Übersicht
1. Buchdaten
Titel: Empire of the Vampire
Autor: Jay Kristoff
Verlag: HarperCollinsPublisher
Sprache: Englisch (deutsche Übersetzung mit dem Titel “Das Reich der Vampire” ist vorhanden)
Seitenanzahl: 725 (Taschenbuch)
Genre: Dark Fantasy
Wo ist das Buch erhältlich? Im regulären Buchhandel
Auf der Website von HarperCollinsPublisher findest den englischen Klappentext: https://harpercollins.co.uk/products/empire-of-the-vampire-empire-of-the-vampire-book-1-jay-kristoff?variant=39887718907982
Cover, Klappentext und Leseprobe der deutschen Übersetzung findest du auf der Website des Fischer Verlages: https://www.fischerverlage.de/buch/jay-kristoff-das-reich-der-vampire-9783596700400
2. Kurzinhalt
Seit 27 Jahren herrscht in Elidaen ewige Nacht, das Reich wird von Vampiren regiert. Gabriel de León, letzter Silberwächter und Vampirjäger eines heiligen Ordens und selbst halb Vampir, wurde von seinen Feinden gefangen genommen. Während er auf seine Hinrichtung wartet, erzählt er auf Anordnung der Vampir-Kaiserin seine Lebensgeschichte.
3. Meine Meinung zum Buch
“Empire of the Vampire” bietet einen schnellen Einstieg. Die einzelnen Kapitel sind kurz, ein Cliffhanger jagt den nächsten.
Foreshadowing wird exzessive eingesetzt. So etwas kann nach hinten losgehen, funktioniert im Fall von „Empire of the Vampire“ jedoch überraschend gut und heizt die Neugierde weiter an.
Die Story ist handlungsgetrieben, actionreich und wartet mit mehreren Wendungen auf – manche lassen sich erahnen, andere haben mich überrascht, aber alle haben mir gefallen.
Die nicht chronologische Erzählweise trägt ebenfalls zur Spannungssteigerung bei.
Aufgelockert wird das Ganze durch eine Vielzahl sarkastischer Sprüche und derben Humor, wobei die Ausdruckweise teilweise sehr vulgär ist. Der Erzählstil ist flapsig. Der Fokus liegt klar auf Unterhaltung statt Tiefgang. Und diese Taktik geht voll auf. (Vorausgesetzt, man mag den derben Humor. Ansonsten wird man schnell verzweifeln.)
Das Buch enthält eine Vielzahl klassischer “Heldenszenen”, allerdings werden diese nicht bierernst, sondern stets mit ausreichend Selbstironie präsentiert.
Die dargestellte Welt ist düster, gewalttätig, kompromisslos und konservativ. Meine anfängliche Skepsis gegenüber dem konservativen Weltbild hat sich jedoch schnell gelegt, da dieses wird nicht idealisiert und es gibt ausreichend Charaktere, die die Werte der “in-book”-Mehrheitsgesellschaft in Frage stellen und aus den ihnen vorgesehenen Rollen ausbrechen.
Während die Geschichte zu Beginn noch stark männerdominiert ist, treten im Verlauf des Buches mehrere sehr interessante weibliche Nebencharaktere und auch ein paar queere Nebenfiguren abseits klischeehafter Darstellung auf, die nicht nur schmückendes Beiwerk sind, sondern tatsächlich Einfluss auf die Handlung nehmen.
Besonders interessant ist das World Building hinsichtlich der Hintergrundgeschichte der Vampire und der Silberwächter. Um Spoiler zu vermeiden, gehe ich nicht näher darauf ein, aber der Autor erweitert das Vampir-”Genre” um ein paar sehr spannende Ideen.
Die Geschichte wird vom Protagonisten, dem Vampirjäger Gabriel de León, im Rahmen eines Interviews während seiner Gefangenschaft geführt. Anfangs war ich skeptisch, ob diese Erzählweise über mehr als 700 Seiten funktionieren kann. In zB Anne Rices “Interview mit einem Vampir”1 hatte das Interview schließlich keinen Mehrwert für die Geschichte, sondern hat diese nur weiter verlangsamt. Die Art, wie das Interview in “Empire of the Vampire” mit der Geschichte verbunden wird, gefällt mir hingegen sehr gut. Die Entscheidung, welche Ereignisse Gabriel in welcher Reihenfolge erzählt ist nicht nur aus formaler Sicht spannungsoptimiert, sondern auch inhaltlich als Machtkampf zwischen Gabriel und seinem Gegenüber konzipiert. Darüber hinaus haben die Interviewpassagen aufgrund des verbalen Schlagabtauschs zwischen Gabriel und dem ihn interviewenden Vampir hohen Unterhaltungswert.
“Empire of the Vampire” ist der 1. Teil einer Trilogie. Auch wenn die Geschichte somit nach Ende von Band 1 weitergeht, bietet der erste Band ein gelungenes Zwischen-Finale, das nicht nur Lust auf die Fortsetzung macht, sondern auch einen für mich zufriedenstellenden Abschluss für das Auftakt-Buch darstellt.
Nicht für die Story relevant, aber nett anzusehen: Das Buch enthält eine Vielzahl von Illustrationen.
Ich habe das Buch auf Englisch gelesen, die Qualität der deutschen Übersetzung kann ich somit nicht beurteilen.
Fazit: “Empire of the Vampire” ist ein Dark Fantasy „Blockbuster“ der gelungenen Sorte: kurzweilig, spannend, düster, mit derbem, schwarzem Humor und hohem Unterhaltungswert von der ersten bis zur letzten Seite.

Inhaltswarnungen
Hinweis: Die von mir angeführten Inhaltswarnungen sind nicht abschließend. Wenn es über die angeführten Thematiken andere Themen gibt, die dich triggern, erkundige dich bitte stets vor dem Lesen, ob diese Inhalte in den von mir vorgestellten Büchern vorkommen.
Inhaltswarnungwarnung [zum Anzeigen mit der Maus markieren]: Ermordung von Kindern; Sexuelle Gewalt wird erwähnt, aber nicht beschrieben
4. Hinweise zur Rezension
Ich habe meine Ausgabe des Buches selbst gekauft und ich erhalte keinerlei Gegenleistung für diese Rezension. Ich habe keinen Auftrag zur Rezensionserstellung erhalten und habe keine Kooperation mit Autor oder Verlag und stehe mit diesen auch in sonst keiner Verbindung.
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Fußnoten:
