Vampirbuch-Rezension: “Hungerstone” – Kat Dunn (ⓒ/Auflage 2025)

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Buchdaten
Kurzinhalt
Meine Meinung zum Buch
Hinweis zur Rezension
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Buchdaten

Titel: Hungerstone
Autorin: Kat Dunn © 2025
Erscheinungsjahr: 2025 Manilla Press (Bonnier Books UK)
Sprache: Englisch
Seitenanzahl: 328 (Ebook)
Genre: Gothic (Horror) Novel
Wo ist das Buch erhältlich? Im regulären Buchhandel

Auf der Website des Verlages siehst du das Cover: https://www.bonnierbooks.co.uk/books/manilla-press/hungerstone/?highlight=Hungerstone

Kurzinhalt

Im 19. Jahrhundert lebt Lenore in einer unglücklichen Ehe mit einem Mann, der sich mehr für seinen beruflichen Erfolg und sein gesellschaftliches Ansehen interessiert als für sie. Ihr Leben besteht aus pflichtbewusstem Erfüllen ihrer Aufgaben als Hausfrau. Eines Tages tritt die mysteriöse Carmilla in ihr Leben, die mit ihrer unangepassten Art nicht nur für Konflikte im trauten Heim sorgt, sondern auch Lenore dazu bringt, sich ein paar unangenehme Fragen zu ihrem bisherigen Leben stellen, vor denen sie ihre Augen lieber verschließen würde. Gleichzeitig geschehen in der Umgebung einige ungewöhnliche Vorfälle: Getrieben von Hunger legen einige Mädchen und Frauen im Dorf auf einmal seltsames Verhalten an den Tag.

Meine Meinung zum Buch

Obwohl das Buch völlig anders ist, als erwartet, ist “Hungerstone” mein erstes Lesehighlight des Jahres 2026. Wer einfach eine Nacherzählung der Novelle “Carmilla” von Sheridan Le Fanu aus 1872 erwartet, wird enttäuscht sein. Die Geschichte basiert zwar lose auf der Novelle, erzählt aber eine völlig eigenständige Geschichte. Wer auf der Suche nach hartem Horror oder Action ist, ist bei diesem Buch ebenfalls falsch. Auch mit einer klassischen Vampirgeschichte hat das Buch wenig gemein. Das Vampirmotiv ist zwar vorhanden, wird aber anders umgesetzt, als man angesichts der Buchvorlage (Le Fanus Novelle “Carmilla”) erwarten würde. Eine Sapphic Romance kommt am Rande vor, ist aber ebenfalls nicht Hauptthema. Fokus des Buches ist Lenores Persönlichkeitsentwicklung und Emanzipation.

Die Geschichte wird ruhig und langsam erzählt, ohne langatmig zu werden. Immer wieder gibt es Rückblicke zu Ereignissen in Lenores Vergangenheit, die ihre Persönlichkeit geprägt haben. Wie Lenore sich anpasst und unterordnet, um nur niemandem zur Last zu fallen, wie sie sich selbst klein macht und sich eigene Wünsche und Träume verwehrt, wie ihr Leben von negativen Glaubenssätzen wie “nur wenn ich nützlich bin, werde ich akzeptiert” geprägt ist, wie sie unter der Lieblosigkeit ihres Mannes leidet und sich gleichzeitig nach seiner Zärtlichkeit sehnt, wird eindringlich und einfühlsam erzählt. Man leidet mit ihr und hofft, dass sie es schafft, aus dem Gefängnis, welches sie selbst für sich geschaffen hat, zu entkommen. Die Atmosphäre des Buches ist gedrückt und deprimierend. Es herrscht ruhige, jedoch intensive Gothic-Stimmung. Die unterschwellige Wut, die Lenore so erfolgreich seit Jahren unterdrückt, ist von Anfang an spürbar. Als Leser*in wartet man nur darauf, dass sich diese Wut mit Carmillas Unterstützung endlich entlädt.

Fazit: Ein von Sherida Le Fanus Novelle “Carmilla” inspirierter, feministischer Gothic-Novel über eine Frau, die ihre eigenen Bedürfnisse zu lange unterdrückt hat.

Punktebewertung 10 von 10 Punkten

Hinweis zur Rezension

Ich habe meine Ausgabe des Buches selbst gekauft und ich erhalte keinerlei Gegenleistung für diese Rezension. Ich habe keinen Auftrag zur Rezensionserstellung erhalten und habe keine Kooperation mit Autor oder Verlag und stehe mit diesen auch in sonst keiner Verbindung.

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