tt0069029/parentalguide/ bezüglich Tiertötung]
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0069029/?ref_=fn_t_1

Black Sunday (ITA 1960)

Filmdaten:

Originaltitel: La maschera del demonio
Regie: Mario Bava
ITA 1960

Genre: Horror
Dauer: 87 Minuten
FSK: 12

Kurzinhalt:

200 Jahre nach der Hinrichtung der wegen Hexerei angeklagten Asa, welche vor ihrem Tod die Nachkommen ihres Henkers verflucht hatte, wird ihre Totenruhe von einem Professor gestört.

Meine Meinung zum Film: Gothic-Horror Stimmung pur

Wenn es um Atmosphäre geht, ist “Black Sunday” ein Paradebeispiel für Gothic-Horror-Ästhetik: ein altes Schloss mit geheimen Gängen, Der Wind heult über Friedhof und Gruft, Gewitter donnert, Türen knarren, Glocken läuten, Wind bläst durch Vorhänge, Nebel breitet sich am Boden aus – kurz: es gibt kaum ein Stimmungs-Klischee, das nicht eingesetzt wird. Das Ganze ist in Schwarz-Weiß Bildern gehalten und mit passender Musik unterlegt. Die Inszenierung der Geschichte kann sich auch heute noch sehen lassen (auch wenn die Horrorszenen im Vergleich zu modernen Filmen natürlich zahm wirken)

Die Handlung selbst ist simpel, aber erfüllt ihren Zweck. Barbara Steele tritt in einer Doppelrolle auf.

Achtung: Der deutsche Titel des Films (“Die Stunde, wenn Dracula kommt”) ist ein irreführender Marketing-Trick. Auch wenn der Film vampirische Elemente enthält, kommt Dracula persönlich in dem Film nicht vor.

Der Film ist übrigens von Nikolai Wassiljewitsch Gogols Kurzgeschichte „Der Wij“ inspiriert, 3 allerdings handelt es sich um eine sehr lose Interpretation, die den Inhalt sehr stark abändert. Details zu Gogols Geschichte findest du in Teil 5 meiner Blogreihe “Die Vampirliteratur im 19. Jahrhundert”.

Fazit: Ein sehenswerter, sehr atmosphärischer Gothic-Horrorfilm.

Punktebewertung 8 von 10 Punkten
Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=19249
letterboxd.com: https://letterboxd.com/film/black-sunday-1960/
doesthedogdie.com: https://www.doesthedogdie.com/media/52239
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0054067/?ref_=fn_t_5

Gruft der Vampire (USA/UK 1970)

Filmdaten:

Originaltitel: The Vampire Lovers
Regie: Roy Ward Baker
USA/UK 1970

Genre: Horror
Dauer: 93 Minuten
FSK: 16

Kurzinhalt:

Baron von Hartog hat fast alle Vampirinnen der Karnstein-Familie vernichtet, doch eine Vampirin ist ihm entkommen. Diese schleicht sich einige Zeit später zuerst in die Familie von General von Spielsdorf und schließlich in die von Mr. Morton ein und verführt dessen Tochter Emma.

Meine Meinung zum Film: Teil 1 der Karnstein Trilogie der Hammer Film Studios

Ingrid Pitt ist grundsätzlich eine tolle Carmilla – wunderschön und sinnlich. Von Le Fanu’s Vampirin unterscheidet sich die Filmfigur jedoch stark. Die Film-Carmilla ist mehr eine Art “erotische Männer-Fantasie”-Version der echten Carmilla. Aber diese Version spielt Pitt perfekt.

Madeline Smith als Emma spiegelt Unschuld und Naivität von Le Fanus Hauptfigur Laura hingegen sehr gut wieder und das zu einem Grad, dass es teilweise schon fast anstrengend ist zuzusehen. (Hinweis: General von Spielsdorfs Mündel Bertha heißt im Film Laura, aus der Protagonistin Laura wird im Film Emma).

Grundsätzlich ist der Film verhältnismäßig nah an der Vorlage, nimmt aber dennoch einige inhaltliche Änderungen vor.

Der Ablauf der Geschehnisse wird im Gegensatz zur Novelle chronologisch erzählt.

Es werden männliche Charaktere eingeführt, die in der Buchvorlage nicht existieren, etwa ein Verehrer für Emma und ein geheimnisvoller Vampir. Während Emma in der Buchvorlage (als Laura) die Protagonistin ist, wird sie im Film zur Nebenfigur. Anstatt wie Le Fanu die Geschichte einer jungen Frau zu erzählen, deren Freundin sich als Vampirin entpuppt, erzählt der Film die Heldengeschichte eines Mannes, der die Vampirfamilie Karnstein schon seit längerem jagt. Im Gegensatz zu Le Fanus Carmilla verführt und beißt die Film-Carmilla auch Männer. Die Beziehung zwischen Carmilla und Emma wird im Wesentlichen auf Küsse und nackte Brüste reduziert. Auch wenn das Handlungsgrundgerüst der Vorlage großteils übernommen wird, fängt der Film somit die Essenz der Novelle nicht ein.

Einem aktuellen Film würde ich diese Herangehensweise an einen meinen liebsten Vampirklassiker um die Ohren hauen.

Aber: “Gruft der Vampire” ist über 55 Jahre alt. Und die Erwartungen, die ich an einen Film aus dem Jahr 1970 des Hammer Film Studios habe, erfüllt er. Und von allen mir bekannten Verfilmungen von “Carmilla” ist es nach wie vor jene, die der Vorlage am nächsten kommt. Daher drücke ich bezüglich der zuvor angeführten Kritikpunkte die Augen zu und freue mich stattdessen, die berühmteste Vampirin der Literaturgeschichte in einem klassischen Hammer-Horrorfilm zu sehen.

