Update zu meinem Vampirroman – 1. Halbjahr 2026: mitten im Überarbeitungsmarathon [Eigenwerbung]

Foto einer Vampirin, die ihren Sargdeckel öffnet

Übersicht

  1. Zeit ist … der Teufel!
  2. Die Farbe der Hölle ist grün
  3. Warum sich meine Vampirinnen alle Zeit der Welt lassen
  4. Status Quo
  5. War da nicht noch was mit einer Kurzgeschichte?
  6. Lust zu diskutieren?

Seit meinem letzten Beitrag ist schon wieder ein halbes Jahr vergangen und mein Roman wächst und gedeiht. Höchste Zeit für ein Schreibupdate!

Du willst wissen, was letztes Jahr passiert ist? Meinen Jahresrückblick über meine Schreibfortschritte 2025 findest du hier.

1. Zeit ist … der Teufel!

Ich erzähle die Geschichte meines Vampirromans geradlinig. Absolut linear. Ohne zeitlichen Schnickschnack. Zuerst passiert A, dann B, dann C und so weiter.
Man würde meinen, da ist so etwas wie ein Zeitstrahl über die Ereignisse nicht notwendig, oder?
Denkste!

Beim Überarbeiten kam irgendwann der Punkt, an dem ich mir dachte “Irgendwas passt da zeitlich nicht ganz.” Also habe ich einen Kalender genommen und die Ereignisse der Reihe nach eingetragen.
Und weißt du was? Da war wirklich der Wurm drin! Bzw. der Zeitteufel.

Eine Figur hat mehr Tage überlebt, als aus medizinischer Sicht möglich und eine Aktion länger gedauert, als logisch erklärbar. Aber den Zeitraum zu kürzen, hätte eine Parallelhandlung gekillt. Und dann war laut Kalender an einem Tag Sonntag, an dem ich einen Wochentag benötigt hätte und einfach einen Tag einzuschieben hätte eine wichtige Nebenhandlung ad absurdum geführt.

Keine Ahnung, ob diese Ungereimtheiten Leser*innen aufgefallen wären oder sie gestört hätten. Ich führe beim Lesen anderer Bücher auch kein Zeitprotokoll und drücke meist ein Auge zu, wenn eine zeitliche Ungereimtheit so offensichtlich ist, dass sie beim Lesen auffällt.

Trotzdem: Wenn ich den Fehler entdecke, dann merze ich ihn natürlich aus. Also habe ich mal wieder Szenen und Kapitel verändert und verschoben. Und beschlossen: Wenn ich das nächste mal eine Geschichte schreibe, erstelle ich gleich während des Plottens einen Zeitstrahl mit genauen Kalenderdaten. Auch bei vermeintlich einfachen, linearen Handlungsverläufen.

2. Die Farbe der Hölle ist grün

Ich liebe Farben!
Gut, das merkt man hier am Blog wegen dem vielen Schwarz nicht, aber ich liebe sie wirklich!
Zumindest beim Schreiben.

Nachdem ich mit der Spannungsoptimierung meines Romans fertig war (mehr zu diesem findest du im Jahresrückblick 2025), erstellte ich eine Szenenübersicht, in der ich jede Szene mit wenigen Sätzen beschrieb.
Solche Szenenzusammenfassungen helfen mir, den Überblick zu bewahren, was die wichtigsten Geschehnisse der einzelnen Szenen sind und welchem erzählerischen Zweck sie dienen.

Dann kamen die Farben zum Einsatz. Ich las die Rohfassung vollständig durch und ordnete jeder Szene eine von 3 Farben zu: grün, orange oder blau.
Grün bedeutete: Spannung pur! → Passt.
Orange bedeutete: Gut, aber das geht noch besser → Auf Handlungsrelevanz prüfen, Überflüssiges streichen, Spannung erhöhen.
Blau bedeutete: Für den Hauptplot nicht relevant genug → Streichen.

Daraufhin markierte ich die Szenen in der Szenenübersicht mit der jeweiligen Farbe.
Das ergab eine super Übersicht, wo die Stärken und Schwächen der Rohfassung lagen und wo ich somit noch nachbessern musste.

Wie du dir das vorstellen kannst?
So:

(Versuch gar nicht erst, den Text zu lesen. Ich habe ihn weichgezeichnet, um genau das zu verhindern)
Ja, zum damaligen Zeitpunkt lag noch viel Arbeit vor mir.

