Vampirsachbuch-Rezension: “Blutsaugerinnen und Femmes Fatales” – Angelika Schoder (ⓒ/Auflage 2009)

Übersicht

Inhalt des Buches

Teil 1: Erläuterung der Ursprünge der Dämonisierung der Weiblichkeit (Seiten 8 bis 28)

Teil 2: Feministische Analyse der Darstellung weiblicher Vampire in

  • Leopold von Sacher-Masochs “Die Toten sind unersättlich” aus 1875 (Seiten 32-41),
  • Sheridan LeFanus “Carmilla” aus 1872 (Seiten 42-62), und
  • Bram Stokers “Dracula” aus 1897 (Seiten 63-102)

Teil 3: Überblick über die Entwicklung der Vampirin in der Filmgeschichte (Seiten 103-112)

Nach dem Schlusswort folgt noch eine kurze Übersicht über Filme mit Vamps/Vampirinnen zwischen 1910 und 1922. Ab Seite 119 beginnt die Fußnotensammlung.

Meine Meinung zum Buch

Der 1. Teil des Buches enthält eine Übersicht über Ursprünge und Entwicklung der Dämonisierung weiblicher Sexualität, beginnend bei den antiken Vorgängerinnen weiblicher Vampire und mit einem besonderen Augenmerk auf das 19. Jahrhundert. Der Überblick ist kompakt, aber sehr informativ und gut argumentiert.

Der Großteil des Buches besteht aus der Analyse der Darstellung weiblicher Vampire in den Büchern von Sacher-Masoch, Le Fanu und Stoker.

Die Autorin arbeitet aus den drei analysierten Werken die Gründe heraus, weshalb Vampirinnen als Verkörperung der Angst des Mannes vor weiblicher (sexueller) Selbstbestimmung anzusehen sind. Die von ihr aufgestellten Thesen in diesem Zusammenhang werden konsequent verfolgt und sämtliche Details aus den Büchern, die auch nur im weitesten Sinne in diese Richtung interpretiert werden können, zur Untermauerung der Thesen herangezogen. Anderweitige Interpretationsmöglichkeiten der Geschichten werden hingegen nicht berücksichtigt.

Obwohl die Autorin immer wieder Zitate aus den analysierten Werken teilt, empfehle ich, die Geschichten von Sacher-Masoch, Le Fanu & Stoker vor der Lektüre von “Blutsaugerinnen und Femmes Fatales” zu lesen.

Zu beachten ist, dass viele Zitate auf Englisch angeführt sind (insbesondere sämtliche Zitate aus “Carmilla” und “Dracula”) und diese nicht ins Deutsche übersetzt werden.

Der Schreibstil ist sachlich-wissenschaftlich gehalten. Wer dies nicht gewohnt ist, kann den Text als anstrengend empfinden.

Die Argumente wiederholen sich leider immer wieder. Durch Reduktion dieser inhaltlichen Wiederholungen hätte das Buch um einiges gekürzt werden können.

Der letzte Teil über die Entwicklung der Vampirin in der Filmgeschichte ist noch kompakter gehalten als die Einleitung. Er stellt einen interessanten Einstieg in die Welt der Film-Vampirinnen dar, geht jedoch nicht in die Tiefe. Ich hätte mir eine detaillierte Analyse der Verfilmungen von “Carmilla” und “Dracula” gewünscht (Eine Verfilmung von “Die Toten sind unersättlich” ist mir nicht bekannt), zumal es gerade von „Dracula“ eine Vielzahl von Filmen gibt, die sich über die Jahrzehnte erstrecken.

Fazit: Eine interessante Analyse von Sacher-Masochs, Le Fanus und Stokers Vampirgeschichten aus feministischer Sicht.

Ist das Buch für dich geeignet?

Das Buch könnte dich interessieren,

  • wenn du dich für feministische Analysen von Vampirromanen interessierst.

Das Buch ist eher nichts für dich,

  • wenn du auf der Suche nach einer umfangreichen inhaltlichen Analyse der drei genannten Vampirbücher bist, die über die feministische Betrachtung hinaus auch andere Interpretationsmöglichkeiten berücksichtigt.

Buchdaten

Titel: Blutsaugerinnen und Femmes Fatales
Untertitel: Weibliche Vampire bei Leopold von Sacher-Masoch, Joseph Sheridan Le Fanu und Bram Stoker
Autorin: Angelika Schoder
Verlag: UBooks-Verlag
Erscheinungsjahr: 2009
Sprache: Deutsch (enthält englischsprachige Zitate)
Seitenanzahl: 135 (Taschenbuch)
Wo ist das Buch erhältlich? Soweit ersichtlich, ist das Buch nur mehr gebraucht erhältlich.

Hinweis zur Rezension

Ich habe meine Ausgabe des Buches selbst gekauft und ich erhalte keinerlei Gegenleistung für diese Rezension. Ich habe keinen Auftrag zur Rezensionserstellung erhalten und habe keine Kooperation mit Autor oder Verlag und stehe mit diesen auch in sonst keiner Verbindung.

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