Vom inhaltlichen nun weg hin zum formalen: “Gruft der Vampire” verbindet klassischen Vampirhorror mit (leichter) Erotik und hat einige atmosphärische Szenen zu bieten. Über weite Strecken wird er ruhig erzählt, gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse. 

Fazit: klassischer Vampirhorror aus dem Hammer Filmstudio mit einer Brise Erotik und einem “male gaze” auf Le Fanus Novelle “Carmilla”.

Punktebewertung 7 von 10 Punkten
Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=9113
Letterboxd.com: https://boxd.it/1i2U
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/60162
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0066518/?ref_=fn_t_1

The Last Man on Earth (USA/ITA 1964)

Filmdaten:

Originaltitel: The Last Man on Earth
Regie: Ubaldo Ragona, Sidney Salkow
USA/UTA 1964

Genre: Sci-Fi/Dystopie, Horror
Dauer: 85 Minuten
FSK: 16

Kurzinhalt:

Dr. Robert Morgan versucht in einer Welt zu überleben, in der eine Seuche alle Menschen außer ihm in Vampire verwandelt hat.

Meine Meinung zum Film: die bisher werktreuste Umsetzung von Richard Mathesons Klassiker “I am legend” (1954)

Der Film basiert auf dem Buch „I am legend“ von Richard Matheson. (Zur Rezension von Richard Mathesons „I am legend“.)

Der Film ist in schwarz-weiß gehalten und wird von Roberts Stimme aus dem Off erzählt. Rückblenden geben Einblick in Roberts Leben vor bzw. zum Zeitpunkt des Seuchenausbruchs.

Die größte Stärke des Films ist die düstere, hoffnungslose Atmosphäre. Ein paar Szenen sind bedrückender als viele moderne Dystopien.

Hauptdarsteller Vincet Price macht seinen Job sehr gut, unter den Nebendarsteller*innen überzeugen hingegen nicht alle.

Die Geschichte wird langsam und ruhig erzählt. Es gibt wenig Action, Spannung kommt selten auf. Der Film lebt voll und ganz von der dystopischen Atmosphäre.

Sein Alter und sein geringes Budget sieht man dem Film stark an: Die Vampire sind alles andere als furchteinflößend, der gesamte Film wirkt sehr billig produziert.

Insgesamt ist die Verfilmung recht nah an der Buchvorlage, auch wenn natürlich mehrere Änderungen und Kürzungen vorgenommen wurden. Schade finde ich, dass ausgerechnet die beiden stärksten Szenen des Buches abgewandelt wurden und dadurch ihre Wirkung etwas verlieren.

Die vorgenommenen Kürzungen der Geschichte könnten weiters dazu führen, dass ein paar Geschehnisse auf Zuseher*innen, welche die Vorlage nicht kennen, unlogisch wirken.

Trotz allem ist “The Last Man on Earth” ein interessanter Film und im Gegensatz zum Film “I am Legend” aus 2007 (welcher die Geschichte in ein seelenloses Zombie-Spektakel verwandelt) eine durchaus gelungene Verfilmung von Richard Mathesons Dystopie-Klassiker.

Fazit: eine ruhige, sehr atmosphärische und – sofern man über die vielen Alterserscheinungen hinwegsieht – gelungene Dystopie. An die Buchvorlage heran reicht der Film jedoch bei weitem nicht.

Punktebewertung 7 von 10 Punkten
Filminfos:

Letterboxd.com: https://letterboxd.com/film/the-last-man-on-earth/
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/11948
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0058700/

Fright Night 2 – Mein Nachbar der Vampir (USA 1988)

Filmdaten:

Originaltitel: Fright Night Part II
Regie: Tommy Lee Wallace
USA 1988

Genre: Horror-Komödie
Dauer: 104 Minuten
FSK: 16

Kurzinhalt:

Dank Therapie glaubt Charlie, dass Vampire nicht existieren und Vampir Jerry aus Teil 1 nur ein gewöhnlicher Mörder war. Er ist nach wie vor mit TV-Vampirjäger Peter Vincent befreundet und genießt das Leben mit seiner neuen Freundin Alex. Doch als er sieht, wie menschengroße Kisten in das Apartmenthaus von Peter Vincent transportiert werden und er einer mysteriösen Frau begegnet, kommt seine Angst vor Vampiren wieder auf.

Meine Meinung zum Film: starke Vampirinnen, mittelmäßige Fortsetzung

Anfangs ist der Film sehr repetitiv, fängt sich dann aber schließlich. Die Horror-Effekte sind wie beim Vorgängerfilm originell und der Unterhaltungswert trotz unausgegorener Handlung gegeben. Da es Charlie diesmal mit mehreren statt nur mit mehr Gegnern zu tun hat als in Teil 1, haben die einzelnen Bösewichte weniger Screentime, was schade ist, da es ein paar richtig gute Szenen mit den Vampirinnen Belle (gespielt von: Russel Clark) und Regine (Julie Carmen) gibt (Stichwort: Tanz, Rollerblades). Von den beiden hätte ich mir mehr Auftritte gewünscht! Sympathiepunkte erhält der Film auch dafür, dass Charlies neue Freundin keine reine Damsel in Distress mehr ist. Und auch Vampirjäger Peter Vincent ist wieder putzig anzusehen.

Fazit: An Teil 1 kommt die Fortsetzung nicht ran, für gute trashig-schwarzhumorige Abendunterhaltung reicht es jedoch allemal. Inhaltliche Mängel werden durch tolle weibliche Charaktere wett gemacht.

Punktebewertung 7 von 10 Punkten
Filminfos:

Letterboxd.com: https://letterboxd.com/film/fright-night-part-2/
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/45704
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0097390/?ref_=fn_t_2

Weitere Kritiken zu Filmen der Reihe:

zur Filmkritik zu Fright Night aus 1985

… und vor Lust zu sterben (F/ITA 1960)

Filmdaten:

Originaltitel: …et mourir de plaisir
Titel der englischen Übersetzung: Blood and Roses
Regie: Roger Vadim
F/ITA 1960

Genre: Horrordrama, Liebesfilm
Dauer: 87 Minuten
FSK: 16

Kurzinhalt:

Leopoldo de Karnstein veranstaltet für seine Verlobte Georgia ein großes Fest. Auch Leopoldos Cousine Carmilla, die in Leopoldo verliebt ist, ist zu Gast. Ein neben dem Friedhof gezündetes Feuerwerk löst vergrabene Landminen aus, wodurch eine sich in der Nähe befindliche Ruine einstürzt und das Grab von Mircalla von Karnstein freilegt, einer Vorfahrin von Leopoldo, der nachgesagt wird, eine Vampirin gewesen zu sein. Carmilla entdeckt das Grab als erstes. Kurz darauf beginnt sich ihr Verhalten zu verändern.

Meine Meinung zum Film: ruhig und sinnlich

Der Film ist von Sherdian Le Fanus Novelle “Carmilla” inspiriert, ändert den Inhalt jedoch stark ab.

“…und vor Lust zu sterben” ist ein schön anzusehender, allerdings sehr ruhiger Film, mit Fokus auf das Dreiecksverhältnis zwischen Leopoldo, Georgia und Carmilla. Horrorstimmung kommt kaum auf, dafür gibt es Gefühlschaos und ein paar sympathisch-humorvolle Alltags-Momente. Die sexuelle Anziehung zwischen Carmilla und Georgia wird zwar nur leicht angedeutet, aber sehr sinnlich inszeniert. Besonders gut gefällt mir die Darstellung von Carmilla, welche Charme, Melancholie und kindlichen Trotz in sich vereint.

Das Ende ist aus dramaturgischer Sicht zwar etwas holprig, aber insofern interessant, als es zumindest ein paar Millimeter von Genreerwartungen abweicht.

Fazit: schön inszeniert, ruhig und sinnlich, aber inhaltlich weit weg von Sheridan Le Fanus Novelle “Carmilla”.

Punktebewertung 7 von 10 Punkten
Filminfos:

letterboxd.com: https://letterboxd.com/film/blood-and-roses/
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/130754
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0053802/?ref_=fn_t_4

Ein Toter hing am Glockenseil (ITA/ES 1965)

Filmdaten:

Originaltitel: La crypta e l’incubo
Regie: Thomas Miller
Italien/Spanien 1965

Genre: Gothic-Horror
Dauer: 85 Minuten
FSK: 16

Kurzinhalt:

Laura leidet unter Alpträumen, in denen sie die Tode von Verwandten vorhersieht. Ihr Vater fürchtet einen Zusammenhang mit einer uralten Familienlegende um eine Vorfahrin, die als Hexe hingerichtet wurde und beauftragt einen jungen Gelehrten damit, das Geheimnis um die Legende zu lüften. Zeitgleich verunfallt eine fremde junge Frau vor dem Familienanwesen, wird im Anwesen beherbergt und freundet sich mit Laura an.

Meine Meinung zum Film: Gothic-Style statt Inhalt

Der Film ist vage an Sheridan Le Fanus Novelle “Carmilla” aus 1871/1872 angelehnt, ändert den Inhalt jedoch sehr stark ab.

Atmosphärisch ist “Ein Toter hing am Glockenseil” sehr gelungen: Ein altes, abgeschiedenes Schloss als Wohnsitz und eine ebenso alte Krypta als Schauplatz sind perfekt gewählt. Nebel, Wind, Gewitter, Glocken, knarrende Türen, alte Gemäuer, Kerzen und Ähnliches werden stimmungsvoll eingesetzt. Der Film ist in schwarz-weiß gehalten, es herrscht durchwegs eine düster-melancholische Atmosphäre. Untermalt wird das ganze mit unheimlicher Musik. Ebenso gut gefällt mir, dass Frauen in der Geschichte eine wesentliche Rolle spielen. Die Freundschaft, die zwischen Laura und der fremden Frau entspinnt, wird sehr zärtlich beschrieben, eine sapphic Romance nur sehr vage durch leichte Berührungen und Händchenhalten angedeutet. Die dramatischsten Szenen des Films sind sehr übertrieben dargestellt, was dem Film zwischendurch campy wirken lässt. Der größte Kritikpunkt ist die unausgegorene Handlung, die den Film inhaltlich chaotisch wirken lässt und nicht immer logisch nachvollziehbar ist. Wer darüber hinweg sehen kann, darf sich jedoch über einen sehr atmosphärischen Gothic-Film mit interessanten weiblichen Charakteren freuen.

Fazit: ein atmosphärisch top umgesetzter, inhaltlich allerdings wirrer Italo-Gothic-Horrorfilm

Punktebewertung 7 von 10 Punkten
Filminfos:

letterboxd.com: https://letterboxd.com/film/crypt-of-the-vampire/
doesthedogdie.com: https://www.doesthedogdie.com/media/178670
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0057280/?ref_=fn_t_2

Martin (USA 1977)

Filmdaten:

Originaltitel: Martin
Regie: George A. Romero
USA 1977

Genre: Drama, psychologischer Horror
Dauer: 91 Minuten
FSK: 16

Kurzinhalt:

Martin, ein psychisch kranker junger Mann, hält sich für einen Vampir. Er tötet Frauen und trinkt ihr Blut. Sein streng religiöser und abergläubischer Cousin befeuert den Wahn.

