Vampirsachbuch-Rezension: “Mortuus non mordet: kommentierte Dokumentation zum Vampirismus 1689-1791” – Klaus Hamberger (ⓒ/Auflage 1992)

Übersicht

Inhalt des Buches

Wie sich bereits aus dem Titel ergibt, enthält das Buch eine Sammlung von Dokumenten über Vampirismus aus dem Zeitraum 1689 bis 1791 (Seite 43 bis 269). Der Sammlung ist eine Einleitung vorangestellt (Seite 7 bis 42), welche eine Übersicht über die in den Dokumenten vertretenen Ansichten über Vampirismus gibt. Den historischen Dokumenten sind jeweils kurze Erklärungen voran- bzw. nachgestellt, welche die Dokumente historisch einordnen und teilweise weitere Hintergrundinformationen geben.

Beispiele für enthaltene Dokumente: behördliche Berichte über Graböffnungen aufgrund Vampirismusverdacht; Berichterstattung über die angebliche Rückkehr von Untoten; ein kaiserlicher Erlass, der das eigenmächtige Ausgraben von Leichen aufgrund Vampirsimusverdacht verbietet; Gutachten/Abhandlungen von Medizinern, Theologen und anderen Gelehrten, die angebliche Vampirismusfälle aus wissenschaftlicher Sicht untersuchen und zu erklären bzw. widerlegen versuchen.

Meine Meinung zum Buch

Bei diesem Buch handelt es sich um ein wissenschaftliches Werk, welches nicht für Laien aufbereitet ist. Dementsprechend schwierig und anstrengend ist es zu lesen.

Die historischen Texte werden größtenteils in der ursprünglichen Schreibweise abgedruckt. Ein paar Begriffe, die aus heutiger Sicht nicht mehr gebräuchlich oder in lateinischer Sprache gehalten sind, werden in Fußnoten übersetzt bzw. erklärt, jedoch bei weitem nicht alle.

Sowohl die Kommentare zu den historischen Texten als auch die Einleitung sind in sehr trockenem wissenschaftlichem Stil geschrieben und enthalten viele Fachausdrücke und lateinische Begriffe.

Für Leute, die sich wissenschaftlich mit dem Vampiraberglauben im 18. Jahrhundert und dessen Bekämpfung auseinandersetzen wollen, ist das Buch aufgrund der umfangreichen Sammlung historischer Dokumente zu dem Thema aber natürlich eine Goldgrube.

Fazit: eine umfangreiche, inhaltlich sehr interessante Sammlung historischer Dokumente über Vampirismus, welche jedoch aufgrund der Nichtaufbereitung der Texte für Laien und der hohen Komplexität der Kommentierung nur für wissenschaftlich sehr versierte Leser*innen geeignet ist.

Ist das Buch für dich geeignet?

Das Buch könnte dich interessieren, wenn

  • du bereits über Vorwissen über den Glauben an Vampire im 18. Jahrhundert verfügst und du dich mit dem Thema wissenschaftlich tiefer auseinandersetzen möchtest, und
  • dich lange Schachtelsätze, wissenschaftlich trockener Schreibstil, komplexe Erklärungen, unaufbereitete historische Texte, Fachbegriffe und lateinische Begriffe nicht abschrecken.

Das Buch ist nichts für dich, wenn

  • du auf der Suche nach einer Einführung in die Thematik bist,
  • du für Laien aufbereitete Sachbücher bevorzugst, oder
  • du dich in Zusammenhang mit Vampirmythologie mehr für den Aberglauben an sich interessierst (zB was alles unternommen wurde, um sich vor Vampiren zu schützen), als für die Aufarbeitung konkreter Krankheitsfälle, welche als Vampirismus interpretiert wurden.

Buchdaten

Titel: Mortuus non mordet: kommentierte Dokumentation zum Vampirismus 1689-1791
Autor: Klaus Hamberger
Verlag: © Turia & Kant 1992
Sprache: Deutsch
Seitenanzahl: 291 (Hard Cover)
Wo ist das Buch erhältlich? Soweit ersichtlich nur über Bibliotheken ausleihbar (oder sehr teuer über Antiquariate erhältlich)

Hinweis zur Rezension

Ich habe meine Ausgabe des Buches bei einer Bibliothek ausgeborgt und erhalte keinerlei Gegenleistung für diese Rezension. Ich habe keinen Auftrag zur Rezensionserstellung erhalten und habe keine Kooperation mit Autor oder Verlag und stehe mit diesen auch in sonst keiner Verbindung.

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