Diese Farben-Übersicht war mir bei meinem ersten großen Überarbeitungsdurchgang eine sehr große Hilfe.
Nachdem ich mit dem 1. Überarbeitungsdurchgang fertig war, kam erneut Farbe zur Anwendung.

Ziel des 1. Überarbeitungsdurchgangs war es, Handlungen-, Kapitel- & Szenenaufbau zu optimieren. Dementsprechend überprüfte ich nach Abschluss des Überarbeitungsdurchganges, ob ich dieses Ziel erreicht hatte.

Alle Szenen, die diese Spannungs-Kontrolle überlebten, krönte ich zur Belohnung mit (diesmal digitaler) grüner Markierung.
Das sah dann so aus:

(Sämtliche Leseversuche sind dank Weichzeichner auch diesmal zum Scheitern verurteilt.)
Wie man sieht, gab es zum Zeitpunkt, als ich die Kontrolle durchführte, noch Stellen im Roman, die nicht optimal waren.

Dank dieser Übersicht sah ich auf den ersten Blick, wo noch Nachjustierung notwendig war und konnte mich bei der weiteren Überarbeitung auf diese Stellen konzentrieren, bis alles grün war.

Danach ging es weiter mit dem 1. Durchgang der Detailüberarbeitung (Schreibstil, Atmosphäre, show/tell, Dialoge, etc), in dem ich mich aktuell noch immer befinde. Auch hierbei kommen Leuchtstifte zum Einsatz. Aber darüber erzähle ich dir bei meinem nächsten Schreibupdate mehr.

3. Warum sich meine Vampirinnen alle Zeit der Welt lassen

Mein Vampirroman entsteht nach der “Pralinenmethode”: Jeden Tag ein kleines Häppchen. Warum?
Ich habe ME/CFS. Und als ME/CFS-Betroffene muss ich “Pacing” betreiben.
Im Wesentlichen bedeutet das, dass meine Kapazitäten geringer sind als bei Gesunden und ich mich innerhalb meiner Kapazitätsgrenzen bewegen muss, um eine Zustandsverschlechterung (“Crash”) zu vermeiden.

Dinge, die für dich “normal” sind, wie zB Schreiben. sind für mich so anstrengend, dass ich sie nur zeitlich stark begrenzt durchführen kann und mich danach ausruhen muss.
Wenn du über deine Grenzen gehst, bist du erschöpft oder übermüdet. Nachdem du dich gut ausgeschlafen hast, geht es dir wieder besser.
Wenn ich über meine Grenzen gehe, bin ich im worst case für mehrere Tage bettlägrig und kann es Tage, Wochen, Monate oder noch länger dauern, bis sich mein Körper wieder so erholt, dass ich wieder den Zustand vor dem “Crash” erlange. Bis dahin sind meine Kapazitäten noch geringer als zuvor. Und nein, einfach ausschlafen, um mich zu erholen, funktioniert nicht.
Darum ist das Einhalten meiner Kapazitäts-Grenzen wichtig. Auch beim Schreiben, Lesen, Fernsehen, Bloggen, etc.
Anstatt mich also mehrmals pro Woche ein oder zwei Stunden hinzusetzen und zu schreiben, schreibe ich in kleinen Häppchen. Mit gestellten Timer, um die Zeit nicht zu übersehen. Wenn die Zeit um ist, ist sie um – Schreibflow hin oder her.
Aber diese Schreib-Häppchen mach ich dafür – soweit möglich – täglich.

Und so wächst mein Roman in vielen kleinen Häppchen. Jeden Tag ein weiteres kleines Stück.
Das dauert natürlich. Aber das ist okay.
Denn das Wichtigste im Leben ist nicht die Veröffentlichung eines Buches, sondern die Gesundheit.
Mit meinen Mini-Häppchen läuft es bisher ganz gut.
Wie lange es dauern wird, bis mein Roman veröffentlicht wird?
Keine Ahnung.
Ich habe meine festen täglichen, zeitlich stark begrenzten Schreib-/Überarbeitungszeiten, Blogging-Zeiten (dieser Vampirblog ist neben meinen Vampirroman mein 2. Vampir-Baby), Social Media-Zeiten, Lese-/Fernsehzeiten, etc.
An diese Zeiten halte ich mich.
Außer natürlich das Leben bzw. die Gesundheit pfuscht dazwischen und verbraucht meine für das Schreiben, Bloggen, Lesen, etc. vorgesehenen Energiereserven für andere Dinge. Dann ist Nix mit Schreiben, Bloggen, Lesen, etc.
Denn: Die Gesundheit geht vor. Immer. Das würd ich übrigens auch dir empfehlen. Unabhängig davon, ob du gesundheitliche Einschränkungen hast oder nicht.