Meine Meinung zum Film: Vampirismus aus psychologischer Sicht

“Martin” ist psychologisches Horrodrama über einen psychisch kranken jungen Mann, der – anstatt die Hilfe zu bekommen, die er benötigt – mit seinen Problemen allein gelassen, schikaniert und ausgegrenzt wird. Gleichzeitig zeigt der Film die Auswirkungen von Aberglauben. Die Absichten von Martins Cousin sind löblich, doch in dem er sturr an seinem Glauben festhält, Martin sei ein echter Vampir, den man mit Hilfe von Gott und mythologischen Hilfsmittelchen wie Knoblauch in Zaum halten kann, verschlimmert er die Situation.

Der Film wird langsam und ruhig erzählt, streckenweise zieht er sich. Gewaltszenen sind wenige vorhanden, die paar, die vorhanden sind, sind jedoch intensiv. Martins romantisierte Vampirfantasien werden in Schwarz-Weiß-Bildern eingeblendet und bilden einen starken Kontrast zur realen Gewalt.

John Amplas spielt Martin überzeugend. Trotz seiner schrecklichen Taten, empfindet man als Zuseher*in Mitleid mit dem schüchternen, einsamen Jungen, der sich des Unrechts seiner Taten nicht bewusst zu sein scheint.

Der Film wurde mit geringem Budget gedreht und man sieht dem Film sein Alter deutlich an, was jedoch nicht weiter stört.

Fazit: Eine sehr langsam und ruhig erzählte psychologische Charakterstudie bzw. Sozialstudie mit Horrorelementen, die zum Nachdenken anregt.

Punktebewertung 7 von 10 Punkten

Inhaltswarnung: sexuelle Gewalt

Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=23465
Letterboxd.com: https://boxd.it/1tJ6
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/124637
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0077914/?ref_=fn_t_2

Ganja & Hess (USA 1973)

Filmdaten:

Originaltitel: Ganja & Hess
Regie: Bill Gunn
USA 1973

Genre: Drama, Arthouse
Dauer: 113 Minuten
FSK: 16

Kurzinhalt:

Der Anthropologe Dr. Hess Green, der zu einer antiken afrikanischen Kultur von Bluttrinkern forscht, wird von seinem psychisch labilen Assistenten mit einem uralten zeremoniellen Dolch erstochen und erwacht als Untoter zu neuem Leben – unsterblich, aber mit unstillbarem Blutdurst. Als die Ehefrau seines Assistenten, Ganja, auf der Suche nach ihrem verschwundenen Gatten auftaucht, verliebt sich Hess in sie.

Meine Meinung zum Film: Kunstfilm statt Unterhaltung

Auch wenn “Ganja & Hess” häufig als Horrorfilm beworben ist, ist er generell mehr Kunstfilm als Unterhaltungsfilm. Die Geschichte von Hess & Ganja wird in nicht zusammenhängenden Szenen erzählt, was eine Vielzahl von Fragen zur Handlung und den Beweggründen der Charaktere aufwirft. Ausgerechnet die Szenen, die mich am meisten interessiert hätten, werden leider übersprungen. Diese sehr freie Erzählweise mag originell sein, macht es aber auch anstrengend, den Film anzusehen. Trotz des langsamen Tempos enthält der Film ein paar sehr intensive Momente, jedoch nicht genug, um so etwas wie Spannung aufzubauen. Interessant ist die Behandlung von Themen wie Rassismus, Religion und afrikanischer Kultur, toll sind die Filmmusik und natürlich Marlene Clark als Ganja. Pluspunkte gibt es für den Film auch deshalb, da er mit Genreerwartungen bricht. Insbesondere das Ende ist für einen Vampirfilm aus Anfang der 70er-Jahre ungewöhnlich.

Fazit: ein interessanter, aber auch unzugänglicher Arthouse Film für Fans experimenteller Erzählungen. Am besten gefallen mir die Musik und Ganja. Interessant auch, wie der Film mit Genreerwartungen bricht. Insgesamt ist er aber leider zu langatmig geraten.

Punktebewertung 7 von 10 Punkten
Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=23466
Letterboxd.com: https://boxd.it/2UWe
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/178945
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0068619/?ref_=fn_t_1

Blacula (USA 1972)

Filmdaten:

Originaltitel: Blacula
Regie: William Crain
USA 1972

Genre: Horror
Dauer: 93 Minuten
FSK: 16

Kurzinhalt:

Der afrikanische Prinz Mamuwalde wird im 18. Jahrhundert von Dracula in einen Vampir verwandelt und in einem Sarg eingesperrt. Im Los Angeles der Gegenwart wird er befreit und verliebt sich in eine Frau, die er für die Reinkarnation seiner verstorbenen Geliebten hält.

Meine Meinung zum Film: Blaxploitation-Klassiker

Billige Inszenierung, ebenso billigere Effekte und ein löchriges Drehbuch einerseits, moderne „Shaft“-Vibes, ein charismatischer Blacula, coole Musik, so mancher flotter Spruch, 70er-Style, eine Lovestory, Ironie und Rassismuskritik andererseits – “Blacula” hat durchaus guten Unterhaltungswert.

Fazit: trashig-unterhaltsamer Blaxploitation-Film mit einer Prise Rassismuskritik

Punktebewertung 7 von 10 Punkten
Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=7750
Letterboxd.com: https://letterboxd.com/film/blacula/
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/77684
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0068284/?ref_=fn_t_1

Kritiken zu weiteren Teilen der Reihe:

zur Filmkritik zu Der Schrei des Todes (Blacula 2)

Tanz der Vampire (USA/UK 1967)

Filmdaten:

Originaltitel: The fearless Vampire Killers
Regie: Roman Polanski
USA/UK 1967

Genre: Horror-Komödie
Dauer: 108 Minuten
FSK: 12

Kurzinhalt:

Professor Abronsius und sein Assistent Alfred reisen nach Transsilvanien, um Vampire zu bekämpfen und stoßen auf das Schloss von Graf von Krolock.

