Übersicht
- Comic-Buchdaten
- Kurzinhalt
- Meine Meinung zum Buch
- Hinweis zur Rezension
- Lust, über das Buch zu reden?
1. Comic-Buchdaten
Original:
Titel: 30 days of night
Autor: Steve Niles
Illustrationen: Ben Templesmith
Cover: Ashley Wood
Schrift & Design: Robbie Robbins
Verlag: IDW Publishing
Erscheinungsjahr: 2011 digitale Edition (Story: © Steve Niles 2002, Art: © 2011 Lorelei Bunjes, Idea & Design: Idea + Design Works, LLC 2002, Cover Art: Ashley Wood 2002)
Sprache: Englisch (deutsche Übersetzung vorhanden)
Seitenanzahl: Teil 1: 24 Seiten, Teil 2: 24 Seiten, Teil 3: 28 Seiten (Ebook)
Genre: Horror
Wo ist das Buch erhältlich? Im regulären Buchhandel, auch als DeluxeEdition vorhanden
Remake:
Titel: 30 days of night
Autor: Steve Niles
Künstler: Piotr Kowalski, coloriert durch Brad Simpson
Schrift: Tom. B. Long & Shawn Lee
Cover: Piotr Kowalski & Aurore Folny
Verlag: IDW Publishing
Erscheinungsjahr: © 2018 Steve Niles, Lorelei Bunjes & Idea and Design Works, LLC
Sprache: Englisch (deutsche Übersetzung habe ich auf die schnelle keine gefunden)
Seitenanzahl: 144 (Taschenbuch)
Genre: Horror
Wo ist das Buch erhältlich? Im regulären Buchhandel
2. Kurzinhalt
Während dreißigtägiger Dunkelheit fällt eine Horde Vampire in einen abgeschiedenen Ort in Alaska ein.
3. Meine Meinung zu den Comicbüchern
Nachdem ich den Film letztes Jahr wieder einmal für einen Rewatch hervorgeholt habe, war ich neugierig, wie die Geschichte in der Comic-Vorlage umgesetzt wird und habe mir die dreiteilige Comic-Reihe zugelegt. Dank einem glücklichen Zufall, ist kurz darauf auch das Remake in meinen Besitz gelangt.
Auch wenn die Geschichte im Kern (siehe “Kurzinhalt”) sowohl im Original als auch im Remake dieselbe ist, unterscheiden sich die beiden Comic Bücher inhaltlich im Detail. So fällt beispielsweise im Remake ein Nebenhandlungsstrang aus dem Original weg, wird Stellas Rolle stark aufgewertet und wurde das Ende leicht abgeändert. Der Wegfall des Nebenhandlungsstrangs (für Kenner des Originals: es geht um New Orleans) stört mich nicht, diesen habe ich schon beim Lesen des Originals als unnötig empfunden. Dass Stella im Remake eine noch wichtigere Rolle zugeschrieben wird, freut mich besonders, da ich eine Vorliebe für starke weibliche Hauptfiguren habe. Das Ende mag ich weder im Original noch im Remake (und schon gar nicht in der Verfilmung). Es ist mir einfach viel zu kitschig und passt meiner Meinung nach überhaupt nicht zur ansonsten kompromisslosen Geschichte.
In beiden Büchern wird die Geschichte rasant und spannend erzählt und nicht mit Gewaltdarstellungen gespart. Obwohl ich normalerweise ein Fan von kurz und knackig erzählten Geschichten bin, ging es mir bei “30 days of night” zu schnell, insbesondere das Ende wirkt völlig überstürzt. Im Original fällt dies sogar noch mehr auf als im Remake. Der Original-Comic fühlt sich mehr wie eine Zusammenfassung der Handlung an, als eine vollständige Geschichte. Das liegt nicht nur an der komprimierten Erzählweise, sondern auch daran, dass die Geschichte streckenweise “aus dem Off” und zwischendurch gar als Rückblende erzählt wird, wodurch eine gewisse Distanz zu den Ereignissen geschaffen wird. In einem Roman würde man sagen, er enthält mehr “Tell” als “Show”, dass dies ausgerechnet auf einen Comic zutrifft, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Das Remake schafft es etwas besser, den Lesenden in die Geschichte hineinzuziehen, indem auf derartige erzählende Texteinschübe verzichtet und die Geschichte mehr durch die Bilder erzählt wird. Trotz der harten Gewalt und tragischen Ereignisse geht die Geschichte jedoch nicht unter die Haut. Die Tode haben mich emotional kalt gelassen.
Der titelgebende 30-Tages-Zeitraum tritt in beiden Comic-Ausgaben in den Hintergrund, gefühlt spielt die gesamte Geschichte innerhalb kürzester Zeit. Probleme, die sich aus einer längeren Belagerung ergeben würden (zB Versorgung, psychologischer Druck) werden nur am Rande erwähnt oder ganz außer Acht gelassen. Das finde ich schade, da ich gerade die Grundidee der einmonatigen Belagerung spannend finde.
Der größte Unterschied zwischen Original und Remake ist der Zeichenstil. Die Originalzeichnungen von Templesmith sind teilweise schon fast experimentell abstrakt. Das unterstreicht zwar die düstere Atmosphäre der Geschichte, allerdings ist es teilweise beispielsweise schwierig, die Figuren auseinanderzuhalten. Das Remake mit Zeichnungen von Kowalski hat dieses Problem nicht, dafür unterscheidet sich der Zeichenstil nicht stark von anderen Comics. Mir gefällt der Zeichenstil des Originals besser.
Fazit: Eine spannende, sehr stark komprimierte Vampirhorrorgeschichte ohne Tiefgang. Ob man lieber zum Original oder zum Remake greift, ist Geschmacksache. Bezüglich Artwork finde ich das Original interessanter, leichter zu lesen und aus erzählerischer Sicht besser umgesetzt, ist jedoch das Remake. Da die inhaltlichen Unterschiede zwischen Original und Remake nicht bahnbrechend sind, ist es ausreichend, eine der beiden Ausgaben zu lesen.

Und die Verfilmung?
Die Verfilmung aus 2007 (Regie: David Slade) unterscheidet sich inhaltlich etwas von den Geschehnissen des Comics. Einige Änderungen – etwa das Streichen zweier Handlungsstränge (New Orleans und Konflikt innerhalb der Vampire) und die Ergänzung von moralischen Dilemmata – sehe ich positiv, da sie zur Spannungssteigerung beitragen. Andere Änderungen (zB Beziehungsstatus zwischen Ebben & Stella und Stellas Degradierung) empfinde ich als unnötig.
Meine Kritik zu Film “30 days of night” findest du hier: https://untot.subset42.com/filmkritiken2025/
4. Hinweis zur Rezension
Ich habe meine Ausgaben der Bücher selbst gekauft und ich erhalte keinerlei Gegenleistung für diese Rezension. Ich habe keinen Auftrag zur Rezensionserstellung erhalten und habe keine Kooperation mit Autor, Künstler, etc. oder Verlag und stehe mit diesen auch in sonst keiner Verbindung.
5. Lust, über den Comic zu reden?
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