Aber zurück zu meinem Roman:
Was ich dir sagen kann, ist: Er wächst. Zwar in Schneckentempo, aber er wächst.
Ich hoffe, dass ich heuer mit der Überarbeitung fertig werde und ihn an die ersten Testleser*innen übergeben kann.
Aber ich setz mir bewusst keine Deadline.
Wenn er fertig ist, ist er fertig.


Und wenn

  • mein Roman fertig ist, und
  • mein Gesundheitszustand wieder so gut ist, dass eine Veröffentlichung ohne negative Auswirkungen auf meine Gesundheit möglich ist,

dann veröffentliche ich ihn.

Bis dahin schreibe, überarbeite, blogge und unterhalte mich auf Social Media über Vampire – ganz in meinem Tempo und innerhalb meiner Kapazitäten.

4. Status Quo

Text "Status Quo" als metallene Buchstaben

Aktuell befinde ich mich mitten in meinem 1. Detail-Überarbeitungsdurchgang. (Kannst du dich noch an meine Überarbeitungscheckliste erinnern? Falls nicht, findest du sie in meinem Jahresrückblick 2025.) Teil 1 ist mittlerweile abgehakt. Im Moment befinde ich mich in Phase 2.

Die aktuellen Eckdaten meines Manuskript lauten:

  • 68.208 Wörter
  • 424.902  Zeichen (=283 Normseiten)

Gegenüber Ende Dezember 2025 wurde die Geschichte somit trotz vielfachem Streichen um fast 30 Normseiten länger. Wie das sein kann? Ich habe zwar viele Wörter, Sätze, Absätze, Szenen und sogar ganze Handlungsstränge gelöscht, aber auch neue, besser zur Geschichte passende Handlungsstränge ergänzt und die vorhandenen Szenen ausgebaut, um ihnen Tiefe und Atmosphäre zu verleihen.

5. War da nicht noch was mit einer Kurzgeschichte?

Text "Chapter 1" auf einer Schreibmaschine geschrieben

Ja, da war tatsächlich was. Wenn ich nicht gerade an meinem Vampirroman schreibe, schreibe ich hin- und wieder auch Kurzgeschichten. Und so wie schon letztes Jahr, habe ich auch heuer wieder eine (vampirfreie) Kurzgeschichte veröffentlicht: “Weichenstellung – Entscheidung am Bahngleis”. Hier findest du mehr Details zu ihr.

6. Lust zu diskutieren?

Schriftzug "discuss" auf Würfeln

Wenn du Lust hast, über diese Blogartikel zu reden, schreib mich einfach auf Social Media an. Egal ob per DM, in den Kommentaren zu einem meiner Beiträge oder als dein eigener Beitrag (tagg‘ mich einfach, damit ich ihn nicht überseh‘) – ich freu mich schon auf die Diskussion. Du findest mich auf Instagram (https://www.instagram.com/domi.caella_schreibt/) und Mastodon (https://literatur.social/@domi_caella_vampirautorin).

Portrait einer Vampirin die ihre Reißzähne zeigt

Lust auf mehr Vampire?

Wenn du schon mal auf meinem Blog bist, schau dich doch um, was es hier sonst noch so zu entdecken gibt:

  • unter „Buchrezensionen“ findest du meine Rezensionen zu Vampirbüchern (neueste zuerst; eine alphabetische Übersicht findest du hier), unter „Filmkritikenmeine Vampirfilmkritiken (sortiert nach Bewertung oder Filmerscheinungsjahr) und unter Spielerezensionen meine Rezensionen zu Vampirspielen (neueste zuerst).
  • Blogartikel über Vampirmythologie findest du unter Mythologie, Blogartikel über Vampirklassiker unter Vampirklassiker.
  • [unbezahlte Werbung] Meine Interviews mit Autor*innen, in denen diese ihre eigenen Vampirbücher vorstellen, findest du unter „Interviews.
  • [Eigenwerbung] Unter „Social Media“ erfährst du mehr über die Inhalte meiner Socialmedia-Accounts, unter mein Vampirroman findest du Updates zu meinem Vampirroman in Arbeit und unter vampirfreie Zone findest du meine vampirfreien Kurzgeschichten.
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