Meine Meinung zum Film: vom Musical übertrumpft

Der Film “Tanz der Vampire” hat für mich in erster Linie nostalgischen Wert. Die Charaktere, allen voran Professor Abronsius, sind wunderbar schrullig, die typischen Vampirfilm-Klischees werden brav vorgeführt, es gibt ein paar humorvolle Slapstick-Einlagen und das große Finale ist sogar richtig unterhaltsam. Kurz: Der Film ist auch heute noch ganz nett anzusehen, sofern man keine zu hohen Erwartungen hat. Aber mit Humor und Dramatik des auf dem Film basierenden gleichnamigen Musicals kann er nicht mithalten.

Fazit: eine harmlos-nette Komödie für Vampirkultfilm-Nostalgiker.

Punktebewertung 6 von 10 Punkten
Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=3088
Letterboxd: https://boxd.it/25Ri
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/41031
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0061655/?ref_=fn_t_1

Vamp (USA 1986)

Filmdaten:

Originaltitel: Vamp
Regie: Richard Wenk
USA 1986

Genre: Horror-Komödie
Dauer: 93 Minuten
FSK: 18

Kurzinhalt:

Drei Studenten landen in einem Strippclub, der von Vampiren geführt wird.

Meine Meinung zum Film: kultige Grace Jones

Nach “Fright Night” und “The Lost Boys” hat es mit “Vamp” nun eine weitere 80er-Jahre-Horror-Komödie von meiner watchlist auf den Fernseher geschafft. Und obwohl der Film ebenfalls unterhaltsam ist und im Gegensatz zu den erstgenannten sogar mit Vampirinnen aufwartet (was für mich immer ein Pluspunkt ist), hat mich “Vamp” weniger überzeugt.

Die 80er-Atmosphäre passt, es gibt einige humorvolle Momente, ein paar trashige Horroreffekte und einen schrägen Auftritt von Grace Jones. Und doch will der Film einfach nicht so gut funktionieren, wie erhofft.

Von der Handlung wird niemand ernsthaft ein Meisterwerk erwarten, streckenweise wirkt sie aber etwas zu sehr zusammengeschustert. Der Handlungsstrang um den vampirischen Stripclub tritt zwischendurch zu stark in den Hintergrund, um Platz für eine Auseinandersetzung zwischen den Studenten und einer Gang zu schaffen. Dieser Konflikt wirkt auf mich wie ein Lückenfüller, um die Spieldauer zu erhöhen, hat jedoch keinen Mehrwert für den Film. Ich hätte mir stattdessen einen stärkeren Fokus auf die Auseinandersetzung mit den Vampiren gewünscht. Vor allem hätte ich gerne mehr von den Vampirinnen gesehen, die teilweise schon fast zu Nebenfiguren verkommen.

Das bzw. die einzige, die nachhaltig in Erinnerung bleibt, ist Grace Jones als wortkarte, unheimliche Vampirin Katrina, die – obwohl der Film mit ihr beworben wird – im Film leider etwas zu kurz kommt.

Fazit: ein etwas unausgegorener 80er-Jahre Horror-Comedy-Spaß, der meine Erwartungen nicht ganz erfüllt hat.

Punktebewertung 6 von 10 Punkten
Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=9274
Letterboxd.com: https://boxd.it/1e6S
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/22313
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0092147/?ref_=fn_t_1

The Velvet Vampire (USA 1971)

Filmdaten:

Originaltitel: The Velvet Vampire
Regie: Stephanie Rothman
USA 1971

Genre: Erotik-Horror
Dauer: 80 Minuten
FSK: ungeprüft

Kurzinhalt:

Das Pärchen Lee und Susan wird von der mysteriösen Diana auf deren abgeschiedenes Anwesen in der Wüste eingeladen.

Meine Meinung zum Film: vampirische Erotik in light Version

“The Velvet Vampire” zeichnet sich durch sinnlich inszenierte Erotik-Szenen, surreale Traumsequenzen und eine schöne Kulisse aus. Interessant für die damalige Zeit ist, dass Männer und Frauen gleichermaßen sexualisiert werden und dass Bisexualität dargestellt wird. Auch das Ende weicht zumindest ein paar Milimeter von Genre-Klischees ab.

Celeste Yarnall als Diana spielt sehr gut. Michael Blodgett als Lee und Sherry Miles als Susan zuzusehen, ist hingegen teilweise recht anstrengend.

Der Film wird sehr ruhig und langsam erzählt. Über weite Strecken ist er recht langatmig. Klassische Horrorszenen sind kaum vorhanden. Der Fokus liegt auf dem Dreiecksverhältnis Diana, Lee und Susan.

Fazit: Das interessanteste am Film ist der “female gaze” auf Diana, Lee und Susan im Gegensatz zum sonst im Genre so verbreiteten “male gaze”. Inhaltlich hat „der „The Velvet Vampire“ hingegen eher wenig zu bieten.

Punktebewertung 6 von 10 Punkten
Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/plakat.php?movie_id=20011
Letterboxd.com: https://letterboxd.com/film/the-velvet-vampire/
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/42919
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0067929/?ref_=fn_t_1

Valerie and her week of wonders (CZ 1970)

Filmdaten:

Originaltitel: Valerie a týden divů
Regie: Jaromil Jireš
CZ 1970

Genre: surrealer Genremix aus Coming-of-age, Horrordrama, und Märchen
Dauer: 77 Minuten
FSK: 16

Kurzinhalt:

Die 13-jährige Valerie hat ihre erste Menstruation. Das damit symbolisch verbundene sexuelle Erwachen erlebt sie als eine Art Albtraum-Wunderland.

