Vampirbuch-Rezension: “Southern Gothic – Das Grauen wohnt nebenan” – Grady Hendrix (ⓒ 2020/Auflage 2021)

Übersicht

  1. Buchdaten
  2. Kurzinhalt
  3. Meine Meinung zum Buch
  4. Hinweis zur Rezension
  5. Lust, über das Buch zu reden?

1. Buchdaten

Titel: Southern Gothic
Untertitel: Das Grauen wohnt nebenan
Originaltitel: The Southern book club’s guide to slaying vampires
Autor: Grady Hendrix © 2020
Übersetzer: Jakob Schmidt
Erscheinungsjahr/Verlag der deutschen Übersetzung: © 2021 Wilhelm Heyne Verlag
Sprache: deutsche Übersetzung (Originalsprache: Englisch)
Seitenanzahl: 423 (Ebook)
Genre: Horror, Humor
Wo ist das Buch erhältlich? Im regulären Buchhandel.

Auf der Website Penguin Random House Verlagsgruppe, zu der Heyne gehört, siehst du ein Bild des Covers: https://www.penguin.de/buecher/grady-hendrix-southern-gothic-das-grauen-wohnt-nebenan/paperback/9783453321397

2. Kurzinhalt

Patricia ist eine frustrierte Hausfrau, die sich um ihren auf seine Karriere fokussierten Ehemann, zwei Teenager und die pflegebedürftige Schwiegermutter kümmern muss. Flucht aus dem Alltag bietet ihr ein Buchclub, in dem sie mit befreundeten Hausfrauen true-crime-Bücher liest. Als ein charmanter, gut aussehender Mann namens James in die Nachbarschaft zieht, ist nicht nur sie von ihm sehr angetan. Schnell ist er in das Leben der Gemeinschaft bestens integriert und geht in Patricias Haus als guter Freund der Familie ein und aus. Als die ersten unerklärlichen Ereignisse und Todesfälle eintreten, keimt in Patricia der Verdacht, dass James nicht der ist, für den er sich ausgibt.

3. Meine Meinung zum Buch

Die Geschichte wird in der 3. Person erzählt, größtenteils aus der Sicht von Patricia.

Hendrix spielt mit Klischees, überzeichnet die Charaktere stark und erschafft dadurch eine wunderbar überspitzte Karikatur des Hausfrauen- und Vorstadtlebens. Er verwendet zwar “traditionelle” Rollenbilder, karikiert diese jedoch, so dass offensichtlich ist, dass die Darstellung nicht dazu dient, sexistische (und im Falle der farbigen Charaktere rassistische) Stereotype zu festigen, sondern diese zu kritisieren.

Humor zieht sich durch das gesamte Buch und lockert selbst die brutalen Szenen auf.

Dennoch enthält die Geschichte auch einige sehr tragische Momente, die tief unter die Haut gehen und schafft es der Autor, genug Spannung aufzubauen, damit man als Leser:in wissen will, wie es weitergeht.

Auch gesellschaftskritische Seitenhiebe kommen nicht zu kurz. Diese werden zwar nicht subtil eingeflochten, sondern sind größtenteils “on the nose”, dies passt meiner Meinung nach jedoch sehr gut zum überzeichneten Gesamtbild des Romans.

“Klotzen statt kleckern” ist das Motto auch in Bezug auf Gewalt- und Horrorszenen. Von denen kommen zwar nur sehr wenige vor, aber in den paar, die es gibt, tobt sich der Autor so richtig aus. Das Versprechen gleich zu Beginn des Buches, dass die Geschichte blutig enden wird, wird eingehalten: Das Finale ist ein vor Blut nur so triefender, mit schwarzem Humor gespickter, bizarrer Festschmaus. So macht Lesen Spaß!

James ist ein toller, aalglatter Gegenspieler, allerdings kein “morally grey” Charakter, sondern ein klassischer Bösewicht, dessen Vernichtung man als Leser:in herbeisehnt. Mit dieser Schwarz-Weiß-Zeichnung kann – ebenso wie mit der starken Karikierung und fehlenden Subtilität in den meisten Belangen – sicher nicht jeder etwas anfangen, sie passt jedoch, wie ich finde, sehr gut zum Rest der Geschichte. 

Eine Entwicklung in der Mitte des Romans nach einem längeren Zeitsprung, nimmt dem Roman zwischendurch das Tempo und zieht ein paar inhaltliche Wiederholungen nach sich. Zum Zeitpunkt des Lesens des Mittelteils fand ich dies unnötig. Im Nachhinein ist die Entscheidung des Autors für diese Entwicklung jedoch nachvollziehbar.

Fazit: “Southern Gothic” schafft das Kunststück, schwarzen Humor, Gesellschaftskritik, Spannung, Tragik, und die eine und andere Horrorszene zu einem gelungenen Mix zu verbinden – nicht subtil, sondern als Wink mit dem Zaunpfahl, aber durch und durch unterhaltsam.

Grafische Bewertung mit zehn von zehn Punkten

[Grafik: (c) Tasty_Cat (Anastasia Usenko) via depositphotos.com (bearbeitet)]

Hinweis zur deutschen Übersetzung

Die Autorin und Buchbloggerin Lea D. weist in ihrer Rezension auf Instagram auf Ungenauigkeiten in der vom Heyne Verlag veröffentlichten deutschen Übersetzung hin (https://www.instagram.com/p/DMnpRvCoY2k/?igsh=dDlhYTBtbXZqdGNk). Ich habe das englische Original nicht gelesen, so dass ich die Qualität der Übersetzung nicht beurteilen kann, das von ihr genannte Beispiel des “Kostümschmucks” hat mich beim Lesen der deutschen Ausgabe aber auch ohne Kenntnis des englischen Originals stutzig gemacht. Abgesehen davon fand ich den deutschen Text aber flüssig zu lesen (inwieweit er sich vom Original unterscheidet, kann ich jedoch nicht beurteilen).

Inhaltswarnungen

Hinweis: Die von mir angeführten Inhaltswarnungen sind nicht abschließend. Wenn es über die angeführten Thematiken andere Themen gibt, über die du nicht lesen willst, erkundige dich bitte stets vor dem Lesen, ob diese Inhalte in den von mir vorgestellten Büchern vorkommen.

Inhaltswarnung: Ermordung von Kindern, Suizid von Kindern, Vergewaltigung

4. Hinweis zur Rezension

Ich habe meine Ausgabe des Buches selbst gekauft und ich erhalte keinerlei Gegenleistung für diese Rezension. Ich habe keinen Auftrag zur Rezensionserstellung erhalten und habe keine Kooperation mit Autor oder Verlag und stehe mit diesen auch in sonst keiner Verbindung.

Eine alphabetische Übersicht all meiner Rezensionen und Buchkurzvorstellungen findest du hier.

5. Lust, über das Buch zu reden?

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