Meine Meinung zum Film:

“Valerie and her week of wonders” ist der bisher am schwierigsten zu bewertende Film. Er besteht mehr aus einer Aneinanderreihung surrealer, poetischer, miteinander verbundener Szenen als aus einer logischen Handlung. Er ist sehr ästhetisch umgesetzt, arbeitet viel mit Symbolik und bietet großen Spielraum für gesellschaftskritische Interpretationen. Die musikalische Untermalung passt sehr gut zu den Bildern. Auf eine bizarre Weise ist der Film überraschend mitreißend und wirkt lange nach.

Doch jetzt kommt das große “Aber”: die sexualisierte Darstellung einer ca. 13-jährigen Schauspielerin ist ein absolutes No-Go. Natürlich kann man mit dem Alter des Films argumentieren und ja, auch eine Vielzahl anderer älterer Filme enthalten problematische Aspekte. Aber in diesem Fall fand ich es richtig unangenehm zuzusehen, wie die Hauptdarstellerin über weite Strecken des Films vorgeführt wird. Auch für die Erzählung der Geschichte ist diese Art der Darstellung unnötig. Ein Film, der so stark auf Abstrahierung, Surrealismus und Symbolik setzt, sollte in der Lage sein, seine Botschaft ohne sexualisierte Vorführung einer 13-Jährigen rüberzubringen. Daher fällt die Bewertung niedriger aus, als es der Film sonst verdient hätte.

Fazit: Ein künstlerisch sehr interessanter, surrealer (Alb-)traum. Leider mit problematischer Sexualisierung der jungen Protagonistin.

Inhaltswarnung: sexuelle Belästigung einer Minderjährigen

Punktebewertung 5 von 10 Punkten
Filminfos:

letterboxd.com: https://boxd.it/NsC
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/12499
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0066516/?ref_=fn_t_11

Begierde (USA 1983)

Filmdaten:

Originaltitel: The Hunger
Regie: Tony Scott
USA 1983

Genre: Drama, Horror
Dauer: 97 Min
FSK: 16 (früher: FSK 18)

Kurzinhalt:

Vampirin Miriam leidet unter Einsamkeit: Sie ist die letzte ihrer Art und die Verwandlung von Menschen ist nicht so endgültig, wie erhofft. Als ihr aktueller Ehemann nach ein paar Jahrhunderten dem Tode nah ist, begibt sie sich auf die Suche nach einer Nachfolgerin. Ihre Wahl fällt auf die Ärztin Sarah, die der Entschlüsselung des ewigen Lebens auf der Spur ist.

Meine Meinung zum Film: Wird der Buchvorlage nicht gerecht

“Begierde” ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Whitley Strieber aus 1981. (zu meiner Rezension zu Whitley Striebers „Begierde“)

Allerdings weicht der Film an vielen Stellen von der Buchvorlage ab. Grundsätzlich spricht nichts dagegen, eine Buchvorlage frei zu interpretieren, das Problem mit dieser Verfilmung ist, dass sie weder als Buchverfilmung, noch als eigenständiges Werk funktioniert.

Das Kernelement des Romans, der “Hunger” (nicht nur wortwörtlich als Hunger nach Blut, sondern auch im metaphorischen Sinn, als Hunger nach Liebe, Macht, etc) wird völlig aufgeweicht, sowohl Horror als auch Sex werden stark reduziert. Am drastischsten ist aber eine inhaltliche Abänderung gegen Ende, die zu einer völligen Verschiebung der Kernaussage der Geschichte führt.

Visuell ist der Film durchaus interessant, wenn auch teilweise zu bemüht auf “stylisch” bzw. “arthouse” getrimmt. Der musikalischen Untermalung stehe ich zwiegespalten gegenüber: teilweise ist sie gelungen, teilweise empfand ich sie als nervig. Spannung kommt keine auf, auch die Umsetzung der Erotik enttäuscht und die Dramatik ist zu melodramatisch inszeniert, um sie ernst zu nehmen. Auch ist die Geschichte nicht besonders gut aufbereitet; mein Mann, der die Buchvorlage nicht kennt, fand den Film unlogisch.

Positiv hervorzuheben ist hingegen die Besetzung von Miriam mit Catherine Deneuve und Sarah mit Susan Sarandon. Beide passen perfekt zur Rolle und die Chemie zwischen ihnen stimmt. Leider können auch sie den Film nicht retten.

Fazit: Visuell durchaus einfallsreich umgesetzt, abgesehen davon aber eine langatmige Enttäuschung, die der Buchvorlage nicht gerecht wird.

Punktebewertung 5 von 10 Punkten
Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=16847
Letterboxd.com: https://boxd.it/1Tk2
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/122535
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0085701/?ref_=fn_t_3

Der Schrei des Todes (USA 1973)

Filmdaten:

Originaltitel: Scream Blacula Scream
Regie: Bob Kelljan
USA 1973

Genre: Horror
Dauer: 96 Minuten
FSK: 16

Kurzinhalt:

Jahre nach den Ereignissen aus Teil 1 wird Vampir Blacula durch ein Voodo-Ritual wiedererweckt.

Meine Meinung zum Film: kann nicht mit Teil 1 mithalten

Wie schon bei Teil 1 handelt es sich auch bei “Scream Blacula Scream” um einen billig produzierten Blaxploitationfilm, wobei das niedrige Budget bei Teil noch stärker sichtbar ist als beim Vorgänger-Film. Größte Stärke ist William H. Marshalls als charismatischer Prinz Mamuwalde. Der Beginn ist unterhaltsam und verspricht schwarzen Humor und markante Sprüche. Der Rest des Films kann diese Erwartungen jedoch nicht erfüllen und so plätschert die unausgegorene Handlung unentschlossen und ohne Spannungsbogen vor sich hin.

Interessant finde ich die Verbindung des Vampirmythos mit Voodoo. Sehr gut gefällt mir die Untermalung mit Trommeln im – abgesehen davon leider enttäuschenden – Finale. Das Ende ist immerhin so originell, dass es aus der Masse der Vampirfilme heraussticht. Dennoch hat mich “Scream Blacula Scream” bei Weitem weniger abgeholt als Teil 1.

Fazit: Eine enttäuschende Fortsetzung, die trotz ein paar guter Einfälle weder an den Charme noch die Coolness von Teil 1 herankommt.

Punktebewertung 4 von 10 Punkten
Filminfos:

letterboxd.com: https://letterboxd.com/film/scream-blacula-scream/
doesthedogdie.com: https://www.doesthedogdie.com/media/77685
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0070656/?ref_=ext_shr_lnk

Kritiken zu weiteren Filmen der Reihe:

zur Filmkritik zu Blacula

3. Filme vor 1960

Filme vor 1960 – Übersicht

Filme vor 1960 – Filmkritiken

Dracula’s Daughter (USA 1936)

Filmdaten:

Originaltitel: Dracula’s Daughter
Regie: Lambert Hillyer
USA 1936

Genre: Horror
Dauer: 71 Min

Kurzinhalt:

Nach Draculas Tod sucht seine Tochter, Gräfin Marya Zaleska, nach einer Möglichkeit, sich vom Fluch des Vampirismus zu befreien, doch unterliegt dem Verlangen nach Blut. Währenddessen untersucht Dr. Garth, ein Freund des wegen Mordes an Graf Dracula verhafteten Prof. Van Helsing, ungewöhnliche Todesfälle, die die von Van Helsing beschriebenen Bissspuren aufweisen.

Meine Meinung zum Film: eine interessante Fortsetzung eines Klassikers, die einen eigenen Weg geht

“Dracula’s Tochter” setzt unmittelbar dort an, wo “Dracula” aus 1931 (zur Filmkritik zum Film Dracula aus 1931) endet: ein paar Minuten nach Draculas Hinrichtung. Edward Van Sloan, der schon in der 31er Verfilmung Professor Van Helsing spielte, übernimmt erneut diese Rolle und wird gleich zu Beginn wegen des Mordes an Graf Dracula verhaftet.

Draculas Tochter, Gräfin Marya Zaleska, sieht im Tod ihres Vaters ihre Chance, ihr Leben fortan ohne seinen Einfluss so zu leben, wie sie möchte. Gloria Holden spielt die Gräfin mit distanzierter Eleganz, starker Präsenz, einer Brise Mysterium und starrem Blick. Im Gegensatz zu ihrem Vater, fällt es der Gräfin anfangs schwer, ihre vampirische Natur zu akzeptieren: Sie hadert mit ihrem Blutdurst und träumt davon, ein normales Leben zu führen. Anstatt als Monster wird sie als tragische Figur dargestellt, die ihrer vampirischen Natur gegen ihren Willen unterworfen ist. Sie ist der mit Abstand interessanteste Charakter im Film und trägt diesen.

Unter den Nebenfiguren finde ich Dr. Garth’s Sekretärin Janet am interessantesten. Eine quirlige, junge Frau, die zwar nur wenige Auftritte hat, aber für einige humorvolle Momente verantwortlich ist.

Gut gefällt mir auch die Nebenstory um den Diener der Gräfin, der gegen Ende der Geschichte eine entscheidende Rolle spielt.

Der Film spielt größtenteils in Whitby und ist sehr dialoglastig. Gruselstimmung kommt kaum auf. Im Mittelpunkt steht die Suche der Gräfin nach einer Heilung, eine Suche, die sie zu Dr. Garth führt, von dem sie sich Hilfe erhofft und an dem sie bald ein darüber hinausgehendes Interesse entwickelt. Diesen Fokus auf den inneren Kampf der Vampirin finde ich für einen Vampirfilm aus den 1930er Jahren sehr interessant.

Während in der Dracula Verfilmung aus 1931 noch strikt darauf geachtet wurde, jegliche Szenen, die irgendwie in Richtung Homosexualität interpretiert werden könnten zu verhindern (Spoiler:so durfte Dracula Renfield nicht beißen), gibt es in der Fortsetzung vereinzelte subtile homoerotische Andeutungen.

Fazit: zwar nicht besonders atmosphärisch, aber hinsichtlich der behandelten Themen ein sehr interessanter Vampirklassiker mit einer tollen Vampirin.

Punktebewertung 8 von 10 Punkten
Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=23130
Letterboxd.com: https://boxd.it/1Azs
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/74274
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0027545/?ref_=fn_t_1

Vampire der Nacht (USA 1933)

Filmdaten:

Originaltitel: The Vampire Bat
Regie: Frank R. Strayer
USA 1933

Genre: Horror, Krimi, Sci-Fi
Dauer: 63 Minuten

Kurzinhalt:

In Kleinschloss werden mehrere blutleere Leichen mit Einstichen am Hals gefunden. Der mit der Aufklärung beauftragte Polizist geht von Mord aus. Die Einwohner befürchten jedoch, dass ein Vampir dahinter steckt und verdächtigen den kognitiv beeinträchtigten Fledermausliebhaber Herman.

Meine Meinung zum Film: kurzweilig und unterhaltsam

“The Vampire Bat” dauert nur knapp eine Stunde, was die perfekte Länge für den Film ist. Für mehr wäre nicht genug Story vorhanden, so schafft es der Film jedoch, über die volle Länge zu unterhalten.

Inhaltlich bietet “The Vampire Bat” einen durchschnittlichen Kriminalfall mit Horrorelementen. Er ist jedoch gut gespielt und die Zeit vergeht beim Schauen im Nu.

Für humorvolle Momente sorgt Maude Eburne als hypochondrische Tante Gussie Schnappman.

Herman wird von Dwight Frye gespielt, dem “Renfield” aus der Dracula-Verfilmung von Tod Browning aus 1931.

Fazit: ein kurzweiliger, unterhaltsamer Horror-Krimi und nettes Wiedersehen mit “Renfield” Dwight Frye.

Grafische Bewertung mit acht von zehn Punkten
Filminfos:

Letterboxd.com: https://boxd.it/VaQ
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/170534
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0024727/?ref_=fn_t_1

Vampyr – Der Traum des Allan Gray (D 1932)

Filmdaten:

Originaltitel: Vampyr
Regie: Carl Theodor Dreyer
D 1932

Genre: Horror
Dauer: 72 Min

Kurzinhalt:

In einem Gasthaus wird Allan Gray mit mysteriösen Geistererscheinungen konfrontiert. Er geht den Erscheinungen nach und landet in einem Schloss, in dem eine der beiden Töchter des Schlossbesitzers unter einer unbekannten Krankheit leidet. Ein altes Buch bringt Gray auf die Spur einer Vampirin.

Meine Meinung zum Film: surrealer Albtraum

“Vampyr” ist eine ungewöhnliche Mischung aus Stummfilm und Tonfilm: Viel Musik, wenig Sprache, und immer wieder Unterbrechungen durch Texteinblendungen.

Highlight ist die Kameratechnik. Mit Licht- und Schattenspielen, Reflexionen, Einsatz von Filtern, Reverse-Effekt und anderen Kameratricks wird eine überraschend unheimliche, surreale Atmosphäre erschaffen. Im Gegensatz zur atmosphärischen Kameraarbeit wirkt die Musik schon fast ein bisschen undramatisch. Musikalisch hätte man die Spannung sicher steigern können.

Die Geschichte an sich ist grundsätzlich sehr einfach, aufgrund der Art, wie sie im Film umgesetzt wird und durch die surrealen Elemente und Traumfrequenzen, wirkt sie teilweise jedoch etwas wirr und unausgegoren. Interessant anzusehen ist der Film dennoch.

Fazit: ein ungewöhnlicher Filmklassiker, der vor allem aufgrund unheimlich-surrealer Atmosphäre und experimenteller Kameraarbeit einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Grafische Bewertung mit sieben von zehn Punkten
Filminfos:

uncut.at: https://www.uncut.at/movies/film.php?movie_id=8894
Letterboxd.com: https://boxd.it/29DY
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/41030
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0023649/?ref_=fn_t_1

Das Zeichen des Vampirs (USA 1935)

Filmdaten:

Originaltitel: Mark of the Vampire
Regie: Tod Browning
Deutschland 1935

Genre: Krimi, Mystery
Dauer: 60 Min

Kurzinhalt:

Die Leiche von Baron Karel Borotyn wird blutleer und mit Bisswunden aufgefunden. Die Bediensteten befürchten, dass der Vampir Graf Mora und dessen Vampirtochter Luna hinter dem Mord stecken. Inspektor Neumann glaubt nicht an Vampire, doch als er mit seinen Ermittlungen nicht weiterkommt, zieht er schließlich doch einen Vampirexperten zu Rate.

Meine Meinung zum Film: Das Wiedersehen mit Lugosi scheitert leider am Plot

In den besten Szenen bietet “Das Zeichen des Vampirs” einen gelungenen Mix aus klassischem Vampirhorror und einer Brise Humor. Leider verläuft sich der Film, je länger er dauert, immer mehr in Wiederholungen und einer abstrusen Handlung. Je nachdem, mit welchen Erwartungen man den Film ansieht, könnte das Finale als enttäuschend empfunden werden. Mich hat es jedenfalls nicht überzeugt.

Fans von Bela Lugosi dürfen sich aber auf einen Auftritt des Schauspielers als Graf Mora  freuen und Carroll Borland gibt mit bleichem Gesicht und starrem Blick eine wunderbare Vampirtochter.

Fazit: Ein durchschnittlicher Vampirfilm, der leider am “originellen” Plot scheitert und sich zu oft im Kreis dreht.

Punktebewertung 4 von 10 Punkten
Filminfos:

Letterboxd: https://boxd.it/1ozK
doesthedogdie.com (Triggerdatenbank): https://www.doesthedogdie.com/media/112450
imdb.com: https://www.imdb.com/de/title/tt0026685/?ref_=fn_t_1

4. Hinweis zu den Filmkritiken

Ich habe sämtliche Filme selbst gekauft, geliehen oder gestreamt und erhalte keinerlei Gegenleistung für diese Rezensionen. Ich habe keinen Auftrag zur Rezensionserstellung erhalten und habe keine Kooperation mit an der Filmproduktion beteiligten Personen, Filmverleih oder den verlinkten Filmwebseiten.

5. Lust, über einen der Filme zu reden?

Kennst du einen oder mehrere der Filme? Wie gefällt er oder gefallen sie dir?

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Fußnoten:

  1. Siehe hierzu meinen Beitrag zu John Polidoris „The Vampyre“ (1819) im Rahmen meiner Blogartikel-Reihe „Die Vampirliteratur im 19. Jahrhundert.[]
  2. https://de.wikipedia.org/wiki/Nosferatu_%E2%80%93_Phantom_der_Nacht(Stand: 28.8.2026).[]
  3. https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Stunde,_wenn_Dracula_kommt (Stand: 19.8.2026).[]
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